Präventionsprojekt in der Kita
„Es geht um die Kinder“

Walstedde -

„Nein“ und „Stopp“: Kinder sollen ganz klar ihre Grenzen aufzeigen können. Damit beschäftigt sich das Team der Walstedder Kita St. Lambertus in dem Projekt „Gemeinsam stark für Kinder“. Nun wurde es bei einem bunten Nachmittag interessierten Familien vorgestellt.

Dienstag, 07.05.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 15:36 Uhr
Stellten das Präventionsprojekt vor (v. li.): Simone Blinzler (Sparkasse), Silvia Schemmelmann (Kita St. Lambertus), Christa Kortenbrede und Katrin Schwienhorst (beide Caritas Ahlen).
Stellten das Präventionsprojekt vor (v. li.): Simone Blinzler (Sparkasse), Silvia Schemmelmann (Kita St. Lambertus), Christa Kortenbrede und Katrin Schwienhorst (beide Caritas Ahlen). Foto: -sibe-

„Fühlt sich das Streicheln komisch an, dann lasse ich keinen an mich ran.“ „Es ist dein Recht zu bestimmen.“ Oder: „Ob Kneifen, Boxen, Ringen – ich lasse mich zu nichts zwingen.“ Sätze wie diese prangten in bunter Schrift auf den großen Spiegelwänden im Turnraum des Walstedder Lambertus-Kindergartens.

Sie standen beispielhaft für das Thema, das die Mädchen und Jungen der Kita sowie ihre Erzieherinnen seit Jahresbeginn präventiv und regelmäßig begleitet. Denn die Einrichtung im Lambertusdorf nimmt am Projekt „Gemeinsam stark für Kinder“ zum Schutz vor sexuellem Missbrauch – angeboten von Kinderschutzbund Warendorf und Caritasverband Ahlen – teil und hatte zum Präsentationsnachmittag in den Kindergarten eingeladen.

„Dieses Projekt richtet sich nicht nur an uns Erzieherinnen. Schließlich werden nicht nur unsere Kompetenzen gestärkt, vertieft und wir sensibilisiert. Es geht in erster Linie um die Kinder“, erklärte Silvia Schemmelmann in Vertretung für Kita-Leiterin Sabine Bäcker . „Sie sollen lernen, ‚Nein‘ oder ‚Stopp‘ zu sagen, um zu starken Persönlichkeiten zu werden, denen wir ‚Großen‘ Gehör und Glauben schenken“, ergänzte sie. Danach dankte die Erzieherin der Sparkasse Münsterland-Ost für die finanzielle Förderung und den Kooperationspartnern für die gute Zusammenarbeit.

Begleitung über drei Jahre

„Das Projekt hat ganz bewusst das Wort ‚Gemeinsam‘ im Titel, weil wir uns gemeinsam stark machen. Kinder alleine können sich nicht schützen. Sie brauchen immer Erwachsene, die sich für sie einsetzen“, betonte Christa Kortenbrede von der Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch, Gewalt und Vernachlässigung der Caritas Ahlen. Ebenso wies sie darauf hin, dass es kein kurzes Angebot sei, sondern ein länger begleiteter Zeitraum über drei Jahre. „Wir wollen damit zeigen, wie man so ein Thema an die Kinder, ihre Eltern und ihre Bezugspersonen herantragen kann, ohne sie zu ängstigen, sondern sie zu stärken“, berichtete sie.

Insgesamt ist das Projekt mehrgliedrig angelegt. Neben mehreren Fortbildungen der Erzieherinnen gehören auch ein Elternabend und Kindertrainings dazu. „Beim Training wurden beispielsweise verschiedene Rollenspiele gemacht“, erzählte Schemmelmann. Einige davon wurden ebenfalls während des Präsentationsnachmittages gemeinsam mit den Eltern durchgespielt.

Ältere geben Wissen weiter

„In Kindern steckt viel mehr – die Spiele sollen das bewusst zeigen“, erläuterte die Erzieherin. Dabei würden die Mädchen und Jungen unter anderem lernen, wie sie selbstbewusst ihre Meinung zum Ausdruck bringen können. „‚Nein‘ und ‚Stopp‘ sind seitdem Worte, die hier super laufen – das fängt etwa schon an, wenn die Kinder alleine ihre Schuhe anziehen möchten“, teilte Schemmelmann ihre Beobachtungen mit. Ebenfalls positiv: Die älteren Kinder geben das erlernte Wissen an den jüngeren Nachwuchs weiter.

Beim Aktionstag waren zudem viele Besucher, Kinder und ihre Familienangehörigen in die Kita gekommen, um weitere Informationen zu bekommen oder ihr Wissen bei verschiedenen Workshops – es wurden etwa Wutbälle und ein Gefühlsmemory gebastelt – zu vertiefen. Ebenso wurde ein Kurzfilm über das Präventionsprojekt gezeigt und in einer Bücherecke Literatur zum Thema angeboten.

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