Ulla Kunz ist ehrenamtlich aktiv
Mit dem Haus schon sehr lange vertraut

Drensteinfurt -

Ein Leben ohne Ehrenamt ist für Ulla Kunz kaum vorstellbar. 20 Jahre war sie Jugend-Obfrau beim SV Drensteinfurt, 16 Jahre im KFD-Team im Einsatz. Heute hängt ihr Herz besonders an den Maltesern. Sie engagiert sich für das „Café Malta“ sowie im Bewohnerbeirat des Malteserstifts St. Marien.

Dienstag, 01.10.2019, 06:00 Uhr
Das Malteserstift ist für Ulla Kunz beinahe ein zweites Zuhause. Dort verbringt sie viel Zeit, entweder bei ihrer Arbeit im Bewohnerbeirat oder bei den Veranstaltungen des „Café Malta“.
Das Malteserstift ist für Ulla Kunz beinahe ein zweites Zuhause. Dort verbringt sie viel Zeit, entweder bei ihrer Arbeit im Bewohnerbeirat oder bei den Veranstaltungen des „Café Malta“. Foto: Nicole Evering

Wenn das Essen mal nicht so lecker geschmeckt hat, die saubere Wäsche etwas zu lange auf sich warten ließ oder ein Bewohner mit einem Pfleger nicht ganz so gut kann, dann ist das ein Fall für den Beirat des Malteserstifts. Sechs gewählte Bewohner gehören ihm an – und Ulla Kunz als sachverständige Bürgerin.

Sie ist eine Art Schnittstelle zwischen den Bewohnern und der Hausleitung – vermittelt aber auch zwischen Mitarbeitern und Angehörigen. Dass Kunz bei Problemen oder Wünschen eigentlich immer ansprechbar ist, das hat sich im Haus mittlerweile herumgesprochen.

Ihre Mutter hat einst dort gelebt. Dadurch seien ihr nach einiger Zeit sowohl die Menschen vor Ort als auch die Abläufe bestens vertraut gewesen. Als ihre Mutter dann starb, habe man sie gebeten, sich weiterhin im Stift zu engagieren. Seit mehr als zehn Jahren ist die 69-Jährige nun schon dort aktiv.

Nöte und Anregungen

Im Bewohnerbeirat werden meistens die kleinen Nöte des Alltags besprochen, aber auch Anregungen gegeben. „Zum Beispiel hatten einige Männer den Wunsch, samstags die Fußball-Bundesliga zu schauen. Das haben wir dann weitergegeben, und die Hausleitung hat es möglich gemacht“, erzählt Kunz. Der Beirat wahrt die Interessen der Bewohner, muss aber auch über Preiserhöhungen oder sonstige Änderungen informiert werden und seine Zustimmung geben. Zudem plant er besondere Veranstaltungen wie einst eine Planwagenfahrt. Auch einen kleinen Urlaub auf einem Bauernhof bei Münster habe es mal gegeben, erinnert sich Kunz.

Mindestens ein Mal pro Woche ist sie im Malteserstift. Denn hinzu kommt ihr ehrenamtliches Engagement für das „Café Malta“, das mit seinem „Tag für mich“ ein monatliches Angebot im Stift vorhält. Während die demenzkranken Besucher dort betreut werden, haben ihre Angehörigen Zeit für eigene Erledigungen. Die Räume und das Essen – für die Teilnehmer wird der Tag vom Frühstück bis zum Kaffeetrinken mit einem bunten Programm unterhaltsam gestaltet – werden von den Maltesern gestellt. „Wir haben bis zu zehn Gäste und versuchen, eine Eins-zu-Eins-Betreuung zu gewährleisten“, so Kunz. Da sei sie am Abend manchmal schon „mental erschöpft“, denn die Betreuung Demenzkranker ist eine herausfordernde Aufgabe. Deshalb haben Ulla Kunz und die anderen Aktiven sich als Demenzbegleiter speziell schulen lassen.

Gute Laune

Mit den Besuchern werden Spaziergänge unternommen, bekannte Volkslieder gesungen, oder es kommen lustige Anekdoten auf den Tisch. „Das bringt allen unheimlich viel Spaß“, sagt die vierfache Mutter und siebenfache Oma. Sowieso seien die Helferinnen des „Café Malta“ im Haus immer gerne gesehen. „Wir verbreiten gute Laune und sind mit allen Mitarbeitern gut bekannt.“ Häufig kämen, wenn sich die Gruppe im Foyer niederlasse, Bewohner und Pfleger dazu. „Dann singen wir einfach alle gemeinsam.“

Ulla Kunz ist von Haus aus gerne aktiv. „Ich kann gar nicht ohne, ich muss mich sinnvoll beschäftigen.“ 20 Jahre war sie Jugend-Obfrau beim SV Drensteinfurt, 16 Jahre im KFD-Team im Einsatz. Heute hängt ihr Herz besonders am „Café Malta“, das auch noch eine monatliche Kaffeerunde – die wegen des großen Zuspruchs mittlerweile in der Malteser-Unterkunft stattfindet – und Kurse für pflegende Angehörige organisiert. Denn auch um die Familien der Demenzkranken kümmern sich die Malteser: Hinterbliebene werden zur Kaffeerunde eingeladen, die Helfer besuchen Beerdigungen und stellen Fotobücher als Erinnerung zusammen. „Es ist wichtig, hinterher niemanden alleine zu lassen.“

Viel Zeit investiert Ulla Kunz in dieses Ehrenamt, denn der Nachwuchs steht nicht unbedingt Schlange. „Viele von uns gehen auf die 70 zu. Aber die Jüngeren sind oft mit ihrem Beruf und der eigenen Familie beschäftigt“, bringt Ulla Kunz Verständnis auf. Wer sich dennoch vorstellen kann, sich im „Café Malta“ ehrenamtlich einzubringen, der kann sich jederzeit bei Ulla Kunz unter Tel. 0 25 08 / 83 88 melden.

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