Grusel-Lesung mit Christoph Tiemann
Pralinenbox voller Scheußlichkeiten

Walstedde -

Mord und Wahnsinn, Angst und Schrecken: Im Pfarrheim St. Lambertus ging‘s am Donnerstagabend schaurig zu. Schuld war Christoph Tiemann. Der Schauspieler und Moderator war auf Einladung des Bücherei-Teams zur „Grusel-Lesung“ ins Dorf gekommen. Das Publikum freute es.

Freitag, 08.11.2019, 22:34 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 23:00 Uhr
Schauspieler, Kabarettist, Autor und Moderator Christoph Tiemann verbreitete bei seiner Lesung im Pfarrheim Angst und Schrecken.
Schauspieler, Kabarettist, Autor und Moderator Christoph Tiemann verbreitete bei seiner Lesung im Pfarrheim Angst und Schrecken. Foto: Simon Beckmann

Leise pulsiert ein Herzschlag. Erst langsam, dann immer schneller und schneller, bis aus dem zaghaften Klopfen ein wummerndes Pochen wird. Die lauten, schrillen Schreie eines Wahnsinnigen zerschneiden die Luft. Er, der eigentlich alles perfekt ausgetüftelt und mehrfach geprobt hatte, er kann nicht mehr. Das Nervenkostüm flattert. Die bitterböse Souveränität wird zur puren Verzweiflung. Und das zuvor begangene Verbrechen – es ist gestanden.

All das passierte zwar nicht wirklich, doch die von Edgar Allan Poe geschriebene Geschichte mit dem Titel „Das verräterische Herz“ schien sich – zumindest für eine kurze Zeit – vor Augen und Ohren des Publikums im Walstedder Pfarrheim abzuspielen. Dort war am Donnerstagabend der Schauspieler, Kabarettist, Autor und Moderator Christoph Tiemann vom „Theater ex libris“ aus Münster zu Gast. Und der sorgte gemeinsam mit Jakob Reinhard am Klavier dafür, dass dem – vornehmlich weiblichen – Publikum gleich mehrfach kalte Schauer über den Rücken liefen. Der Name der Grusel-Lesung „Bis das Blut gefriert“ war Programm.

Für die passende Atmosphäre hatte zuvor das örtliche Bücherei-Team um Leiterin Hiltrud Muschik gesorgt. Das Pfarrheim war nicht wiederzuerkennen: Alle Fenster waren mit roten Tüchern verdunkelt, Kerzenschein brachte schummriges Licht in den dunklen Raum, und liebevoll gestaltete Dekoration – haarige Krabbeltiere klebten in ihren Spinnennetzen an den Wänden, ein Skelett hing von der Decke – verwandelte den Veranstaltungsort in eine „Kammer des Schreckens“.

Verweis auf die Notausgänge

„Tiemann testet heute kein Restaurant, sondern unsere Nerven“, begrüßte Muschik zu Beginn alle Anwesenden. Danach verwies die Leiterin der Bücherei augenzwinkernd auf die Notausgänge, falls es dem einen oder anderen im Verlauf des Abends zu gruselig werden sollte.

Im Anschluss waren dann Reinhard und Tiemann an der Reihe. „Wir servieren Ihnen heute eine Pralinenbox mit vielen kleinen Scheußlichkeiten“, erklärte Letzterer dem Publikum.

Gefüllt war diese Box reichhaltig mit vielen kleinen Leckerbissen zum Schaudern – zubereitet und formvollendet serviert von Christoph Tiemann, der mal einen verrückten Bahnwärter, mal eine durchtriebene Wirtin und mal einen genüsslich mordenden „Elektrorichter“ mimte. Ein unterhaltsamer und spannender Genuss rund um die Geschichten von Charles Dickens, William Fryer Harvey oder Douglas Adams.

Musikalisch und klanglich rundete Jakob Reinhard am Klavier und an diversen anderen Instrumenten die Gruselgeschichten von Mord und Wahnsinn ab. Da musste man sich anschließend schon zwei Mal überlegen, ob man den Heimweg alleine antreten wollte . . .

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