Motorsportfans absolvieren Fahrertraining mit Rallye-Legenden
Mit 15 000 PS nach Papenburg

Walstedde -

Lernen von den Profis: 35 Motorsportfans erlebten ein beeindruckendes Fahrertraining mit den beiden Rallye-Legenden Walter Röhrl und Christian Geistdörfer.

Donnerstag, 03.10.2019, 13:00 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 14:20 Uhr
Paul Schlüter (kl. Bild, Mitte) begrüßte am Flughafen FMO die Rallye-Legenden Walter Röhrl (re.) und Christian Geistdörfer. Danach ging es im Konvoi in Richtung Papenburg.
Paul Schlüter (kl. Bild, Mitte) begrüßte am Flughafen FMO die Rallye-Legenden Walter Röhrl (re.) und Christian Geistdörfer. Danach ging es im Konvoi in Richtung Papenburg. Foto: -sibe-

Für viele ist es ein langgehegter Traum: Einmal im Leben mit den beiden Rallye-Legenden Walter Röhrl und Christian Geistdörfer in einem Fahrzeug sitzen und über den Asphalt heizen. Für 70 Teilnehmer des Fahrertrainings, das von Paul Schlüter bereits zum fünften Mal organisiert worden war, wurde dieser Wunsch nun Wirklichkeit. Die Motorsportbegeisterten aus Sendenhorst, Walstedde, Ahlen, Herbern, Brandenburg, Linz, Oelde, Paderborn und Braunschweig erlebten zwei spannende Tage auf der Piste.

Zum Auftakt bot sich den Schaulustigen am Walstedder Prillbach ein imposantes Bild. Von Audi und Mercedes über Ferrari bis hin zu Porsche waren 35 „Träume auf vier Rädern“ vertreten, die gemeinsam rund 15 000 PS unter den Hauben haben. Im Konvoi machte sich die Gruppe dann auf den Weg nach Greven zum Flughafen Münster/Osnabrück, um dort das „Dreamteam des Rallyesports“ abzuholen.

„Leider hatte das Flugzeug wieder mal Verspätung – es ist immer das Gleiche“, erzählte Paul Schlüter mit einem Schmunzeln. Doch in der Zwischenzeit kam natürlich keine Langeweile auf. Stattdessen wurde gefachsimpelt oder am bayrischen Büfett geschlemmt. „Etwa 80 Prozent der Teilnehmer sind Wiederholungstäter. Wir kennen uns mittlerweile also auch schon ganz gut“, berichtete der Organisator lachend.

Nachdem Röhrl und Geistdörfer gelandet waren, bestand kurz die Gelegenheit für Fotos und Autogramme. Danach ging es für die ganze Truppe vor das Terminal, wo die 35 PS-starken Hingucker – fein in Reihe und Glied geparkt – auf die Rallyelegenden warteten. „Hier sind immer lauter nette Leute, die alle autoverrückt sind – so wie ich. Das ist ja heutzutage nicht mehr selbstverständlich“, freute sich Röhrl vor der Abfahrt über den herzlichen Empfang.

Im Konvoi ging es danach in Richtung Papenburg. Dort stand zunächst die Besichtigung der Meyer-Werft auf dem Programm. Am Abend wartete eine Talkrunde – moderiert von Heinz Sasse (ADAC) – auf die Teilnehmer. „Das war ganz, ganz toll. Walter und Christian haben aus ihrem Leben erzählt und unsere Fragen bereitwillig und gewohnt offen beantwortet“, erklärte Schlüter. Dabei hingen die Motorsportbegeisterten förmlich an den Lippen ihrer beiden Idole, als diese etwa von der legendären „Nacht von Arganil“ oder dem Rennen am „Pikes Peak“ im Jahr 1987 berichteten. „Die Erzählungen waren unheimlich spannend“, schwärmte Schlüter und ergänzte: „Walter und Christian sind einfach beide total bodenständig und menschlich geblieben.“

Am nächsten Tag hieß es dann „Autos am Limit“ auf der Teststrecke in Papenburg – und das bei strömendem Regen. Doch davon ließen sich die Teilnehmer nicht die de Stimmung vermiesen. „Heute lernen wir mehr, als wenn wir im Trockenen fahren würden“, erläuterte Röhrl. Danach wurde es Ernst: Aufgeteilt in drei Gruppen absolvierten die Motorsportbegeisterten drei verschiedene Stationen. So zeigte Instruktor Stefan Windgätter den Teilnehmern auf dem Nasshandling-Kurs, wie sie ihren Wagen auf nasser Fahrbahn am sichersten bewegen. Auf dem „kleinen Hockenheimring“ stand derweil die Ideallinie – demonstriert von Röhrl und Geistdörfer – im Mittelpunkt. Und beim Slalom-Parcours ging es in zwei Läufen um die nötige Geschicklichkeit und Schnelligkeit. Am Ende lieferte dabei Rudi Speich mit seinem Audi RS5 mit einer Minute und 24 Sekunden die schnellste Gesamtzeit ab. Auf Platz zwei folgte Alina Vierhaus mit ihrem Audi RS3, die nur eine Sekunde langsamer war. „Dafür legte sie mit 41 Sekunden die schnellste Tageszeit hin“, lobte Schlüter. Auf Rang drei landeten der Sendenhorster Uli von Dincklage mit seinem Nissan GTR Quadro und Volker Uhlig mit seinem Porsche Cayman mit jeweils einer Minute und 28 Sekunden. Der Walstedder David Schweda zeigte in seinem BMW 435 ebenfalls sein Können und reihte sich im vorderen Drittel ein. Dokumentiert wurde die ganze Session dabei von einem professionellen Filmteam aus Bayern.

„Es hat wieder alles wunderbar geklappt“, bilanzierte Paul Schlüter nach der Rückkehr am Montag zufrieden. „Das war wieder mal eine Faszination für alle“. Ein Teilnehmer habe das Fahrertraining sogar als das „Highlights seines Lebens“ bezeichnet. „Es ist echt schön, wenn man die Personen damit so glücklich machen kann“, bemerkte der Organisator, der schon wieder mitten in den Planungen für das nächste Fahrertraining im kommenden Jahr steckt. „Röhrl und Geistdörfer sind auch wieder mit dabei – vorausgesetzt, die Gesundheit spielt mit“, verrät der Walstedder. Interessierte Teilnehmer können also schon jetzt wieder damit anfangen, die Tage herunterzuzählen.

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