Ausstellung in der ehemalige Synagoge
Weiße Tonerde gibt Werken Charakter

Drensteinfurt -

„Begegnungen“ lautet der Titel der Ausstellung, die in der ehemaligen Synagoge eröffnet worden ist. Zu sehen sind Werke der Künstlerin Felicitas Lensing-Hebben. Mehr als zwei Jahre hat die Rheinländerin sich darauf vorbereitet.

Montag, 21.10.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 25.10.2019, 15:14 Uhr
Zwei Jahre hat sich Felicitas Lensing-Hebben auf die Ausstellung in der ehemaligen Synagoge vorbereitet. Foto: Reinhard Baldauf
Zwei Jahre hat sich Felicitas Lensing-Hebben auf die Ausstellung in der ehemaligen Synagoge vorbereitet. Foto: Reinhard Baldauf

Dichtes Gedränge herrschte am Sonntagvormittag in der ehemaligen Synagoge: Gemeinsam hatten die Stadt und der Kunst- und Kulturverein zur Eröffnung einer Ausstellung mit dem Titel „Begegnungen“ eingeladen.

Einer Ausstellung in einer Synagoge komme in dieser Zeit eine besondere Bedeutung zu, sagte Bürgermeister Carsten Grawunder zur Begrüßung und erinnerte an den Terroranschlag auf die jüdische Synagoge in Halle, wo nur ein gnädiges Schicksal die dort versammelte Gemeinde vor einem Massaker bewahrte. Gleichwohl seien zwei Menschen ermordet worden, so Grawunder.

Die Kunst von Felicitas Lensing-Hebben ist von solchen Ereignissen unberührt. Die Objekte der Rheinländerin strahlen eine innere Ruhe aus, die dem Raum angemessen ist. Im Zwiegespräch mit der Vereinsvorsitzenden Christa Heistermann gewährte die Keramikerin Einblicke in ihre Denk- und Kunstwerkstatt.

Erster Beruf: Apothekerin

In ihrem ersten Leben sei sie Apothekerin gewesen, berichtete die Künstlerin. Erst im Alter von 36 Jahren habe sie sich zum Studium an der FH Niederrhein in Krefeld entschlossen, wo sie Keramik-Design bei Prof. Dieter Crumbiegel, einem Schüler von Fritz Winter und Marie-Louise von Rogister, studierte.

Ihr Material ist weiße Tonerde und zwar Kaolin aus Limoges. Dieser weiße Werkstoff verleiht ihren Plastiken einen spirituellen Charakter. „Ich liebe Material. Ich liebe Tonerde“, bekannte die Keramikern im weiteren Verlauf des Gesprächs mit der Vorsitzenden des Kunst- und Kulturvereins.

Die Beschäftigung mit dem jüdischen Glauben war der Keramikerin nicht in die Wiege gelegt, denn sie stammt aus einer tief religiösen katholischen Familie. Zwei Jahre nahm sich Lensing-Hebben nach einem Besuch der ehemaligen Synagoge Zeit, sich auf diese Ausstellung vorzubereiten.

Objekt „Schamanin“

Raumbeherrschendes Objekt ist eine plastische Arbeit, die aus zahlreichen, Zigarrenkisten großen Quadern, die innen hohl sind, besteht und den Titel „Schamanin“ trägt. Dazu gruppieren sich kleinere Objekte wie eine Schale oder eine Art Hausobjekt und zwei Papierarbeiten. Die Ausstellung komplettieren malerische Arbeiten in alter Freskotechnik. Das Thema „Haus“ spielt in der Ikonographie der Künstlerin eine wichtige Rolle, genauso wie die Zahl sieben, der in allen drei Buchreligionen für Juden, Christen und Muslime eine besondere Bedeutung zukommt. Damit beschäftigte sich abschließend Christa Heistermann in einer kulturhistorischen Betrachtung.

► Die Ausstellung ist bis zum 3. November in der ehemaligen Synagoge zu sehen, und zwar freitags und samstags von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr.

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