Historische Villa am Marktplatz
Frische Farbe für die Fassade

Drensteinfurt -

2018 ist vom Stadtrat das Hof- und Fassadenprogramm für Drensteinfurt beschlossen worden. Mit diesen Mitteln sollen Eigentümer dabei unterstützt werden, ihre Häuser in der Innenstadt aufzuwerten. Familie Oeding hat davon nun Gebrauch gemacht – und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Freitag, 25.10.2019, 10:00 Uhr
Elisabeth und Joachim Oeding sowie Therese Harbaum (Mi.) bewohnen das Haus am Markt, dessen Fassade gerade neu gestaltet worden ist.
Elisabeth und Joachim Oeding sowie Therese Harbaum (Mi.) bewohnen das Haus am Markt, dessen Fassade gerade neu gestaltet worden ist. Foto: Nicole Evering

Es steht leicht zurückgesetzt, fast ein wenig versteckt zwischen der Kita St. Regina und der ehemaligen Bäckerei Becker. Man muss schon um die Ecke schauen, um das Haus mit der Adresse „Markt 4“ überhaupt zu entdecken. Doch ein Blick lohnt sich, hat das Gebäude zum einen eine lange Geschichte und ist zum anderen ein echter Hingucker. Denn im September wurde die Fassade komplett neu gestaltet.

„Den Plan hatten wir bereits vor etwa drei Jahren gefasst. Dann wollten wir aber zunächst die Umgestaltung des Marktplatzes abwarten“, berichtet Elisabeth Oeding, die gemeinsam mit ihrem Mann Joachim seit Anfang der 1980-er Jahre die oberen Etagen bewohnt. Das Haus ist aber schon deutlich länger in Familienbesitz. 1902 hat Oedings Großvater Wilhelm Klapdor das Gebäude erworben. Der erste noch vorhandene Kaufvertrag datiert aus dem Jahr 1800. Wie alt das Gebäude tatsächlich ist, das wissen weder die Oedings noch Therese Harbaum.

Elisabeth Oedings Mutter, eines der insgesamt acht Kinder von Wilhelm Klapdor, lebt im Erdgeschoss des historischen Hauses, dessen Wohnfläche nach einigen Umbauten heute etwa 300 Quadratmeter umfasst. Schon die Diele hat – allein durch die 4,20 Meter hohen Decken – beeindruckende Ausmaße. „Darin stand früher die Kutsche“, erinnert sich die 91-Jährige an Erzählungen ihres Vaters. Auch die eine oder andere Fete hat dort bereits stattgefunden, berichtet das Ehepaar Oeding. Es sei immer ein Wohnhaus gewesen, ergänzt Therese Harbaum, die gemeinsam mit ihrem Mann Alfred dort am Markt drei Töchter großgezogen hat.

Vorteil der kurzen Wege

Sie habe immer gerne mitten in der Stadt gelebt, sagt sie. Den Vorteil der kurzen Wege wissen auch Elisabeth und Joachim Oeding zu schätzen. Die vielen Feste direkt vor ihrer Haustür stören sie überhaupt nicht. Anders als die diversen Bauarbeiten, die sie in den vergangenen Jahren um sich herum hinnehmen mussten. Vor allem die Marktplatzsanierung hat die Familie über viele Monate beeinträchtigt. „Jetzt ist es auch mal gut gewesen“, freut sich Joachim Oeding darauf, dass die Maßnahme zum Ende der kommenden Woche endlich abgeschlossen sein und der Marktplatz wieder freigegeben werden soll.

Darauf hatten die Oedings auch die Neugestaltung der Fassade abgestimmt. Als das Gröbste vorbei und der Bereich vor der benachbarten Kita fertig gepflastert war, rückte der Malerbetrieb Witte aus Warendorf an, um dem Haus einen neuen Anstrich zu verpassen. Unterstützung bei der Finanzierung gab es vom Citymanagement. Es half der Familie dabei, Fördermittel aus dem Hof- und Fassadenprogramm zu erhalten.

Darin stand früher die Kutsche.

Therese Harbaum über die geräumige Diele des Hauses

Mehrfach ist die Außenansicht neu gestaltet worden, unter anderem 1906 – diese Zahl ist auch außen am Giebel verewigt. Aus den Jahren 1977 und 1992 existieren noch Fotos. Und auch sonst haben die Familien Harbaum und Oeding immer wieder Arbeit und Geld investiert, um das historische Schmuckstück zu erhalten. Insbesondere Alfred Harbaum, der handwerklich sehr geschickt gewesen sei, habe viel selbst gemacht, weiß seine Tochter: Wände seien durchbrochen und ein Kamin gemauert worden. Und auch der Fassade war Harbaum einst mit Pinsel und Farbe zu Leibe gerückt.

Das Hof- und Fassadenprogramm

Am 12. März 2018 hat der Rat als Bestandteil des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Innenstadt (ISEK) die Richtlinie zum „Hof- und Fassadenprogramm“ beschlossen. Das Projekt dient der Aufwertung privater Gebäude und Freiflächen zur Attraktivitätssteigerung und zur dauerhaften Verbesserung der Wohn-, Arbeits- und Freizeitverhältnisse in der Innenstadt. Gefördert werden beispielsweise Maßnahmen wie die Verbesserung von öffentlich sichtbaren Gebäudeaußenfassaden, die Erneuerung von öffentlich sichtbaren Dachflächen, die Herrichtung und Gestaltung von Hofflächen und die Entsiegelung befestigter Flächen zur Schaffung von öffentlichen Grün- und Gartenflächen. Der Zuschuss beträgt maximal 50 Prozent der förderfähigen Kosten, der Höchstbetrag ist auf 40 000 Euro begrenzt. Anträge sind schriftlich an den Bürgermeister zu stellen. Das Programm läuft noch bis zum 31. Dezember 2021. Die komplette Richtlinie inklusive aller Voraussetzungen steht auf der Homepage der Stadt als Download zur Verfügung. 

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