Plattdeutsches Theaterstück
Ein Trecker und ein Totenkopf

Drensteinfurt -

Die Proben laufen auf Hochtouren. Kein Wunder, muss bis zur Premiere des plattdeutschen Theaterstücks des Heimatvereins am 3. November doch „alles sitzen“.

Freitag, 06.09.2019, 23:00 Uhr
Vor und hinter den Kulissen wird fleißig am ersten plattdeutschen Theaterstück seit mehr als zehn Jahren gearbeitet (vorne v.li.): Franz-Josef Naber, Paul Wickern, Maria Goßheger, Annette Peiler, Ingrid Peiler, Regina Harbaum, (oben v.li.) Günter Neuer und Udo Reher.
Vor und hinter den Kulissen wird fleißig am ersten plattdeutschen Theaterstück seit mehr als zehn Jahren gearbeitet (vorne v.li.): Franz-Josef Naber, Paul Wickern, Maria Goßheger, Annette Peiler, Ingrid Peiler, Regina Harbaum, (oben v.li.) Günter Neuer und Udo Reher. Foto: Nicole Evering

Ein Totenkopf wird eine Rolle spielen. Und ein roter Trecker, der im Traum auch gerne mal zum Überfahren störender Ehefrauen benutzt wird. Viel mehr will die plattdeutsche Theatergruppe noch nicht zum Inhalt von „Minen How un dinen How“ verraten. Höchstens noch das: „Es ist ein mörderisch-erotisches Stück“, sagt Annette Peiler .

2006 hat die Kolpingsfamilie zum letzten Mal ein plattdeutsches Theaterstück in Stewwert auf die Bühne gebracht. An die einst langjährige Tradition will der Heimatverein nun anknüpfen. Günter Neuer hat die Sache in die Hand genommen. Bei ihm als Regisseur laufen die Fäden zusammen.

Zunächst sei es gar nicht so einfach gewesen, genug Leute zusammenzubekommen, die zum einen Platt sprechen und die dies zum anderen auch noch auf einer Bühne tun würden, berichtet Neuer. Doch mittlerweile hat sich eine engagierte Truppe gefunden, die seit Mai fleißig mit dem Proben beschäftigt ist.

In „Minen How un dinen How“ sind dunkle Mächte am Werk: Josefine will mit Hilfe von Waltraud, die die Gabe haben soll, Leute totzubeten, Hugos Hof an sich reißen. Doch Hugo hat gemeinsam mit seinem Hausarzt Balduin ebenfalls einen Plan ausgeheckt, um an Josefines Hof zu kommen. „Ein klamottiges, trickreiches Verwirrspiel der heiteren Art, bei dem kein Auge trocken bleibt“, so kündigt der Verein das Theaterstück an.

Derzeit treffen sich die Darsteller zwei Mal die Woche. „Gerade gestern haben wir das Stück zum allerersten Mal komplett durchgespielt“, berichtet der Spielleiter von den Fortschritten, die sich nach und nach einstellen. Der erste Akt sitzt schon fast perfekt, das Textbuch muss nur noch selten zur Hilfe genommen werden. Dafür wird das Spiel immer mehr ausgeschmückt. „Jetzt kann ich schon mal voller Verzweiflung die Hände zum Himmel recken oder mir gegen die Stirn schlagen. Und auch, sich zu zweit auf eine Couch fallen zu lassen, ist gar nicht so einfach und muss geübt werden“, betont Annette Peiler lachend.

Die elf Frauen und Männer verstehen sich prima. „Wir mussten schon so manche Probe unterbrechen, weil wir selbst so sehr lachen mussten“, plaudert Udo Reher aus dem Nähkästchen. Aber sonst gehe es natürlich ernst und konzentriert zur Sache. Denn bis zur Premiere am 3. November sollen Text, Einsätze, Mimik und Gestik sitzen. Und sollte doch mal ein Hänger passieren, sorgen die Souffleusen Maria Goßheger und Regina Harbaum dafür, dass die Darsteller schnell wieder in die Spur finden.

Dass nicht nur bei den Beteiligten selbst, sondern auch in der Bevölkerung die Vorfreude groß ist, zeigt unter anderem die hohe Spendenbereitschaft. Säcke voller Kleidung, mit Holzschuhen und Hüten, sogar ein altes Schifferklavier hat Günter Neuer schon erhalten. Weitere Requisiten für die bäuerliche Stube wie zum Beispiel Schränke, Tische und Lampen hat er beim Verein „Horizonte“ in Ahlen besorgt.

Das Bühnenbild selbst stammt noch aus Kolping-Zeiten. Für einen frischen Anstrich wird Reinhard Bünnigmann sorgen. Die Haustür bekommt eine Fensterscheibe. Und auch der fehlende Vorhang ist mittlerweile in Arbeit. Hinter den Kulissen sind noch einmal fast zehn Personen im Einsatz, um dem Projekt zum Erfolg zu verhelfen.

180 Karten pro Vorstellung gehen ab dem 6. Oktober in den Vorverkauf, auch Plakate und Flyer sollen noch verteilt werden. Und wenn das Publikum beim Zuschauen dann ebenso viel Spaß haben sollte, wie die Darsteller schon bei den Proben, dann wird es in zwei Jahren eine Fortsetzung geben.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6904691?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F127%2F
Rosenmontagszug mit fröhlichen Holländern und strahlendem Prinz Karneval
Für Prinz Thorsten II. Brendel (2.v.r.) ist der schönste Moment der ganzen Session gekommen: Mit den Adjutanten Frank Hoffmann (v.l.), Andreas Koch und Christian Lange rollt er auf den Prinzipalmarkt zu.
Nachrichten-Ticker