Von Drensteinfurt bis nach Haltern
Kein Bedarf für neuen Schnellbus ?

Drensteinfurt -

Die Bürgermeister von Lüdinghausen, Ascheberg und Haltern am See wollen eine neue Schnellbuslinie für das südliche Münsterland auf den Weg bringen. Die soll in Drensteinfurt starten. Die hiesige Stadtverwaltung hat zu diesen Plänen indes keine Einschätzung abgegeben.

Mittwoch, 23.10.2019, 06:00 Uhr
Die Bürgermeister Dr. Bert Risthaus (Ascheberg, v.li.), Richard Borgmann (Lüdinghausen) und Bodo Klimpel (Haltern am See) setzen sich für eine Schnellbuslinie für das südliche Münsterland ein. Ihre Idee stellten sie im September bei einem gemeinsamen Pressetermin in Lüdinghausen vor. Die Drensteinfurter Stadtverwaltung hat sich in dieser Sache indes nicht offiziell positioniert.
Die Bürgermeister Dr. Bert Risthaus (Ascheberg, v.li.), Richard Borgmann (Lüdinghausen) und Bodo Klimpel (Haltern am See) setzen sich für eine Schnellbuslinie für das südliche Münsterland ein. Ihre Idee stellten sie im September bei einem gemeinsamen Pressetermin in Lüdinghausen vor. Die Drensteinfurter Stadtverwaltung hat sich in dieser Sache indes nicht offiziell positioniert. Foto: Heidrun Riese

Per Bus in einem Rutsch über die B 58 von Drensteinfurt über Ascheberg und Lüdinghausen bis nach Haltern am See: Diesen gemeinsamen Wunsch haben die Kreise Coesfeld und Recklinghausen und deshalb den Bedarf einer Schnellbuslinie auf der sogenannten Ost-West-Achse in den Fortschreibungen ihrer Nahverkehrspläne (NVP) verankert. Anders der Kreis Warendorf, der sich im April gegen die Aufnahme dieser Idee entschieden hat.

Und warum? „Wir arbeiten bei der Fortschreibung unseres Nahverkehrsplans mit zwei Gutachterbüros zusammen, die den Bedarf für diese Linie nicht als gegeben ansehen“, erklärt Kerstin Butz , Pressesprecherin des Kreises Warendorf, auf WN-Anfrage. Da es jedoch einen Prüfauftrag hinsichtlich einer solchen Busverbindung seitens des Kreises Coesfeld gebe, sei man dennoch involviert. „Und wir haben immer Gesprächsbereitschaft signalisiert“, so Butz. Nachdem der NVP-Entwurf vor rund einem halben Jahr vom Kreistag beschlossen worden war, habe es keine fachliche Entscheidung dazu mehr gegeben.

Mit Verwunderung habe man im Warendorfer Kreishaus deshalb eine aktuelle Presseerklärung des Lüdinghauser Bürgermeisters Richard Borgmann zur Kenntnis genommen. Die durchgängige Verbindung sei gewünscht, heißt es da. Der Kreis Warendorf habe sich nun dagegen ausgesprochen. „Hierfür haben wir keinerlei Verständnis“, so Borgmann. „Wie kann man so eine großartige Chance nicht ergreifen?“ Es müsse eine Herzensangelegenheit der Kreise und Kommunen sein, so viele Menschen wie möglich dazu zu bewegen, auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Dies lasse sich aber nur mit einem attraktiven Angebot realisieren. Borgmann hofft, dass sich der Kreis Warendorf seine Entscheidung noch überlege und dem Wunsch der Bürger nach einer besseren Erreichbarkeit der Kommunen untereinander nachkomme.

Keine Stellungnahme abgegeben

Ein solcher „Wunsch“ ist indes bis ins Warendorfer Kreishaus nicht durchgedrungen. Weder durch eine individuelle Kontaktaufnahme seitens der Bürger noch durch die Behörden: Denn die Stadt Drensteinfurt hat keine Stellungnahme zur NVP-Fortschreibung abgegeben. Das geht aus den öffentlichen Sitzungsunterlagen des Kreistags hervor. Warum die Verwaltung keine Einschätzung abgegeben hat, diese Frage bleibt (zunächst) unbeantwortet: Bürgermeister Carsten Grawunder ist derzeit nicht im Haus, und auch sonst konnte sich auf WN-Anfrage niemand dort dazu äußern.

Ohne eine Bewertung aus Drensteinfurt aber sah der Kreis Warendorf scheinbar kein Potenzial in dieser Schnellbuslinie. „Der ÖPNV sollte immer bedarfsorientiert konzipiert werden“, betont Kerstin Butz, die jedoch darauf verweist, dass der NVP zwar für sieben bis zehn Jahre fortgeschrieben werde, aber kein starres Konstrukt sei. Anpassungen seien auch zwischendurch möglich.

TaxiBus 54

Schon jetzt werden die Kommunen Drensteinfurt, Ascheberg und Lüdinghausen über den TaxiBus 54 bedient. Diese Verbindung soll aber, auch das geht aus den Sitzungsunterlagen des Kreistags hervor, nun auf Antrag des Kreises Coesfeld überprüft werden, da dieser eine höhere Nutzungshäufigkeit zugrunde legt. Er will die Linie nicht wie bisher als „Ergänzungsverbindung“, sondern stattdessen als „Grundverbindung“ einstufen lassen, was zusätzliche Fahrten zur Folge hätte.

Laut Martin Terwey, als Amtsleiter beim Kreis Warendorf für den ÖPNV zuständig, sollen dazu Anfang 2020 Gespräche geführt werden. „Dann werden wir auch Herrn Borgmanns Wunsch thematisieren.“ An die Gespräche gehe man völlig ergebnisoffen. Seien die Argumente schlüssig und gebe es eben doch Potenzial für eine Verbindung auf der Ost-West-Achse, dann sei der Entwurf des Nahverkehrsplans keinesfalls in Stein gemeißelt, so Terwey.

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