Stadt will Entsorgung umstellen
Der Gelbe Sack soll verschwinden

Drensteinfurt -

Der Gelbe Sack soll verschwinden – und das allein schon aus Umweltschutzgründen, meint die Stadtverwaltung. Sie will ein Sonderkündigungsrecht nutzen, um die Entsorgung des Verpackungsmüll Anfang 2021 auf die Gelbe Tonne umzustellen.

Samstag, 07.09.2019, 13:00 Uhr
Die Vorteile der Tonne überwiegen – meint die Verwaltung. Und das nicht nur aus praktischer Sicht.
Die Vorteile der Tonne überwiegen – meint die Verwaltung. Und das nicht nur aus praktischer Sicht. Foto: Ann-Kathrin Schriever

Die Diskussion ist nicht neu, denn schließlich ist der immer mal wieder aufflammende Ärger über den Gelben Sack so alt wie die Einführung des Dualen System selbst. Schnell reißend, mitunter überall vergriffen und bei Sturm in jedem Vorgarten zu finden: Der Ruf nach einem Ersatz in Tonnenform könnte in Drensteinfurt alsbald Gehör finden. In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt am kommenden Montag wird die Verwaltung der Politik empfehlen, die Abfuhr der Gelben Säcke per Sonderkündigungsrecht zum 1. Januar 2021 einzustellen. Ab diesem Datum soll die Entsorgung der Leichtverpackungen über Gelbe Tonnen erfolgen.

„Klimarelevant ist einerseits, dass die Gelben Säcke als ,Wegwerfartikel‘ durch Gefäße mit mehrjähriger Nutzungsdauer ersetzten werden – Stichwort ,Plastikmüll‘“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. „Klimarelevant ist vor allem aber die Umstellung des 14-tägigen Abholrhythmus´ auf einen vierwöchentlichen Rhythmus. Dadurch werden Lkw-Fahrten in beträchtlichem Umfang eingespart.“

Für einen Haushalt mit bis zu sechs Personen, so die Stadt weiter, sollte die Abholung einmal im Monat ausreichen, fasst die Standardtonne mit einem Volumen von 240 Litern doch bis zu fünf Gelbe Säcke. Wem das nicht reicht, der könne auch eine 360 Liter fassende Tonne wählen. Da die Entsorgung der Verpackungen weiterhin Angelegenheit des Dualen System bleibt, bleibt die Abfuhr auch weiterhin kostenlos.

Eine andere Alternative als die Gelbe Tonne wäre die Einführung einer Wertstofftonne, in der auch „stoffgleiche Nichtverpackungen“ entsorgt werden können. Das heißt: Neben der Zahnpastatube könnte auch die ausgemusterte Zahnbürste und neben der Konservendose auch der kaputte Dosenöffner in der Tonne landen. Trotz dieses vermeintlichen Vorteils rät die Verwaltung jedoch derzeit noch von der Einführung der Wertstofftonne ab. Zum einen, weil sie mit Mehrkosten von bis zu 2,50 Euro pro Einwohner und Jahr verbunden sein würde. Zum anderen seien die diesbezüglichen Verhandlungen mit dem Dualen System laut Aussage der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises (AWG) derzeit noch „zu unsicher“.

Fazit: „Die Verwaltung erachtet eine Umstellung auf die Gelbe Tonne für sinnvoll. Zudem wird seitens der AWG und der Verwaltung ein vierwöchentlicher Abfuhrrhythmus empfohlen, da Erfahrungswerte anderer Kommunen gezeigten haben, dass bei 14-tägiger Abfuhr die Restabfallanteile in den Gelben Tonnen stark zunehmen“, schreibt die Stadtverwaltung weiter. „Hinzu kommt, dass viele Haushalte das Volumen der Gelben Tonne bei einer häufigeren Leerung vermutlich nicht ausschöpfen würden. Zudem sollte auch im Rahmen des Klimaschutzes angestrebt werden, Fahrten von Entsorgungsfahrzeugen zu reduzieren.“

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