Motorrad-Fachmann Werner Post
Mehr Freizeit statt Verpflichtung

Walstedde -

In seiner Werkstatt in der Walstedder Bauerschaft Herrenstein ist Werner Post auch als Rentner noch aktiv, sammelt und restauriert mit Leidenschaft alte Motorräder. Nun hat er entschieden, sich von einem Großteil seiner Maschinen, Ersatzteile und Werkzeuge zu trennen. Er will kürzertreten.

Donnerstag, 03.10.2019, 07:00 Uhr
Werner Post hortet auf seinem Hofgelände in der Bauerschaft Herrenstein Dutzende Motorräder: schon wieder fahrbereite und solche zum Basteln und Ausschlachten. Jetzt will er sich von den meisten Maschinen trennen.
Werner Post hortet auf seinem Hofgelände in der Bauerschaft Herrenstein Dutzende Motorräder: schon wieder fahrbereite und solche zum Basteln und Ausschlachten. Jetzt will er sich von den meisten Maschinen trennen. Foto: Nicole Evering

Für Tüftler und Liebhaber zweirädriger Maschinen sind die Werkstatt- und Lagerräume von Werner Post eine wahre Fundgrube. Bei dem, was sich dort im Laufe der vergangenen Jahrzehnte in den Schränken und Schubladen angesammelt hat – von Werkzeugen über Ersatzteile bis hin zu ausgebauten Motoren –, ist es erstaunlich, dass der 76-Jährige überhaupt noch einigermaßen den Überblick behält. Und genau deshalb soll sich jetzt etwas ändern.

Alte Motorräder sind Werner Posts Leidenschaft. Von dem Fachwissen, das er sich in seinem langen Berufsleben als Zweiradmechanikermeister angeeignet hat, profitieren auch heute noch viele Bekannte, die er oft bei Oldtimertreffen in der Region kennenlernt, aber auch Kfz-Werkstätten aus ganz NRW. „Wenn einer bei der Reparatur einer alten Maschine nicht weiter weiß, dann ruft er mich an“, sagt Post. Auf seinem großen Hofgelände in der Bauerschaft Herrenstein stehen Dutzende Motorräder. Solche, die noch darauf warten, wieder instand gesetzt zu werden. Andere, die durch Werner Posts Arbeit bereits in neuem Glanz erstrahlen. Und auch richtig historische Schätzchen – das älteste aus dem Jahr 1938.

Drei verschiedene Werkstatträume hat Post sich eingerichtet, zum Teil mit Werkzeugen und Maschinen der Marke Eigenbau. Denn: „Nicht alles, was in den Fachbüchern steht, stimmt auch“, weiß der gebürtige Walstedder, der einst eine eigene Firma betrieben und als Produktionsleiter in der Industrie gearbeitet hat, der als Gastdozent bei der Handwerkskammer tätig war und nebenbei auch noch Motor- und Autocross-Rennen gefahren ist. Alle seine gesammelten Erfahrungen lässt er einfließen, wenn er heute alten Motorrädern neuen Schwung verleiht. Und gibt es ein Ersatzteil nicht mehr, dann baut Werner Post es sich einfach selbst.

Fahrzeuge mit Motorschaden

Früher hat der Rentner oft Unfallfahrzeuge oder solche mit Motorschaden aufgekauft und wieder flott gemacht. Heute bekommt er vieles aus Nachlässen. Doch obwohl das Gelände reichlich Platz bietet, hat sich mittlerweile so viel angesammelt, dass Werner Post die Reißleine zieht. „Ich will auch noch etwas anderes machen. Wenn ich heute mal meine Ruhe haben will, dann muss ich schon wegfahren“, sagt Post – und wie zum Beweis klingelt das Telefon, nicht zum ersten Mal an diesem Vormittag.

Bei einem Hoftrödel, der vom 4. bis zum 20. Oktober täglich von 10 bis 19 Uhr bei ihm stattfindet, bietet Werner Post das Meiste aus seiner Sammlung zum Verkauf an: Motorräder, Mofas, Mokicks, Mopeds und Fahrräder, schon wieder fahrbereite und solche zum Basteln und Ausschlachten. Dazu Ersatzteile und Werkzeuge. Denn Post will kürzertreten, sich mehr Zeit für Freunde und Ausflüge nehmen. Ohne den Druck und die Verpflichtung, noch diese oder jene Maschine reparieren zu müssen. So ganz will er seine private Werkstatt zwar noch nicht aufgeben, aber das Arbeitsaufkommen soll sich deutlich reduzieren.

Lieber will er in Zukunft mehr Oldtimertreffen besuchen, vielleicht Lehrgänge für Liebhaber anbieten – und auch ein ganz neues Projekt angehen. Werner Post möchte ein Buch schreiben, über sein Leben, seine Erfahrungen und sein technisches Know-how – damit noch mehr Menschen von seinem besonderen Fachwissen profitieren können.

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