Bauarbeiten am Hotel „Zur Post“
Schutt raus, neue Balken rein

Drensteinfurt -

Zwei Jahre lang herrschte mehr oder weniger Stillstand auf dieser Baustelle mitten in der Drensteinfurter Innenstadt. Aus dem ehemaligen Hotel „Zur Post“ gegenüber der Pfarrkirche St. Regina soll eine Tagespflege für Demenzkranke werden. Und endlich geht es dort weiter voran.

Mittwoch, 28.08.2019, 20:00 Uhr
Nach einem Jahr Stillstand herrscht seit ein paar Tagen wieder geschäftiges Treiben auf der Baustelle an der Ecke Mühlenstraße/Kurze Straße. Die Zimmerei Rieping muss viele morsche Balken ersetzen.
Nach einem Jahr Stillstand herrscht seit ein paar Tagen wieder geschäftiges Treiben auf der Baustelle an der Ecke Mühlenstraße/Kurze Straße. Die Zimmerei Rieping muss viele morsche Balken ersetzen. Foto: Nicole Evering

Mehr als zwei Jahre sind vergangen, seit die Marga-Kamphus-Stiftung das baufällige Gebäude des ehemaligen Hotels „Zur Post“ gegenüber der Pfarrkirche St. Regina gekauft hat. Etwa ein Jahr war bis zur Erteilung der Baugenehmigung verstrichen; ein weiteres, weil unvorhergesehene Statik-Probleme das Arbeiten unmöglich gemacht hatten. Sogar ein Betretungsverbot war ausgesprochen worden ( WN berichteten). Das ist mittlerweile aufgehoben. Nun geht es endlich voran. „Und niemand ist darüber glücklicher als wir“, sagt Dr. Birgit Salomon , die das Projekt gemeinsam mit Elke Willecke , der ersten Vorsitzenden der Stiftung, realisiert.

Die Statik ist neu berechnet, die Pläne sind vom Denkmalamt abgesegnet und vom Kreis Warendorf genehmigt worden. Auch einen Dortmunder Fachbetrieb für ökologisches Bauen und Restaurieren hatten sich Willecke und Salomon im Vorfeld dazu geholt. „Und der meinte: Jedes Gebäude sei es wert, wieder aufgebaut zu werden“, so Willecke.

Seit der vergangenen Woche sind die Bauarbeiter nun vor Ort. Das sei auch Architekt und Bauleiter Hermann Wulfekammer zu verdanken, betonen die beiden Frauen. Er habe viele örtliche Firmen ins Boot geholt – um diesem Projekt, das den Verantwortlichen schon viele schlaflose Nächte bereitet hat, zu einem glücklichen Abschluss zu verhelfen.

Vorstellungskraft ist nötig

Mit einem guten Jahr Bauzeit wird – falls nicht noch weitere böse Überraschungen auf die Verantwortlichen warten – kalkuliert. Und noch braucht der Betrachter viel Vorstellungskraft, um in den maroden Räumen eine Tagespflege für Menschen mit Demenz zu erkennen. Denn das Haus wird gerade komplett entkernt. Mehrere Container voller Schutt sind in den zurückliegenden Tagen bereits abtransportiert worden.

Die Rinkeroder Zimmerei Rieping, die sich mit historischem Fachwerk auskennt, ist aktuell dabei, die morschen Balken – in manchen war wortwörtlich der Wurm drin – zu entfernen und durch neue zu ersetzen. Derzeit kann man ungehindert vom Erdgeschoss bis in den Dachstuhl blicken. An der Vorderseite musste das Mauerwerk dafür teilweise entfernt werden. Fußgänger können vom Gehweg direkt in die Baustelle hineinschauen. „Das Gebäude wird im Moment mehr oder weniger nur durch die Innenwände zusammengehalten“, weiß Zimmermann Robert Hülsmann. Der aber im gleichen Atemzug betont: „Wir haben schon schlechtere Häuser wieder aufgebaut.“

Balsam für die Seelen

Solche Sätze dürften Balsam für die Seelen von Willecke und Salomon sein, hatten sie seit dem Kauf des Hauses doch mit vielen Problemen zu kämpfen: baulichen und leider auch menschlichen. Denn dass es über viele Monate nicht weiterging mit dem Projekt, das auch mit Spendengeldern finanziert wird, hat die Gerüchteküche in der Stadt brodeln lassen. „Wir haben viel Gegenwind bekommen“, sagt Elke Willecke. Sie und Birgit Salomon hoffen, dass durch den sichtbaren Fortschritt nun auch die negativen Stimmen langsam verstummen.

► Auch das zweite geplante Projekt, die Eröffnung eines Cafés in den Räumen der ehemaligen Bäckerei Becker am Marktplatz, verfolgt die Stiftung weiter.  

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