Baugebiet Mondscheinweg
Grünes Licht für den Mondscheinweg

Drensteinfurt -

Die Planungen zum Baugebiet Mondscheinweg befinden sich auf der Zielgeraden. Am Montagabend fasste der Stadtentwicklungsausschuss den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan. Mit Blick auf die Klimaschutzdiskussion sollen aber noch zusätzliche Maßnahmen erarbeitet werden.

Dienstag, 10.09.2019, 23:57 Uhr aktualisiert: 11.09.2019, 00:00 Uhr
Mit der „westfälischen Maisidylle“ dürfte es am Mondscheinweg – oben ein Schnappschuss vom Wochenende – wohl schon bald vorbei sein. Am Montag segnete der Stadtentwicklungsausschuss den Bebauungsplan „Nr. 1.43“ ab.
Mit der „westfälischen Maisidylle“ dürfte es am Mondscheinweg – oben ein Schnappschuss vom Wochenende – wohl schon bald vorbei sein. Am Montag segnete der Stadtentwicklungsausschuss den Bebauungsplan „Nr. 1.43“ ab. Foto: Dietmar Jeschke

Nach einem mehrstündigen Beratungsmarathon befinden sich die Planungen zum künftigen Baugebiet Mondscheinweg auf der Zielgeraden. Mit großer Mehrheit fassten die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses am Montagabend den notwendigen Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan „Nr. 1.43“ und schafften damit die Voraussetzung für das Ausschreibungsverfahren zur Erschließung des Areals.

Vorausgegangen war eine teilweise hitzige Diskussion über die zuletzt nicht nur von den Grünen, sondern auch von der CDU geäußerten Wünsche in Sachen Klimaschutz. Wie berichtet, hatten beide Fraktionen kurz vor der politischen Sommerpause gefordert, die Pläne mit Blick auf das Konzept „100 Klimaschutzsiedlungen“ der Energieagentur NRW abzuändern.

„Ausgeschlossen“, entgegnete die Verwaltung ( WN berichteten). Denn dazu hätte die Energieagentur nicht nur von vornherein mit „im Boot“ sein müssen. Die Stadt müsste vielmehr auch Eigentümer der gesamten Baugebietsfläche sein, was sie allerdings mit Blick auf das kommunale Bodenmanagement, das Alteigentümern einen Anteil von einem Drittel garantiert, nicht ist.

Um den weltweit heiß diskutierten Klimaschutz dennoch nicht über Bord zu werfen, schlug die Verwaltung vor, in Ergänzung zur bisherigen Planung konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die zwar nicht unter dem Siegel der Energieagentur, aber sehr wohl vertragsrechtlich mit den künftigen Grundstückskäufern vereinbart werden könnten. Ohne, dass das über mehrere Jahre hinweg mühsam erarbeitete Gesamtpaket noch einmal aufgeschnürt werden müsste, betonte Ausschussvorsitzender Markus Wiewel (CDU). Das nämlich, ergänzte Bauamtsleiter Christoph Britten, würde zu einer weiteren, mindestens sechsmonatigen Verzögerung führen.

Die Grünen sahen dies jedoch anders. Wie Ausschussmitglied Reinhard Weißen erklärte, seien viele Fragen in Sachen Umweltschutz noch unbeantwortet – wie etwa die nach einem ökologisch sinnvollen Regenwasserabfluss. Grünen-Ratsmitglied Maria Tölle verwies zudem darauf, dass man im Stadtgebiet aktuell „fünf Baugebiete am Start“ habe und man bei einem Areal von der Größe des Mondscheinwegs schon „sehr genau hinschauen sollte“.

Die Forderung der Grünen nach weiterer Beratung ohne Zeitdruck samt einer neuerlichen Überarbeitung und damit notwendigen abermaligen Offenlegung des Bebauungsplanes stieß allerdings in den übrigen Fraktionen auf wenig Gegenliebe. Man könne sich schlichtweg keine weiteren Verzögerungen mehr leisten, erklärte CDU-Mitglied Georg Feldmann. SPD-Fraktionsvorsitzender Ingo Stude ergänzte dass es „keine gravierenden Gründe gibt, noch ein halbes Jahr zu warten und eine neue Schleife zu drehen“. Andreas Kurzhals (FDP) verwies zugleich darauf, dass es viele junge Familien gebe, „die in den Startlöchern stehen“. Ähnlich wie Ingo Stude warnte er zugleich davor, dass ein „Aufsatteln“ von zusätzlichen Umweltschutzmaßnahmen die Baukosten erheblich verteuern könnte.

„Die Planung ist gesetzt“, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Heinz Töns zum Abschluss der Debatte. Man müsse letztendlich nur noch überlegen, wie man künftigen Bauherren, die gezielte Maßnahmen zum Klimaschutz leisten, auch einen Bonus einräumen könne.

Am Ende folgte die Ausschussmehrheit dem Vorschlag der Verwaltung, das Essener Ingenieurbüro Gertec zu beauftragen, mögliche Klimaschutz-Maßnahmen zu entwickeln, die vertraglich mit den Bauherren umgesetzt werden könnten. Denkbar, erklärte Gertec-Prokurist Klaus Kottsieper während der Sitzung, seien etwa eine Nahwärmeversorgung für den vorgesehenen Mehrfamilienhausbau oder die verpflichtende Montage von Photovoltaikanlagen. Die Ergebnisse sollen bereits in der nächsten Sitzung des Fachausschusses im November vorgestellt und dann zügig in Vertragsform gegossen werden. Denn auch wenn die Planung weiterhin glatt läuft, so rechnet die Verwaltung damit, dass allein die Erschließung des rund 13 Hektar großen Areals im Westen der Stadt bis zu 18 Monate in Anspruch nehmen wird.

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