Eichenprozessionsspinner breitet sich aus
Martinskirche ist geschlossen

Drensteinfurt -

Der heiße Sommer forciert die Verbreitung des Eichenprozessionsspinners. Auch in Drensteinfurt melden immer mehr Menschen befallene Bäume. Die evangelische Martinskirche wurde jetzt sogar deshalb geschlossen.

Dienstag, 25.06.2019, 15:15 Uhr aktualisiert: 25.06.2019, 15:20 Uhr
Der Zutritt zum Gelände der evangelischen Martinskirche ist bis auf Weiteres untersagt. An zwei Bäumen sind Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt worden. Eine Entfernung durch eine Fachfirma ist wohl erst Mitte Juli möglich.
Der Zutritt zum Gelände der evangelischen Martinskirche ist bis auf Weiteres untersagt. An zwei Bäumen sind Nester des Eichenprozessionsspinners entdeckt worden. Eine Entfernung durch eine Fachfirma ist wohl erst Mitte Juli möglich. Foto: Nicole Evering

Seit mehreren Wochen ist der Eichenprozessionsspinner auch in Drensteinfurt vermehrt vorzufinden. „Täglich erreichen die Verwaltung Meldungen aus der Bevölkerung über neu befallene Eichen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Grundsätzlich sei allen Bürgern geraten, die befallenen Stellen zu meiden. Eichen im Bereich des Freibades sowie von Kindergärten, Schulen und Spielplätzen oder an Orten mit erhöhtem Publikumsverkehr würden durch ein Fachunternehmen behandelt. „Die momentane Auftragsdichte macht derzeit aber lange Wartezeiten leider unumgänglich“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Welche Maßnahmen an allen anderen befallenen Bäumen im öffentlichen Raum veranlasst werden, werde im Einzelfall entschieden. So könne es sein, dass nur Hinweisschilder aufgestellt werden, Straßenzüge oder Parkanlagen gesperrt werden oder ein Fachunternehmen mit der Beseitigung der Nester beauftragt wird. Befallene Eichen, die sich nicht auf öffentlichen Flächen befinden, unterliegen grundsätzlich der Verkehrssicherungspflicht der jeweiligen Grundstückseigentümer, heißt es abschließend.

Anweisung der Superintendentur

Dies betrifft derzeit die evangelische Mirjam-Gemeinde, denn auch zwei Bäume vor der Martinskirche an der Bahnhofstraße sind befallen. Pfarrerin Angelika Ludwig hat nach Rücksprache mit dem städtischen Ordnungsamt und auf Weisung der Superintendentur die vorläufige Schließung der Kirche angeordnet.

„Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, wie Stephan Rast, Mitglied des Bevollmächtigtenausschusses und hauptberuflich Förster, auf WN-Anfrage erklärt. Denn gerade für Allergiker könne der Kontakt mit den feinen Härchen der Tiere gefährlich werden. Die Sperrung des Gotteshauses kann wohl frühestens am 15. Juli wieder aufgehoben werden. Erst dann hat ein Fachunternehmen einen Termin zur Beseitigung der Raupen frei.

Eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Stephan Rast, Bevollmächtigtenausschuss

„Ich als Förster habe eine ganze Liste mit Firmen. Aber die sind alle überlastet. Der späteste Termin, der mir angeboten wurde, war in fünf Monaten“, erzählt er. Ein Unternehmen aus Hamm wolle sich des Problems nun in etwa drei Wochen annehmen. Bis dahin werden alle Gottesdienste von Drensteinfurt nach Ascheberg verlegt. Die Gemeindegruppen sind zudem aufgerufen, sich zu überlegen, ob sie ihre Treffen ausfallen oder diese ebenfalls in andere Räumlichkeiten stattfinden lassen. Weitere Informationen stellt die Mirjam-Gemeinde auf ihrer Homepage bereit.

Symptome und Erste-Hilfe-Maßnahmen

„Die Härchen des Eichenprozessionsspinners enthalten das Nesselgift Thaumetopoin. Bei Hautkontakt wird das Gift freigesetzt und kann zu allergischen Reaktionen führen“, erklärt Apotheker Matthias Bröker, Sprecher der Apothekerschaft im Warendorfer Nordkreis. Bei Hautkontakt treten starker Juckreiz und Brennen auf, dazu kommen Hautausschläge mit Rötungen und Pusteln. Zwischen Kontakt und ersten Symptomen vergehen in der Regel mehrere Stunden. Ausschlag und Jucken verschwinden meist nach rund zwei Wochen von selbst. Mit der Luft gelangen abgebrochene Härchen zudem leicht in Augen und Atemwege und können dort Mund, Nase und Rachen reizen. „Schlimmstenfalls hat das schmerzhaften Husten oder asthmatische Beschwerden zur Folge“, so Bröker. Häufige Begleitsymptome seien Schwindel, Fieber und Müdigkeit, in Einzelfällen könne es zu allergischen Schockreaktionen kommen. „Als Erste-Hilfe-Maßnahme können kühlende Umschläge gegen Schwellungen, Präparate mit Kortison oder Antihistaminika, die die allergischen Symptome lindern, eingesetzt werden“, sagt Bröker. Sind Haare ins Auge gelangt, rät er dazu, einen Augenarzt aufzusuchen.

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