Bürgermeister Carsten Grawunder tritt wieder an
„Eine Amtszeit ist zu wenig“

Drensteinfurt -

Das Datum steht fest: Am 13. September 2020 findet die nächste Kommunalwahl statt. In einem Schreiben an die Fraktionen teilte Bürgermeister Carsten Grawunder nun mit, dass er zur Wiederwahl antritt. Gleichzeitig warb er um die Unterstützung aller im Rat vertretenen Parteien

Freitag, 27.09.2019, 23:00 Uhr aktualisiert: 28.09.2019, 14:24 Uhr
Der Moment des Triumphes: Nach einem denkwürdigen Wahlabend hatte Herausforderer Carsten Grawunder am 25. Mai 2014 das Rennen gegen Amtsinhaber Paul Berlage knapp gewonnen. Am 13. September 2020 will Grawunder zur Wiederwahl antreten.
Der Moment des Triumphes: Nach einem denkwürdigen Wahlabend hatte Herausforderer Carsten Grawunder am 25. Mai 2014 das Rennen gegen Amtsinhaber Paul Berlage knapp gewonnen. Am 13. September 2020 will Grawunder zur Wiederwahl antreten. Foto: Dietmar Jeschke

Auch, wenn die großen Werbetafeln und der „farbenfrohe Laternenschmuck“ noch in irgendwelchen Schuppen lagern: Der Kommunalwahlkampf hat bereits begonnen. Am 13. September kommenden Jahres werden auch die mittlerweile 16 000 Einwohner der Stadt Drensteinfurt aufgefordert sein, über die Zusammensetzung des Rates sowie nicht zuletzt über die Besetzung des Chefpostens im Rathaus zu entscheiden. Geht es nach Inhaber Carsten Grawunder , wird es, zumindest was letzteren betrifft, keine Überraschung geben. Denn: Der Bürgermeister tritt zur Wiederwahl wieder an.

Eine Überraschung? Nicht wirklich. Denn dass er noch längst nicht amtsmüde ist, hat Carsten Grawunder nie verheimlicht. Im Gegenteil: „Ich habe immer gesagt, dass mir eine Amtszeit viel zu wenig ist“, sagt der Bürgermeister. Auch deshalb, weil viele Projekte von der Idee bis zur Umsetzung halt einfach ihre Zeit brauchen. Und Grawunder sieht sich nicht nur als Ideengeber, sondern auch als „Umsetzer“, der dabei sein möchte, wenn lang ersehnte Projekte – wie etwa das seit vielen Jahren geplante Wohnheim für behinderte Menschen – irgendwann auch erfolgreich abgeschlossen werden.

Für SPD und Grüne vor fünf Jahren ins Rennen gegangen, setzt der immer noch parteilose Amtsinhaber heute übrigens auf die Unterstützung aller Ratsfraktionen. Entsprechend habe er am Wochenende auch alle Fraktionen angeschrieben, um seine erneute Kandidatur zu verkünden und um Unterstützung zu werben. „Ich glaube, wir haben in den vergangenen Jahren im Rat sehr gut zusammengearbeitet“, betont Grawunder, der sich zudem einen gewissen Amtsbonus ausrechnet. Denn: „Es würde sicherlich viel verloren gehen, wenn sich eine neue Person erst in alles hineinfuchsen müsste“, so der Bürgermeister, der es sich weiter zum Ziel gesetzt hat, die drängenden Themen der Zeit anzugehen. Aber: „Alles gleichzeitig, das kann selbst ich nicht.“

„Ich freue mich über die erneute Kandidatur von Carsten Grawunder“, reagierte der Fraktions- und Ortsvorsitzende der Drensteinfurter SPD, Ingo Stude , als erster Parteienvertreter zum offiziellen Wahlantritt des Amtsinhabers. Bei einem Treffen der SPD-Fraktion sei inzwischen besprochen worden, dass man seine erneute Kandidatur unterstützen werde. „Vor sechs Jahren wurde erstmals der von uns nominierte Kandidat zum Bürgermeister gewählt. Die in dieser Zeit begonnene Arbeit möchten wir gerne mit Carsten Grawunder fortsetzen,“ so Stude weiter.

Falls es mehr als zwei Kandidaten geben sollte, hofft die SPD auf eine Wiedereinführung der Stichwahl durch eine entsprechendes Urteil des NRW-Verfassungsgerichts. „Zunächst gilt unsere Energie aber noch dem verbleibenden Jahr dieser Wahlperiode,“ sagt Ingo Stude abschließend.

Gibt es von der SPD bereits ein klares Bekenntnis „pro Grawunder“, so halten sich die übrigen Fraktionen noch recht bedeckt. Allen voran die CDU , die offiziell bislang keinen eigenen Gegenkandidaten aufgeboten hat. Aber: „Es eröffnen sich durchaus schon Möglichkeiten und Alternativen“, erklärt Stadtverbandsvorsitzender Reinhard Pöhler. „Dass Carsten Grawunder wieder antreten wird, davon bin ich fest ausgegangen“, ergänzt CDU-Fraktionsvorsitzender Heinrich Töns. Ob nun tatsächlich noch ein eigener Kandidat ins Rennen geschickt wird oder man aber den bisherige Amtsinhaber unterstützt, soll erst in gut drei Wochen entschieden werden. Zuvor werden sich die Spitzen aus Stadtverband und Fraktion am 14. Oktober mit dem Stadtoberhaupt treffen, um einen möglichen Kurs für die kommende Wahlperiode abzustecken. „Wir haben schon einiges an Kritik“, machte Töns mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre klar. Aber: „Die Politik der CDU wurde auch in vielen Bereichen umgesetzt“, so Töns.

Noch in der Strategiephase befinden sich auch die Grünen, die sich gleichfalls erst in den kommenden Wochen klar festlegen wollen, wem sie ihr Vertrauen schenken, wie Sprecherin Heidi Pechmann im WN-Gespräch erklärte. Unbestätigten Meldungen nach könnten die Bündnis-Grünen dabei vielleicht noch für eine Überraschung sorgen – und zwar in Form eines eigenen Bürgermeisterkandidaten.

Noch kein definitives Votum gibt es ebenso von der FDP. Man wolle, erklärte Ratsmitglied Sonja Berstermann-Kowalke, zunächst die Ergebnisse der anstehenden Gespräche mit dem Verwaltungschef abwarten, bevor man sich entscheidet. Und man werde natürlich auch abwarten müssen, wie sich die übrigen Fraktionen in den kommenden Wochen mit Blick auf mögliche Alternativkandidaten äußern werden, so Kowalke.

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