Gemeinde stellt Konzept zum Schutz vor Missbrauch vor
Ein Führungszeugnis ist Pflicht

Drensteinfurt -

Ein Jahr lang hat die Projektgruppe intensiv daran gearbeitet. Nun liegt das „Institutionelle Schutzkonzept“, das Kinder vor Missbrauch bewahren soll, auf dem Tisch. Inhaltlich enthält klar definierte persönliche Voraussetzungen sowie Verhaltensregeln für Haupt- und Ehrenamtliche.

Mittwoch, 10.07.2019, 23:56 Uhr aktualisiert: 11.07.2019, 02:00 Uhr
Stellten das „Institutionelle Schutzkonzept“ der Pfarrgemeinde St. Regina vor (v. re.): Pastor Jörg Schlummer, Pastoralreferentin Barbara Kuhlmann sowie Heinz-Josef Möller, Bernhard Krellmann (beide Kirchenvorstand) und Kita-Verbundleiterin Marion Fritz.
Stellten das „Institutionelle Schutzkonzept“ der Pfarrgemeinde St. Regina vor (v. re.): Pastor Jörg Schlummer, Pastoralreferentin Barbara Kuhlmann sowie Heinz-Josef Möller, Bernhard Krellmann (beide Kirchenvorstand) und Kita-Verbundleiterin Marion Fritz. Foto: Dietmar Jeschke

Manchmal sind es schon vermeintliche Kleinigkeiten, die ein Gefühl von Unwohlsein und Bedrängtheit verursachen können. Etwa, wenn ein Fremder kurzerhand und ohne Vorwarnung am nicht richtig sitzenden Hemdkragen zupft. „Man fragt halt vorher“, betont Pastor Jörg Schlummer. Nur eine von vielen Situationen, die Menschen, die beruflich oder ehrenamtlich mit Kindern arbeiten, regelmäßig begegnen und in denen eben richtiges Handeln gefragt ist.

Wie dies – vor allem mit Blick auf den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche – auszusehen hat, darüber hat sich die Arbeitsgruppe zur Erstellung des „Institutionellen Schutzkonzeptes“ der Pfarrgemeinde St. Regina in den vergangenen zwölf Monaten intensive Gedanken gemacht. Das Ergebnis liegt nun auf dem Tisch – und es ist stattliche 27 Seiten stark.

Gleich einleitend definiert werden darin die persönlichen Kriterien, die haupt- als auch ehrenamtliche Mitarbeiter für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen zu erfüllen haben – erweitertes polizeiliches Führungszeugnis und die Pflicht zur Selbstauskunft inklusive. Ziel, erklärt Pastoralreferentin Barbara Kuhlmann , sei es, Personen mit möglichen Missbrauchsabsichten noch vor Beginn ihrer Tätigkeit vor hohe Hürden zu stellen.

Hinzu kommt ein konkreter Verhaltenskodex für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen, der sowohl eine angemessene Kleidung und Wortwahl, als auch Regeln zu Nähe und Distanz, den Umgang mit Geschenken sowie das richtige Verhalten bei Ausflügen und Ferienfreizeiten klar regelt.

Und natürlich enthält das Konzept auch Anweisungen, wie auf etwaige Verstöße und Grenzverletzungen zu reagieren ist – eine Liste mit internen und externen Ansprechpartnern inklusive.

Damit diese Regeln von allen Beteiligten auch tatsächlich verinnerlicht werden, sind entsprechende Fortbildungen verpflichtend. Und das nicht einmalig, sondern wiederholend im Fünfjahresrhythmus. „Kostenlos“, betont Pastor Jörg Schlummer. Dabei versuche man, das verpflichtende Angebot vor allem für Ehrenamtliche durch entsprechende Veranstaltungen vor Ort möglichst pragmatisch zu gestalten.

„Vieles von dem, was das Konzept beinhaltet, wird bereits seit Jahren praktiziert. Es ging jedoch darum, es zu systematisieren“, erläutert Barbara Kuhlmann, die ebenso wie Pastor Jörg Schlummer, Kita-Verbundleiterin Marion Fritz, Kantorin Miriam Kaduk sowie Marianne Wiebusch als Vertreterin der Erstkommunionkatecheten und Ines Volkmar als Mitglied des Pfarreirates in der Arbeitsgruppe mitgearbeitet hat. Präventiv, so Kuhlmann weiter, habe sich bereits der Prozess der vergangenen zwölf Monate bemerkbar gemacht, seien die verschiedenen Kinder- und Jugendgruppen doch aktiv mit einbezogen worden. „In der jungen Kantorei etwa haben wir darüber gesprochen, wie Nähe und Distanz erlebt werden. Für die Kinder war es dabei zudem schön, zu erleben, dass sie ernst genommen werden“, so die Pastoralreferentin. „Kinder sollen gefördert werden. Aber vor allem geht es darum, sie zu schützen.“

► Das detaillierte „Institutionelle Schutzkonzept“ ist in Kürze auch auf der Homepage der Pfarrgemeinde unter www.katholische-kirche-drensteinfurt.de zu finden.

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