Wunsch nach LH-Kennzeichen
Bürger sollen die Wahl haben

Drensteinfurt -

Einst gehörten Teile der Stadt Drensteinfurt zum damaligen Kreis Lüdinghausen. Nun setzt sich Bürgermeister Carsten Grawunder dafür ein, dass das LH-Autokennzeichen auch im Kreis Warendorf zugelassen wird. Unterstützung bekommt er von zwei Amtskollegen.

Donnerstag, 18.07.2019, 19:00 Uhr
Gemeinsam setzen sich die drei Bürgermeister Mario Löhr (Selm), Carsten Grawunder (Drensteinfurt) und Richard Borgmann (Lüdinghausen, v.li.) dafür ein, dass das LH-Kennzeichen, das in den Kreisen Coesfeld und Unna erlaubt ist, auch im Kreis Warendorf zugelassen wird.
Gemeinsam setzen sich die drei Bürgermeister Mario Löhr (Selm), Carsten Grawunder (Drensteinfurt) und Richard Borgmann (Lüdinghausen, v.li.) dafür ein, dass das LH-Kennzeichen, das in den Kreisen Coesfeld und Unna erlaubt ist, auch im Kreis Warendorf zugelassen wird. Foto: Evering

Als eine Herzensangelegenheit bezeichnet es Bürgermeister Carsten Grawunder . Als ein Stück Heimatverbundenheit sein Lüdinghauser Amtskollege Richard Borgmann . Und das Selmer Stadtoberhaupt Mario Löhr stellt den Bürgerwillen in den Mittelpunkt. Die drei Verwaltungschefs haben am Donnerstag im Stewwerter Rathaus ein Schreiben an Landrat Dr. Olaf Gericke unterzeichnet. Der Inhalt: Im Kreis Warendorf sollen Fahrzeughalter die Möglichkeit bekommen, sich für ein LH-Kennzeichen zu entscheiden.

Vor Jahren schon hat der Gesetzgeber erlaubt, dass auch die Kennzeichen der Altkreise vor der kommunalen Neugliederung wieder vergeben werden dürfen. Im Kreis Warendorf ist seit dem Jahr 2014 statt des WAF- auch das BE-Kennzeichen für den ehemaligen Kreis Beckum erlaubt (siehe Info-Kasten). Doch davon, so begründete Carsten Grawunder seine Unterstützung für diese Initiative, fühlten sich die Drensteinfurter nicht unbedingt repräsentiert. Stattdessen gebe es eine große Verbundenheit zum Altkreis Lüdinghausen, dem Teile der Stadt Drensteinfurt, des Kirchspiels Drensteinfurt und Walstedde bis 1974 angehörten.

Im Kreis Coesfeld ist seit fünf Jahren neben dem COE- ebenfalls das LH-Kennzeichen erlaubt – auch, wenn es vier Anläufe gebraucht habe, um Landrat und Kreistag zu überzeugen, wie Richard Borgmann erläuterte. Im Kreis Unna, zu dem die Stadt Selm gehört, sei dies weitaus problemloser vonstatten gegangen. „Bei unserem Landrat Michael Makiolla sind wir gleich auf Zustimmung gestoßen“, berichtete Mario Löhr, der findet, dass der Bürgerwunsch berücksichtigt werden solle und ein solches Projekt nicht an bürokratischen Hürden scheitern dürfe. Die Stadt Lüdinghausen habe im Nachhinein über die Uni Heidelberg eine Umfrage durchführen lassen. Das Ergebnis: 80 Prozent der Bürger finden es gut, zumindest die Wahl zu haben. „Insbesondere die jüngeren Menschen waren dafür“, erklärte Borgmann.

Über den Tellerrand schauen

Schon bei Einführung des BE-Kennzeichens habe es den Wunsch nach weiteren Wahlmöglichkeiten gegeben, blickte Grawunder zurück. Doch der Landrat habe dafür keine Notwendigkeit gesehen. „Eine Haltung, die für mich schwer nachvollziehbar ist. Denn es gibt ein ernsthaftes Interesse aus der Bürgerschaft.“ Borgmann richtete einen Appell in Richtung Landrat Gericke: „Politik hört nicht an der Kreisgrenze auf. Man muss auch über den Tellerrand schauen.“ Er verwies zudem auf die zusätzlichen Einnahmen für die Verwaltung, denn pro Umkennzeichnung würden rund 80 Euro fällig. Und in Lüdinghausen habe es davon einige gegeben.

Die drei Verwaltungschefs legten großen Wert auf die Feststellung, dass sie mit ihrer Initiative lediglich den Bürgerwillen umzusetzen versuchten, dass das Schreiben also weder Wahlkampfgetöse noch zum Füllen des Sommerlochs gedacht sei.

Stellungnahme des Landrats

Dass er dem Ansinnen der drei Bürgermeister nicht entsprechen wird, machte Landrat Dr. Olaf Gericke auf WN-Anfrage in einer Stellungnahme deutlich: „Seit der Einführung des BE-Kennzeichens im Jahr 2014 sehe ich keinen Bedarf für eine neue Debatte über ein weiteres Kfz-Kennzeichen im Kreisgebiet. Damals ging es um den Altkreis Beckum, dem immerhin sechs Kommunen unseres Kreises angehörten.“

Die Bürgermeister aus Drensteinfurt, Lüdinghausen und Selm nutzten das Sommerloch, um eine erledigte Debatte neu anzufachen. „Kreisverwaltung und Landrat des Kreises Warendorf werden dieses Ansinnen nicht unterstützen. Die Einführung eines Kfz-Kennzeichens, das man mit dem Kreis Coesfeld verbindet, macht im Kreis Warendorf keinen Sinn“, so Gericke.

Das BE-Kennzeichen

Die BE-Kennzeichen werden seit dem 22. April 2014 vom Kreis Warendorf herausgegeben. Wie viele Kennzeichen insgesamt seit dem Zeitpunkt der Einführung zugeteilt worden sind, kann die Kreisverwaltung nicht sagen. Deren System kann nur aktuelle Zahlen liefern, jedoch keine Zeiträume auswerten. Aber: „Zum Stichtag 30. Juni 2019 waren im Kreisgebiet insgesamt 43 549 Fahrzeuge mit BE-Kennzeichen zugelassen, davon 1494 Fahrzeuge in Drensteinfurt“, teilt die Pressestelle des Kreises auf WN-Anfrage mit. Viele Fahrzeughalter hätten das BE-Kennzeichen nicht nur bei Neuzulassungen gewählt, sondern auch Umkennzeichnungen vorgenommen – dies betreffe vor allem Halter aus dem Beckumer Raum.

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