Installation von Christa Heistermann
Die Idee „gurgelte“ erst nur im Kopf

Drensteinfurt -

Eine temporäre Installation ist zum Drensteinfurter Kultursommer auf dem Kirchplatz vor St. Regina zu sehen. Künstlerin Christa Heistermann hat sich darin mit dem Element Wasser auseinander gesetzt: mit dessen Reinheit, aber auch mit der Sorge um dessen zunehmende Verschmutzung.

Freitag, 16.08.2019, 08:00 Uhr
In ihre Skulptur „Stehendes Gewässer“ wird Christa Heistermann am Sonntag einführen.
In ihre Skulptur „Stehendes Gewässer“ wird Christa Heistermann am Sonntag einführen. Foto: Nicole Evering

In unterschiedlichen Blau- und Grüntönen schimmert das Wasser in den Glasflaschen. Je nach Lichteinfall und Standpunkt wirkt die Farbe auf den Betrachter immer anders: von sehr tief und dunkel am unteren Ende bis ganz klar und durchsichtig am oberen. Zwei Meter hoch ist die Skulptur, die Christa Heistermann zum diesjährigen Kultursommer beigesteuert hat. In die temporäre Installation auf dem St.-Regina-Kirchplatz wird die Künstlerin am Sonntag, 18. August, um 11.30 Uhr alle Interessierten einführen.

Die Reinheit des Trinkwassers, aber auch die Sorge um dessen zunehmende Verschmutzung haben die Vorsitzende des örtlichen Kunst- und Kulturvereins zu dieser Skulptur inspiriert. Ausschlaggebend sei vor einigen Jahren der Protest gegen die geplanten Erdgasbohrungen der Firma Exxon Mobil auf Drensteinfurter Stadtgebiet gewesen. „Seinerzeit waren wir mit einem Plakat unterwegs, das Trinkflaschen in Mengen visualisierte, um das Ausmaß der Gefahr des Frackings deutlich zu machen“, erinnert sich Heistermann. Die Idee, daraus eine Installation zu kreieren, habe schon länger in ihr „gegurgelt“. Bislang allerdings nur im Kopf. „Denn es steckt zu viel Zeit und Arbeit in einer solchen Skulptur, um sie dann bloß im eigenen Garten aufzustellen.“

Den Anstoß zur Umsetzung gab schließlich Luise Richard , die am Kirchplatz die Galerie „m8“ betreibt. Sie habe, berichtet Heistermann, sie schon vor längerer Zeit um eine Skulptur für den Außenbereich gebeten. Anlässlich des Drensteinfurter Kultursommers wurde das Projekt nun realisiert.

Fest im Boden verankert

Bereits zu Hause hat Christa Heistermann über Wochen hinweg ausprobiert, welches Mittel sich am besten zum Färben des Wassers eignet und welcher Kleber auf Plexiglas überhaupt hält. Am Dienstag hat der städtische Bauhof dann das Fundament gegossen, denn der Fuß der Skulptur ist in den Boden einbetoniert. „Eine Installation für den Außenbereich muss nicht nur wetterfest, sondern auch standsicher sein“, betont Heistermann. Kunst sei schließlich in jeglicher Hinsicht angreifbar. Am Mittwoch hat sie die Skulptur nun aufgestellt. Unterstützung kam dabei sowohl von ihrem Mann Wolfram Heistermann, der bereits tatkräftig an der technischen Umsetzung beteiligt gewesen ist, sowie von Freundin Christiana Diallo-Morick, die auch zweite Vorsitzende des Kunstvereins ist.

Näheres zum Entstehungsprozess und ihrer Intention wird die Künstlerin am kommenden Sonntag verraten. Die Einführung in die Installation „Stehendes Gewässer“ wird Luise Richard übernehmen. Anschließend sind alle Interessierten eingeladen, vor Ort – in der Nähe zu Brunnen- und Weihwasser – zu verweilen, sich vom Projekt inspirieren zu lassen und dem eigenen Gedankenfluss zu folgen.

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