Leben und Arbeiten im Malteserstift
Die „guten Seelen“ des Hauses

Drensteinfurt -

Vor zehn Jahren wurde der Neubau des Malteserstiftes St. Marien eingeweiht. In einer neuen Serie blicken die WN anlässlich des runden Geburtstags in loser Reihenfolge hinter die Kulissen des Seniorenheims. Den Anfang machen die beiden Frauen, die auch sonst für den ersten Eindruck verantwortlich sind.

Samstag, 25.05.2019, 10:00 Uhr
Ute Moeller (li.) und Manuela Kramer-Budde besetzen seit nunmehr drei Jahren gemeinsam den Empfang im Malteserstift und sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Im Vordergrund das sagenumwobene „Schälchen“ mit den Süßigkeiten.
Ute Moeller (li.) und Manuela Kramer-Budde besetzen seit nunmehr drei Jahren gemeinsam den Empfang im Malteserstift und sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Im Vordergrund das sagenumwobene „Schälchen“ mit den Süßigkeiten. Foto: Nicole Evering

Wer das Malteserstift St. Marien durch den Haupteingang betritt, der läuft ihnen zwangsläufig in die Arme. Ute Moeller und Manuela Kramer-Budde besetzen den Empfang der Senioreneinrichtung. Sie versuchen, stets den Überblick über alle Abläufe im Haus zu behalten – und haben dabei trotzdem immer Zeit für einen Plausch mit den Bewohnern. Ach ja, und das „Schälchen“ fällt auch in ihren Arbeitsbereich. Doch dazu später mehr.

Seit 23 Jahren arbeitet Ute Moeller im Stift. Die gebürtige Münsteranerin hat Stenotypistin gelernt und viele Jahre in der Verwaltung des Blutspendedienstes gearbeitet. Nach der Geburt ihres Sohnes suchte sie eine neue Beschäftigung. „Ich habe damals mit zwei Stunden täglich hier am Empfang begonnen“, erinnert sie sich.

Heute teilt sie sich das Kontingent der 50 Wochenstunden mit Manuela Kramer-Budde – oder besser: mit der „neuen Frau Süß“. So wurde die 38-Jährige nämlich von einigen im Haus genannt, als sie vor knapp drei Jahren in die Fußstapfen ihrer Vorgängerin trat, die den Job mehr als zehn Jahre mit viel Engagement ausgefüllt hatte. Doch schnell war klar: Die Chemie stimmt auch mit der Hammerin.

Im persönlichen Gespräch

„Ich habe vorher in der Tourismus-Branche gearbeitet, bin also Kundenkontakt gewohnt und ohnehin ein kommunikativer Mensch“, erzählt Kramer-Budde. Diese Eigenschaft kommt ihr auch im Malteserstift zugute, denn das persönliche Gespräch – sei es mit Bewohnern und Angehörigen oder mit Lieferanten und medizinischen Einrichtungen – spielt in ihrem Arbeitsalltag eine wichtige Rolle.

Wenn ein neuer Bewohner einzieht, die Post gesichtet werden muss, eine Materialbestellung nötig ist oder auch der Fernseher in einem der Zimmer nicht funktioniert, sind Ute Moeller und Manuela Kramer-Budde in der Regel irgendwie damit befasst. Über ihre Schreibtische gehen alle Verträge und Rechnungen. Der organisatorische Aufwand ist in den vergangenen Jahren gestiegen, meinen sie. Gerade die neue Datenschutzgrundverordnung hat ihren Teil dazu beigetragen. „Wo ich früher schnell mal eine Info übers Telefon bekommen habe, muss ich heute schriftliche Anfragen stellen“, berichtet Kramer-Budde. Arbeitsabläufe ziehen sich somit über einen längeren Zeitraum hin – während sich gleichzeitig die nächsten Aufgaben auf dem Schreibtisch türmen.

Auf dem gleichen Kenntnisstand

Jeden Morgen wird eine Besprechung mit Einrichtungsleiterin Jeanette Möllmann abgehalten, damit beide Kolleginnen auf dem gleichen Kenntnisstand sind. „Sie sind unser Bindeglied zwischen fast allem“, lobt Möllmann die „guten Seelen“. „Und manchmal auch meine Gedächtnisstütze“, ergänzt sie schmunzelnd.

Die „Stallwache“ übernehmen sie außerdem. Während die 63-jährige Moeller nämlich mit einem Ohr am Telefon gerade dabei ist, für einen Anrufer den richtigen Ansprechpartner herauszusuchen, hat sie mit einem Auge den Eingangsbereich im Blick. Denn gar nicht so selten kommt es vor, dass der eine oder andere Senior „sich auf den Weg macht“. So nennen es die Mitarbeiter, wenn jemand das Haus verlässt, der sich draußen nicht mehr alleine zurechtfindet. „Ich schaue dann, ob er sich nur vor der Tür in die Sonne setzt oder doch das Gelände verlässt“, berichtet Moeller. Ein Anruf bei der zuständigen Pflegekraft, und der „Fluchtversuch“ ist meistens schnell unterbunden.

Zuneigung und Dankbarkeit

Das Empfangsteam kennt eben seine „Pappenheimer“. Das bleibt nicht aus, wenn man täglich miteinander zu tun hat. „Man bekommt so viel Zuneigung zurück“, sagt Ute Moeller. „Und Dankbarkeit“, ergänzt ihre Kollegin. Für so manchen wird auch das „Schälchen“ mit ein Grund dafür sein, warum das Team vom Empfang im Haus so beliebt ist. Dieses „Schälchen“ nämlich steht auf der Theke und wird von Ute Moeller und Manuela Kramer-Budde regelmäßig mit Süßigkeiten befüllt. Wer zum Mittagessen Richtung Cafeteria schlendert, eine Frage hat oder einfach nur einen kurzen Plausch halten will, der greift da gerne zu.

Eben weil sich viel im Eingangsbereich abspielt, sind beide Frauen oft mittendrin im Geschehen. „Wir setzen uns dann manchmal dazu und unterhalten uns“, ist ihnen das gute Verhältnis zu Bewohnern und Angehörigen wichtig. Wenn – und das gehört eben auch zum Alltag in einem Seniorenheim – ein lieb gewonnener Mensch stirbt, „dann weinen wir auch“, sagt Moeller, die sich zusätzlich von der Hospizbewegung in diesem Bereich hat schulen lassen. Und auch wenn sie in zwei Jahren in Rente geht, will sie dem Malteserstift weiter erhalten bleiben. Dann eben ehrenamtlich. „Nach mehr als 20 Jahren bin ich einfach mit dem Haus verwachsen“, sagt Moeller und lächelt.

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