Städtepartnerschaft besiegelt
Einen kleinen Teil zum Frieden beitragen

Ingré/Drensteinfurt -

Nach vier Jahren der Vorbereitung haben die Städte Ingré und Drensteinfurt ihre Partnerschaft am Donnerstagabend nun auch offiziell besiegelt. Für Bürgermeister Carsten Grawunder war es „eine kaum beschreibbar große Freude“. In seiner Rede hob er insbesondere die Bedeutung Europas hervor.

Freitag, 10.05.2019, 20:00 Uhr
Die Stadtoberhäupter Belinada Gottardi (Castel Maggiore), Christian Dumas (Ingré) und Carsten Grawunder (Drensteinfurt) bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde.
Die Stadtoberhäupter Belinada Gottardi (Castel Maggiore), Christian Dumas (Ingré) und Carsten Grawunder (Drensteinfurt) bei der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde. Foto: Dietmar Jeschke

Gut zwei Jahre ist es nun her, dass man sich zum ersten Mal begegnet ist. Seitdem ist viel passiert – vor, aber vor allen Dingen auch hinter den Kulissen, wie etwa in Reihen des eigens gegründeten Partnerschaftsvereins „Städte(R)freunschaft“. Am Donnerstagabend war es nun endlich soweit: Gemeinsam mit seinem Amtskollegen Christian Dumas unterzeichnete Bürgermeister Carsten Grawunder in Ingré die formelle Städtepartnerschaftsurkunde.

„Heute genau vor 69 Jahren hat der damalige französische Außenminister Robert Schuman in einer Regierungserklärung den nach ihm benannten Schuman-Plan präsentiert. Seine damalige Vision war es, die französische und die deutsche Produktion von Kohle und Stahl unter eine gemeinsame Oberbehörde zu stellen“, warf Grawunder den Blick zurück. Der entsprechende Beschluss gelte heute als „Kernelement der europäischen Einigung“.

„69 Jahre später ist dies auch der Grundstein dafür, dass wir in Europa selbstverständlich auch Städtepartnerschaften über unsere Ländergrenzen hinweg schließen können und dies auch tun. Und so ist es für mich eine kaum beschreibbar große Freude, hier und heute und aus diesem Anlass hier zu stehen“, so der Bürgermeister. Die neue Partnerschaft, so Grawunder, sei eine Chance, die seit vielen Jahrzehnten bestehende deutsch-französischen Freundschaft um „ein ganz kleines, aber gleichwohl sehr wichtiges Kapitel zu ergänzen“.

Ganz besondere Ehre

Dass die erste internationale Partnerschaft der Stadt Drensteinfurt auf Initiative der Menschen in Ingré nun zustande gekommen ist, sei dazu eine ganz besondere Ehre. Sehr bemerkenswert sei ferner, dass der geschichtsträchtige Moment in Gegenwart von Vertretern der italienischen Stadt Castel Maggiore gefeiert werde. „Der Stadt, mit der Ingré bereits seit vielen Jahren eine intensive Freundschaft pflegt und die mich mit einer kleinen Delegation im vergangenen Jahr zur Feier der 200-jährigen Namensgebung eingeladen und sehr herzlich empfangen hatte“, sagte Grawunder.

Mit Blick auf die zahlreichen Konfliktherde in der Welt verwies das Drensteinfurter Stadtoberhaupt in seiner Ansprache zudem auf die Wichtigkeit, die grausamen Erfahrungen der beiden Weltkriege auch künftig in Erinnerung zu behalten. „Denn nichts ist schlimmer, als zu vergessen, was Kriege anrichten“, so Grawunder. „Zum Glück gibt es auch Politiker, die sich für den Erhalt des Friedens in Europa einsetzen. Und dazu zählen auch wir, die wir in unseren kleinen Städten Ingré, Castel Maggiore und Drensteinfurt Verantwortung tragen und unseren Mitbürgern verdeutlichen, dass der Frieden in Europa nicht vom Himmel gefallen ist und dass wir uns dafür stark machen müssen, ihn für alle Zeit zu erhalten. Und aus diesem Grunde ist es in diesem Jahr vermutlich wichtiger denn je, dass viele Demokraten an der Europawahl am 26. Mai teilnehmen.“

