Die Grünen feiern Geburtstag
Runter vom Sofa und Einsatz zeigen

Drensteinfurt -

25 Jahre ist es her, dass engagierte Bürger den Grünen-Ortsverband gegründet haben. Auf seitdem Erreichtes blicken die Fraktionsvorsitzende Maria Tölle und ihr Stellvertreter Winfried Reher zurück. Aber natürlich gibt es auch Ziele für die Zukunft. „Man muss am Ball bleiben“, so Reher.

Freitag, 05.07.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 07.07.2019, 11:10 Uhr
„Gelebte Doppelspitze“: Maria Tölle und Winfried Reher teilen sich den Fraktionsvorsitz.
„Gelebte Doppelspitze“: Maria Tölle und Winfried Reher teilen sich den Fraktionsvorsitz. Foto: Nicole Evering

Politik braucht Ideen und engagierte Menschen, die sie vertreten. Und diese Menschen brauchen Durchhaltevermögen – und manchmal auch ein dickes Fell. „Denn meistens geht es nur Schritt für Schritt. Die Themen sind nie wirklich fertig, sondern entwickeln sich immer weiter“, sagt Winfried Reher . Er muss es wissen, gehört er doch zu den Drensteinfurter Grünen der allerersten Stunde.

25 Jahre ist es her, dass der Ortsverband gegründet worden ist. Zum ersten Info-Treffen kamen 19 Interessierte, zwölf haben dann Nägel mit Köpfen gemacht. Zum ersten Vorsitzenden wurde Andreas Streibl gewählt. Daran erinnert sich Maria Tölle noch genau. Sie war eine von denjenigen, die in der Partei ihre Chance gekommen sahen, sich öffentlich für das einzusetzen, was ihnen privat schon immer wichtig war: die Umwelt.

Eine verkehrsberuhigte Innenstadt, eine nachhaltige Landwirtschaft, ein gut ausgebautes Radwegenetz, der Fokus auf ökologisches Bauen und auf die Jugendarbeit: Wenn man sich anschaut, auf welche Themen die Grünen bei ihrer ersten Kommunalwahl 1994 gesetzt haben, dann erkennt man, dass sich im Vergleich zu heute wenig verändert hat. „Bürgermeister Paul Berlage hat einmal sinngemäß gesagt, wir seien berechenbar. Ich würde eher sagen, wir sind konsequent“, meint Winfried Reher, der in der Fraktion die Doppelspitze mit Maria Tölle bildet. Im Ortsverband teilen sich Heidi Pechmann und Bernhard Meyer die Sprecher-Aufgaben. Knapp elf Prozent der Wählerstimmen haben die Grünen damals aus dem Stand erhalten, mehr als 20 Prozent waren es 2014.

Vorreiter in Sachen Städtepartnerschaft

Auch wenn sich am Programm im Laufe der Zeit wenig geändert hat, getan hat sich dennoch eine Menge, wie Tölle und Reher rückblickend finden. Der Nachtbus nach Münster, die Haltegriffe für Radfahrer an Ampeln, die Stellen des Stadtjugendpflegers und der Schulsozialarbeiter, das öffentliche WC: Errungenschaften, die auf Ideen der Grünen zurückgehen. Auch in Sachen Städtepartnerschaft waren die Grünen eine Art Vorreiter. Auf den dahingehend schon 1994 geäußerten Wunsch folgte 2010 die Verbindung zum Grünen-Ortsverband im thüringischen Nesse-Apfelstädt. Und seit diesem Jahr kann Drensteinfurt nun die von Stadt, Bürgern und Politik getragene Freundschaft zum französischen Ingré offiziell vorweisen.

Natürlich gab es in 25 Jahren auch Rückschläge. „Wir waren grundsätzlich immer gegen neue Baugebiete, sondern eher für Nachverdichtung“, erklärt Maria Tölle. „Berthas Halde“, „Blumenstraße“, „Kerkpatt“, „Mondscheinweg“ und „Meerkamp“: Die Namen nur einiger Neubaugebiete belegen, dass der Wunsch der Grünen, als Stadt nicht weiter zu wachsen, ein Traum geblieben ist. Und auch die Innenstadt wird in Zukunft weiterhin von Autofahrern durchquert. „Grundsätzlich muss man aber am Ball bleiben, darf nicht resignieren. Unsere Hartnäckigkeit hat sich schon oft ausgezahlt“, betont Winfried Reher.

Viele Helfer ohne Parteibuch

Rund 20 Mitglieder hat der Ortsverband heute und darüber hinaus viele Unterstützer, die sich ohne Parteibuch engagieren. 2020 steht die nächste Kommunalwahl an. Alle Wahlkreise zu besetzen, genug Aktive für die Arbeit in den Ausschüssen zu finden, das ist für den kleinen Ortsverband nicht einfach. „Es bleiben immer mal wieder gute Leute bei uns hängen. Aber die Mitglieder strömen uns nicht in Massen zu“, gibt Maria Tölle zu. Dabei, das ergänzt Reher, sei frischer Wind immer gut. Nach 25 Jahren sei man in gewisser Hinsicht manchmal schon auch eingefahren.

Zeitaufwändig und kräftezehrend sei die Arbeit an vorderster Front ohnehin. „Aber wenn ich zurückblicke, kann ich sagen: Ich habe Drensteinfurt mitgestaltet“, zieht Maria Tölle ihr persönliches, positives Fazit. Und Winfried Reher ergänzt, dass man – getreu dem Motto „Lokal handeln, global denken“ – schon im Kleinen etwas tun könne und müsse. Dieses Credo greife nicht nur beim aktuellen Thema Nummer eins, dem Klimawandel. „Man muss vom Sofa aufstehen und sich für seine Ideen einsetzen.“ So, wie es auch die zwölf Gründungsmitglieder des Grünen-Ortsverbandes 1994 getan haben.

Sommerfest auf Hof Angenendt

Ihr 25-jähriges Bestehen feiern die Drensteinfurter Grünen am Samstag, 6. Juli, ab 15 Uhr auf dem Hof Angenendt, Mersch 21. Die Veranstaltung ist zugleich das Sommerfest des Grünen-Kreisverbandes. Die Begrüßung der Gäste nehmen die Sprecher Heidi Pechmann und Bernhard Meyer (Ortsverband) sowie Hedwig Tarner und Ali Bas (Kreisverband) vor. Zu Gast ist die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Maria Klein-Schmeink aus Münster. Es gibt Getränke und Gegrilltes. Familie Angenendt bietet Hofführungen an. Mit der Windgemeinschaft Ameke/Hölter kann zum Thema Windkraft diskutiert werden. Interessierte Gäste sind willkommen.

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