WDR-Big-Band in der Feuerwache
Satter Sound statt Martinshorn

Drensteinfurt -

Das Feuerwehrgerätehaus an der Adenauer-Straße verwandelte sich am Sonntagnachmittag kurzerhand in einen Konzertsaal. Im Rahmen des „Kultursommers“ empfingen Wehr und Stadt dort die WDR-Big-Band.

Montag, 02.09.2019, 21:55 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 14:32 Uhr
Dicht an dicht saßen und standen die Zuhörer in der Fahrzeughalle der Drensteinfurter Feuerwehr und genossen das Konzert.
Dicht an dicht saßen und standen die Zuhörer in der Fahrzeughalle der Drensteinfurter Feuerwehr und genossen das Konzert. Foto: Dierk Hartleb

Für ein exklusives Privatkonzert im Wohnzimmer wäre die WDR-Big-Band doch etwas überdimensioniert. Aber für die Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr erwies sie sich am Sonntagnachmittag als vorzüglich geeignet, wie Frank Kronshage lächelnd feststellte. Auf den stellvertretenden Wehrführer geht die Idee zurück, sich für eines der drei Konzerte der Big-Band zu bewerben, das WDR 4 seinen Hörern schenken wollte. Und groß war die Freude, als die hochkarätig besetzte Jury den Blauröcken aus Stewwert den Zuschlag erteilte.

Das 18-köpfige Ensemble war in voller Stärke aus Köln angereist, um in der großen Halle eine gute Stunde lang musikalisch Gas zu geben. Zuvor hatte Bürgmeister Carsten Grawunder die Musiker unter ihrem Dirigenten Ansgar Striepens und Manager Arnd Richter begrüßt. Das Konzert der Big-Band sei ein Höhepunkt im Programm des Drensteinfurter Kultursommers. Ausdrücklich bedankte sich Grawunder für die Organisation bei seinem Kulturamtsleiter Gregor Stiefel und dessen Team.

Danach legten die Bläser und die vierköpfige Rhythmusgruppe los und zeigten, warum die Band schon mehrfach mit Grammys ausgezeichnet worden ist. Unter dem Gastdirigat von Ansgar Striepens entwickelten die Musiker eine Spielfreude, die das aufmerksame Publikum vom ersten Akkord an in den Bann schlug. Zu den 200 Zuhörern in der Halle gesellten sich sicherlich noch einmal 300 bis 400, die vom Vorplatz mit oder ohne Blickkontakt auf die Bühne das Konzert verfolgten, darunter viele Kinder.

Ansgar Striepens, der sich als gebürtiger Werneraner, also Westfale, outete, verband seine Angaben mit Hintergrundinformationen zu den Stücken. Zu Letzteren zählte auch eine wunderschön ruhige Passage aus der Filmmusik „Das Boot“ von Klaus Doldinger, die die gedrückte Stimmung der Besatzung akustisch aufleben ließ. Bei der Zusammenstellung des Programms hatte der Dirigent, der als ausgezeichneter Posaunist nebenberuflich als Professor an der Folkwang-Universität der Künste in Essen tätig und designierter Leiter des Bundesjazzorchesters ist, auf Standards aus der Swing-Ära verzichtet, sondern stattdessen auf Bebop und modernere Formen des Jazz gesetzt.

Die groovigen, teils auch funkige Klänge verfehlten ihre Wirkung auf das Publikum nicht, das sich mitgenommen fühlte und mitnehmen ließ in die Klangfülle der Big-Band. Zugleich schaffte Ansgar Striepens immer wieder Freiräume für Solo-Auftritte seiner Musiker, unter denen sich mit Altsaxophonistin Carolina Strassmayer ein einziges weibliches Mitglied befand, das durch diverse Gastspiele mit dem Quartett „Klaro“ in Sendenhorst und Ahlen hierzulande bestens bekannt ist.

Wenn nicht alle Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr das Konzert unbeschwert genießen konnten, so war das zwei Einsätzen in der Nacht geschuldet, die sie auf Trab gehalten hatten: Nach dem Brand auf einem Geflügelbauernhof waren sie direkt zu einem Unfall auf der B 58 gerufen worden, bei dem mehrere Insassen schwer verletzt wurden und eine Person tödliche Verletzungen erlitten hatte (siehe unten stehenden Bericht).

Die Fahrzeuge der Feuerwehr, die bis auf zwei pittoresk draußen auf dem Vorplatz standen, gaben dem Konzert eine farbige Note. Dem lautstarken Wunsch nach einer Zugabe konnte sich die Band nicht verschließen. Die ungewöhnliche Location war auch für Ansgar Striepens ein Novum. „Hier vor einer solchen Kulisse aufzutreten, war auch für uns ein Erlebnis“, freute sich der Orchesterleiter, Komponist und Arrangeur.

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