Symbolträchtiges Geschenk

Im Gepäck hatte der Gast aus Drensteinfurt ein symbolträchtiges Geschenk – und zwar in Form einer Friedenstaube. „Wir schenken aber nicht diese Skulptur, sondern das, was sie versinnbildlicht. Denn die Idee hinter dieser Taube ist die, dass sie ,auf der längsten Friedensstraße der Welt‘ fliegt.“ Sie solle nicht dauerhaft an einer Stelle sein, sondern immer nur für eine angemessene Weile. Sie solle vielmehr den Frieden weitertragen, ihn verbreiten und damit ein weltumspannendes Netz von Menschen knüpfen, die sich für den Frieden in unseren Ländern einsetzen, so Grawunder. „Und speziell diese Taube soll in den nächsten Jahren immer wieder auch mal in Drensteinfurt landen, um auch bei uns stets neu dazu anzuregen, sich mit dem Thema ‚Frieden‘ auseinander zu setzen.“

Städtepartnerschaft mit Ingré besiegelt

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  • Der Donnerstag begann mit einem Besuch des Schlosses Chambord. Am Abend stand die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden auf dem Programm. Foto: Dietmar Jeschke
  • Der Donnerstag begann mit einem Besuch des Schlosses Chambord. Am Abend stand die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden auf dem Programm. Foto: Dietmar Jeschke
  • Der Donnerstag begann mit einem Besuch des Schlosses Chambord. Am Abend stand die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden auf dem Programm. Foto: Dietmar Jeschke
  • Der Donnerstag begann mit einem Besuch des Schlosses Chambord. Am Abend stand die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden auf dem Programm. Foto: Dietmar Jeschke
  • Der Donnerstag begann mit einem Besuch des Schlosses Chambord. Am Abend stand die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden auf dem Programm. Foto: Dietmar Jeschke
  • Der Donnerstag begann mit einem Besuch des Schlosses Chambord. Am Abend stand die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden auf dem Programm. Foto: Dietmar Jeschke
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  • Der Donnerstag begann mit einem Besuch des Schlosses Chambord. Am Abend stand die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden auf dem Programm. Foto: Dietmar Jeschke
  • Der Donnerstag begann mit einem Besuch des Schlosses Chambord. Am Abend stand die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden auf dem Programm. Foto: Dietmar Jeschke
  • Der Donnerstag begann mit einem Besuch des Schlosses Chambord. Am Abend stand die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden auf dem Programm. Foto: Dietmar Jeschke
  • Der Donnerstag begann mit einem Besuch des Schlosses Chambord. Am Abend stand die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden auf dem Programm. Foto: Dietmar Jeschke
  • Der Donnerstag begann mit einem Besuch des Schlosses Chambord. Am Abend stand die feierliche Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden auf dem Programm. Foto: Dietmar Jeschke

Die Idee dazu stammt übrigens vom deutschen Künstler Richard Hillinger aus Landshut. Aus Anlass des 60-jährigen Bestehens der UN-Menschenrechtscharta hatte er 30 bronzene Tauben hergestellt, die seitdem mit dem Ölzweig im Schnabel durch die Welt „fliegen“. „Die Taube war bereits bei unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie im Europäischen Parlament, sie war auch schon im Vatikan, und sie wurde bereits die 4000 Felsenstufen den Berg Sinai hinaufgetragen. Dorthin, wo Moses nach biblischer Überlieferung von Gott die zehn Gebote auf zwei Steintafeln empfangen hat“, erklärte Grawunder, der seine Amtskollegen aus Castel Maggiore und Ingré zudem dazu aufforderte, Mitglied der Initiative „Mayors for Peace“ zu werden. „Ein Verbund aus über 7700 Städten in 163 Ländern und Regionen, darunter auch Paris, Bologna und Münster“, so das Stadtoberhaupt. Die Organisation gehe auf die Initiative der Städte Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1982 zurück, die 1945 beide von Atombomben getroffen und nahezu vollständig zerstört worden waren. Ziel ist, Atomwaffen weltweit abzuschaffen.

Es lebe unsere Freundschaft, es lebe Europa.

Bürgermeister Carsten Grawunder

Neben der symbolischen Friedenstaube und einer dazugehörigen Kladde, in der ihre Stationen eingetragen werden sollen, hatte die Drensteinfurter Delegation aber auch noch ein „handfestes“ Präsent im Gepäck – und zwar in Form einer jungen Eiche. „Sie steht symbolisch für die Treue, die Standhaftigkeit und die Beständigkeit. Und genau diese Attribute sollen die Eigenschaften unserer freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Menschen unserer Städte sein“, erklärte Grawunder abschließend. „Es lebe unsere Freundschaft, es lebe Europa.“

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