Drensteinfurt ächzt unter der Hitze
Frühschicht ist angesagt

Drensteinfurt -

Das Thermometer kratzte am Donnerstagmittag an der 40-Grad-Mark. Wer konnte, war da bereits im Erlbad. Andere jedoch mussten arbeiten – etwa auf dem Marktplatz, auf dem Wochenmarkt oder in der Stadtverwaltung.

Donnerstag, 25.07.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 26.07.2019, 12:58 Uhr
Drensteinfurt ächzt unter der Hitze: Frühschicht ist angesagt
Foto: Jeschke

Deutschland schwitzt – Drensteinfurt auch! Bis auf fast 40 Grad kletterte gestern das Thermometer. Viel trinken, wenig bewegen, die pralle Sonne meiden: Damit fuhr man auf jeden Fall am besten. Doch es gab auch Menschen, die am heißesten Tag der Woche fleißig waren . . .

Die Bauarbeiter der Firma Theilmeier schuften trotz Rekord-Temperaturen auf dem Marktplatz. Zum Glück liegt die Fläche, die derzeit gepflastert wird, größtenteils im Schatten der umliegenden Häuser. Die Männer haben gestern extra früh angefangen – und dürfen deshalb schon um 13 Uhr Feierabend machen.

Der Betrieb auf dem Wochenmarkt hält sich am späten Vormittag eher in Grenzen. Nur eine Handvoll Marktbeschicker ist nach Stewwert gekommen – obwohl sich im Vorfeld niemand beim städtischen Ordnungsamt abgemeldet hatte.

Die Stammkunden waren schon früh auf den Beinen, wie Sandra Roters , Verkäuferin bei Feinkost Kuhl, erzählt. Gegen 8.30 Uhr sei der Zuspruch am größten gewesen, danach sei es langsam ruhiger geworden – was aber auch an den Ferien liege. „Und alle beklagen sich über die Hitze“, berichtet Roters über das Gesprächsthema Nummer eins an diesem Donnerstag. Sie selbst hat es dabei gar nicht so schlecht getroffen. Die Klimaanlage läuft auf Hochtouren, schließlich müssen Fleisch und Käse besonders gut gekühlt werden. Zudem rotiert ein Ventilator. Hinter der Theke des Verkaufswagens lässt es sich also eigentlich ganz gut aushalten.

30 Grad im Bürgermeisterbüro

Geschwitzt wird aktuell auch in der Stadtverwaltung. „Morgens geht es noch – aber am Nachmittag ist es hier schon ,lecker‘ warm“, berichtet Bürgermeister Carsten Grawunder aus seinem Amtszimmer im ersten Stock des Verwaltungsneubaus. Wobei „neu“ relativ ist, ist der aus den 1980-er Jahren stammende Anbau energetisch mittlerweile doch ebenso wenig auf der Höhe der Zeit wie der Altbau aus den 1950-er Jahren. Und das macht sich halt nicht nur bei den Heizkosten im Winter, sondern auch bei der raschen Aufwärmung der Räume im Hochsommer bemerkbar. Vor allem im Büro des Bürgermeisters und in den Diensträumen des Fachbereiches eins. „Hier erreichen wir durchaus die 30-Grad-Marke. Da bleiben auch mal beim Bürgermeister das Sakko und die Krawatte im Schrank hängen“, schmunzelt Alessa Dohm, persönliche Referentin von Carsten Grawunder.

Kostenlose Getränke

Schon seit Beginn der Hitzewelle stellt die Verwaltung ihren Mitarbeitern kostenlos Getränke zur Verfügung. Außerdem wurden nach dem vermeintlichen „Rekordsommer 2018“ bereits zahlreiche Ventilatoren angeschafft, die nun quasi im Dauerbetrieb summen. Wer möchte, der kann ferner die noch relativ kühlen Morgenstunden nutzen, um früh am Nachmittag nach Hause zu gehen. „Das legen wir unseren Mitarbeitern auch nahe“, so Grawunder mit Blick auf die für Teile der Verwaltung geltende Gleitzeitregelung, die bereits Dienst ab sechs Uhr in der Früh möglich macht.

Respekt vor der Feuerwehr

„Großen Respekt habe ich vor den Einsatzkräften der Feuerwehr“, erklärt der Bürgermeister. Die nämlich müssen im Ernstfall auch bei extremer Hitze nach wie vor in voller Montur ausrücken – und das war in den vergangenen Tagen bekanntlich einige Male der Fall. Da in Zukunft wohl häufiger mit derartigen Hitzeperioden gerechnet werden müsse, will Carsten Grawunder im Zuge der Haushaltplanberatungen für das kommende Jahr die Anschaffung einer speziellen Sommerausrüstung für die Einsatzkräfte auf die Tagesordnung setzen.

Wasser für Bäume und Pflanzen

Dankbar ist die Stadt für die erneute „Wasserspende“ der Gelsenwasser AG. „Wir stellen unseren Partnerkommunen wieder jeweils 5000 Kubikmeter Wasser für die Bewässerung von Bäumen auf kommunalen Flächen zur Verfügung, wo das gewünscht ist“, teilen die Gelsenwasser-Vorstände Henning R. Deters und Dr. Dirk Waider mit. Engpässe in der Trinkwasserversorgung seien zudem nicht zu befürchten.

Hochbetrieb im Erlbad

Apropos Wasser: Im Erlbad herrscht derzeit natürlich Hochbetrieb. Wie Fachbereichsleiter Gregor Stiefel auf WN-Anfrage mitteilt, besuchten allein zwischen Montag und Mittwoch 6523 Badegäste das Drensteinfurter Freibad. Insgesamt haben bis Mittwoch 68 317 Besucher das Drehkreuz passiert. „Bleibt das Wetter so wie vorhergesagt, dürften am Wochenende wohl noch einmal 10 000 dazu kommen“, ist sich Stiefel sicher. Die Chancen, dass die „magische“ Marke von 100 000 Besuchern auch in diesem Jahr geknackt wird, stehen also mehr als gut.

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