Erinnerungen an die 1950-er Jahre
Mit fünf Mark auf die Kirmes

Drensteinfurt -

Vor 60 Jahren war noch vieles anders. Damals etwa gab es in der Stadt noch regelmäßig eine Kirmes. Peter Sacher erinnert sich gut daran.

Sonntag, 04.08.2019, 08:00 Uhr
Während viele junge Besucher die Fahrgeschäfte bestaunten, begutachtete Peter Sacher vor allem die Zugmaschinen. Einen „Kaelble K415 Z“ hat er nun nachgebaut. Da kleine Foto zeigt den damaligen Kirmesplatz an der Sendenhorster Straße im Jahr 1964, als dort mit dem Bau der Feuerwache begonnen wurde.
Während viele junge Besucher die Fahrgeschäfte bestaunten, begutachtete Peter Sacher vor allem die Zugmaschinen. Einen „Kaelble K415 Z“ hat er nun nachgebaut. Da kleine Foto zeigt den damaligen Kirmesplatz an der Sendenhorster Straße im Jahr 1964, als dort mit dem Bau der Feuerwache begonnen wurde. Foto: Peter Sacher

Der damalige Sandplatz an der heutigen Sendenhorster Straße war ein freier, direkt an der Werse gelegener unbefestigter sandiger Platz mit einzelnen Rasenflecken. 1964 nutzte die Stadt diese freie Fläche und begann mit dem Bau der damals neuen Feuerwache. Vor dieser Zeit wurde der Platz jedoch für verschiedene Veranstaltungen genutzt.

Im Jahr 1961 etwa feierte der Bürgerschützenverein mit dem Königspaar Alfred und Agnes Nollmann sein Fest im Zelt am Sandplatz. Kleine Wanderzirkusbetriebe zeigten dort ihre Vorstellungen. Besonders wichtig für Kinder und Jugendliche aber waren Ende der 1950-er Jahre jedoch die damals stattfindenden Jahrmärkte, die im Volksmund „Kirmes“ hießen. Sie wurden auf Plakaten und in der örtlichen Presse angekündigt.

Für uns Kinder begann eines der schönsten Wochenende des Jahres. Nichts wie aufs Fahrrad oder den Tretroller – und schon ging es zum Festplatz an der Sandstraße, wo bereits die ersten Zugmaschinen und Traktoren mit ihren Packwagen eingetroffen waren. Gespannt beobachteten wir das Rangieren der schweren Gespanne. Bis zum Dunkelwerden streiften wir über den Platz, um zu sehen, welche Fahrgeschäfte in diesem Jahr aufgebaut wurden. Die größten Attraktionen waren der Autoscooter (hieß damals Autoselbstfahrer) und die Raupenbahn (dort lief die beste Musik). Sie war besonders begehrt bei jungen Pärchen, denn während der Fahrt schloss sich ein Verdeck. Lautes Kreischen aus den verschlossenen Wagen ließen die am Rand stehenden Zuschauer einiges vermuten. Gut besucht war auch das Kettenkarussell. Schiffschaukel, Kinderkarussell, Schießbude, Losbude und ein „Hau den Lukas“-Stand ergänzten das Angebot für die Besucher. Am Samstag und Sonntag kam dann aus der größeren Nachbarstadt der Eisverkäufer mit seinem „Tempo“-Dreirad mit flachem Kastenaufbau, unter dessen silbernen Glockendeckeln vier Sorten Eis auf Käufer warteten. Viele Fahrräder, Mopeds und Motorräder säumten die Straßen. Mit fünf Mark für das ganze Wochenende wurden wir dann auf die Kirmes losgelassen.

Die eigentlich interessanten Dinge für mich standen aber hinter den Ständen und den Schaustellerwagen: Die Zugmaschinen und Traktoren. In Erinnerung an diese Episoden habe ich eine Kirmeszugmaschine mit Packwagen gebaut. Bei der Zugmaschine handelt es sich um eine „Kaelble K 415 Z“, Baujahr 1954.

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