Hochbetrieb in der „Minilon“-Küche
Kartoffelecken sind der „Renner“

Drensteinfurt -

Temperaturen weit jenseits der 30-Marke zum Trotz wird in der „Minilon“-Küche jeden Tag mit Hochdruck gearbeitet. Kein Wunder, gehen doch jeweils rund 500 Gerichte über die Ladentheke.

Mittwoch, 24.07.2019, 23:55 Uhr aktualisiert: 26.07.2019, 12:58 Uhr
Unter der Leitung von Mona Kolbow wird fleißig geschnibbelt – und das trotz tropischer Temperaturen. Pro Tag bereiten die „Minilon“-Köche nicht weniger als 500 Portionen zu.
Unter der Leitung von Mona Kolbow wird fleißig geschnibbelt – und das trotz tropischer Temperaturen. Pro Tag bereiten die „Minilon“-Köche nicht weniger als 500 Portionen zu. Foto: Dietmar Jeschke

Die Würstchen? Etwa Fingerbreit. Und die Paprikaschoten? Deutlich kleiner, schließlich sind sie für Gemüsemuffins bestimmt. Nur wenige Minuten, nachdem der „Minilon-Tag“ begonnen hat, wird in der Küche der Spielstadt bereits konzentriert gearbeitet. Kein Wunder, wird es doch nicht lange dauern, bis die ersten „hungrigen Mäuler“ im Restaurant nach den Tagesgerichten verlangen. Auf dem Speiseplan steht dort heute vor allem eines: Currywurst. Und die will zunächst einmal geschnibbelt und gebraten werden.

„Wer möchte heute spülen?“, fragt Mona Kolbow in die Runde. Bereits seit zehn Jahren ist sie die Küchenchefin in „Minilon“. Ihr zur Seite stehen die „Teamer“ Lilly Meyer und Julia Wältermann, die sich darum kümmern, das alles reibungslos läuft. Und dazu gehört natürlich auch das Reinigen von Töpfen, Pfannen, Messern und Co.

Während sich ein Trupp der knapp 20 Kinder starken Küchenbesatzung mit Schwamm und Spüli ans Werk macht, wird an den Tischen fleißig weiter geschnibbelt. Bis es auf einmal „Autsch“ heißt. Eines der scharfen Schälmesser hat sein Ziel leicht verfehlt und den Finger touchiert. Aber auch das ist in „Minilon“ kein wirkliches Problem, gibt es doch ein eigenes Krankenhaus, in dem Wehwehchen wie dieses schnell verarztet werden. Apropos: „Wer war noch nicht beim Gesundheits-Check?“, will Mona Kolbow wissen. Einige Finger schnellen nach oben. „Ok, ihr holt das heute nach.“ Denn: Die Routine-Untersuchung ist für alle „Minilon-Bewohner“ Pflicht.

Während Julia Wältermann und Lilly Meyer langsam die Kochplatten anheizen, werden am Tisch nebenan die Tageskarten für das Restaurant gestaltet. „Currywurst: 3 Lonis. Gemüsemuffins: 2 Lonis“, heißt es darauf. „Wir bereiten jeden Tag auch etwas Vegetarisches zu“, erzählt Mona Kolbow, während sie im Kühlschrank nach weiteren Zutaten sucht.

1000 Gerichte in zwei Tagen

Am Mittwoch haben sich dessen Fächer bereits ein wenig gelehrt. Kein Wunder, sind an den ersten beiden Spielstadttagen doch bereits rund 1000 Gerichte für die etwa 380 Kinder und knapp 100 „Teamer“ über den Tisch gegangenen. Besonders begehrt: Kartoffelecken mit Dip. „Die gingen im vergangenen Jahr gar nicht – und waren dieses Mal der Renner“, schmunzelt Kolbow, die alljährlich für die Zusammenstellung des Speiseplanes verantwortlich ist. Hauptzutat ist dabei übrigens Käse. Denn: „Irgendetwas mit Pizza geht immer“, so die Küchenchefin, die in diesem Jahr allein 60 Packungen mit unterschiedlichen Käsesorten organisiert hat. Wie übrigens auch alles andere, was für Blätterteigtaschen, Tomaten-Mozzarella-Spieße, Nudelbecher und Croissants benötigt wird. Bei 500 Gerichten pro Tag kommt da einiges zusammen. Genauer gesagt: ein kompletter Familien-Van voll mit Lebensmitteln, die Kolbow bereits am vergangenen Freitag angeliefert hat.

Noch ein kurzer Blick aufs Smartphone, auf dem sicherheitshalber noch einmal das Rezept des Tages gespeichert ist, dann sind die Muffins an der Reihe. Während die Formen parat liegen, wird der Gastronomiebackofen vorgeheizt. Letzterer wurde übrigens genauso wie Spüle, Töpfe und Co. eigens für „Minilon“ angeschafft.

So wenig Plastikmüll wie möglich

„Papier, Altglas oder Restmüll?“, schallt aus der Eingangstür. Die Spielstadt-Müllabfuhr hat mittlerweile gleichfalls mit ihrer Arbeit begonnen und macht sich – mit Kartons und Säcken bewaffnet – über die sauber sortierten Abfälle her. Plastikmüll beschränkt sich dabei übrigens auf das Unvermeidbare. Die zubereiteten Gerichte gehen mittlerweile ausschließlich in umweltfreundlichen und kompostierbaren Einwegschalen über die Ladentheke.

„Hat jemand Högi gesehen?“, fragt Mona Kolbow, nachdem sie einen Blick auf den tropfenden Abwasserbehälter unter dem Spültisch geworfen hat. Der ist mittlerweile randvoll und muss dringend gelehrt werden. Ein wenig Hilfe von Schulhausmeister Wolfgang Högemann könnte dabei nicht schaden.

Ordnung muss sein

Nach gut einer Stunde schließlich sind die ersten Tagesgerichte fertig. Nach zwei Stunden werden Herd und Ofen ausgestellt. Dann gilt es – wie im richtigen Restaurant-Alltag – „Klar Schiff“ für den nächsten Tag zu machen. Für den bleibt übrigens jeweils eines der Tagesgerichte im Kühlschrank stehen. „Aus Sicherheitsgründen“, erklärt Mona Kolbow. Falls nämlich einmal irgendeinem Kind schlecht sein sollte, könnte das Gesundheitsamt schnell klären, ob es möglicherweise am Essen lag oder nicht. „Das war aber noch nie der Fall“, betont die Küchenchefin, die auf Sauberkeit und Ordnung höchsten Wert legt. Ihre „Küchenkräfte“ stört das nicht. „Wir sind jedes Jahr gut ausgebucht. Und es sind nur wenige Kinder, die den Job wechseln und lieber etwas anderes machen möchten“, so Kolbow.

Am heutigen Donnerstag übrigens dürften sich die „Minilon“-Bewohner auf Pizzabrötchen sowie auf herzhafte Frühlingsrollen mit Soße freuen. Noch bis zum morgigen Freitag wird in der Küche gebacken, gerührt und gebrutzelt. Am Nachmittag endet die diesjährige Spielstadt dann wie gewohnt mit dem großen „Stadtfest“ zu dem auch Eltern und interessierte Besucher eingeladen sind.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6802160?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F127%2F
Umstrittenes Einkaufszentrum soll weitergebaut werden
Die Arbeiten am Hafencenter ruhen. Über Veränderungen am Projekt, die Grundpfeiler für einen neuen Bebauungsplan sind, wurde jetzt Einigung erzielt.
Nachrichten-Ticker