Teamschüler bauen Meisenkästen
Nisthilfen für den Raupenfeind

Drensteinfurt -

Die Zahl der heimischen Vögel geht seit Jahren drastisch zurück. Im Rahmen einer landesweiten Initiative des Tischlerhandwerks machten sich die Schüler der Teamschule daher nun mit Hilfe des Rinkeroder Betriebs Bose ans Werk, um Nisthilfen für Blaumeisen zu bauen.

Dienstag, 29.10.2019, 23:00 Uhr
Die Schüler des Technikkurses von Karl Kampelmann (oben, 2. v. re.) freuten sich über den Besuch von Tischler Steffen Rips (re.) und Heike Bose (kl. Bild oben re.) vom gleichnamigen Rinkeroder Betrieb.
Die Schüler des Technikkurses von Karl Kampelmann (oben, 2. v. re.) freuten sich über den Besuch von Tischler Steffen Rips (re.) und Heike Bose (kl. Bild oben re.) vom gleichnamigen Rinkeroder Betrieb. Foto: Dietmar Jeschke

Sie sind nicht nur eine beliebte „Kinderstube“ für Sperling, Kleiber oder Schnäpper. Auch die Blaumeise zieht im Frühjahr gerne in ein fachmännisch gebautes „Eigenheim“, um ihre Jungen aufzuziehen. Von denen aber gibt es – wie bei fast allen übrigen Singvogelarten auch – immer weniger. Und dass, obwohl gerade der Blaumeise seit einiger Zeit eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Sie nämlich, erklärte einer der Sechstklässler des Technikkurses von Karl Kampelmann , jagt die berüchtigten Raupen des Eichenprozessionsspinners, dessen Auswirkungen auch die Bürger der Stadt Drensteinfurt im Sommer an vielen Stellen hautnah zu spüren bekommen haben. Höchste Zeit also, um etwas für den natürlichen Fressfeind dieser Raupe zu tun.

Das taten die Teamschüler am Dienstag gemeinsam mit Tischler Steffen Rips im gut ausgerüsteten Technikraum der Schule. „Der Bau von Nistkästen eignet sich hervorragend, um Kinder und Jugendliche mit unserer heimischen Tierwelt und ihren Gefährdungen vertraut zu machen“, erklärte Heike Bose vom gleichnamigen Rinkeroder Tischlereibetrieb. Daher habe das Tischlerhandwerk in NRW die Aktion „Der frühe Vogel“ ins Leben gerufen, bei der Tischler im gesamten Bundesland mit Schülern fast aller Schulformen Meisenheime, Spatzenhäuser, Nistkästen für Höhlenbrüter oder Halbhöhlen für Singvögel bauen. „Im Idealfall werden die fertigen Nistkästen dann dort aufgehängt, wo sie die Schüler regelmäßig sehen können. Wir helfen ihnen, geeignete Orte zu finden“, sagte Heike Bose.

Bevor es aber soweit ist, galt es zunächst, die bereits im 16 Mitarbeiter und vier Auszubildende zählenden Fachbetrieb vorbereiteten Einzelteile fachmännisch zu montieren. Nur acht Teile, so Geselle Rips, braucht es, um ein perfektes „Meisen-Muster-Haus“ zu bauen. Dass die Größe des Einflugloches dabei mit Blick auf die künftigen Bewohner eine besondere Bedeutung hat, brauchte der Fachmann den Schülern allerdings nicht mehr zu erklären.

„Die Kinder und Jugendlichen haben die Chance, unter professioneller Anleitung mit Profiwerkzeug zu arbeiten und zu erleben, was für ein gutes Gefühl es ist, einen Nistkasten selbst mit den eigenen Händen hergestellt zu haben“, ist Heike Bose überzeugt. Und ganz nebenbei leiste die Aktion auch noch einen wichtigen Beitrag zur beruflichen Orientierung.

Neben den Sechst- werden bald auch die Siebtklässler zu Hammer und Nägeln greifen. Im Rahmen einer landesweiten Initiative bekommen sie von den Freckenhorster Werkstätten 50 Nistkastenbausätze, die nach ihrer Fertigstellung im Stadtgebiet angebracht werden sollen.

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