Grüne planen Protestaktion am Bahnhof
„Nein“ zum Atomtransport

Drensteinfurt -

Am kommenden Montag soll erneut Uranabfall per Zug durch Drensteinfurt rollen. Die Firma Urenco aus Gronau transportiere abgereichertes Uranhexafluorid, also atomare Reststoffe, von Gronau über Münster und Hamm ins Ruhrgebiet, um sie nach Russland zu verschiffen, teilt Ratsmitglied Raphaela Blümer mit. Der Grünen-Ortsverband plant, um 12.30 Uhr eine Mahnwache am Drensteinfurter Bahnhof abzuhalten.

Dienstag, 12.11.2019, 17:52 Uhr aktualisiert: 12.11.2019, 18:01 Uhr
Nach Informationen der Grünen soll am Montag ein neuer Atommülltransport – hier ein Symbolbild von Castorbehältern – durch Drensteinfurt rollen.
Nach Informationen der Grünen soll am Montag ein neuer Atommülltransport – hier ein Symbolbild von Castorbehältern – durch Drensteinfurt rollen. Foto: dpa

Wie der Grünen-Ortsverband mitteilt, soll am Montag, 18. November, erneut Uranabfall per Zug durch Drensteinfurt rollen. „Die Firma Urenco aus Gronau, an der auch EON und RWE beteiligt sind, transportiert abgereichertes Uranhexafluorid, also atomare Reststoffe, von Gronau über Münster und Hamm ins Ruhrgebiet, um sie nach Russland zu verschiffen“, teilt Ratsmitglied Raphaela Blümer mit. „Diese Gefährdung von Menschen und Umwelt wollen wir nicht länger hinnehmen.“ Persönlich habe sie bereits im Mai 2015 einen Antrag im Stadtrat gestellt, Atomtransporte durch Drensteinfurter Stadtgebiet abzulehnen. „Wir Grünen finden es unverantwortlich, diese Transporte nun wieder aufzunehmen.“

Der Grünen-Ortsverband werde daher am Montag um 12.30 Uhr, dem voraussichtlichen Zeitpunkt der Durchfahrt des Atommülls, eine Mahnwache am Drensteinfurter Bahnhof abhalten. „Wir laden alle Bürger ein, teilzunehmen, um zu zeigen, dass der beschlossene und von der Bevölkerung gewollte Atomausstieg konsequent durchgesetzt werden muss“, erklärt Bernhard Meyer, Sprecher des Grünen-Ortsverbandes. „Die Transporte waren aus gutem Grund eingestellt worden. Nun bagatellisiert die Bundesregierung, und die örtlichen Fraktionen schieben die Verantwortung von sich. Dabei ist die Verantwortung auch kommunal, denn im Unglücksfall muss womöglich unsere freiwillige Feuerwehr anrücken. Sie können weder sich noch uns noch unsere Kinder vor der Strahlung schützen.“

Nutzung regenerativer Energien

Raphaela Blümer begrüßt die geplanten Proteste verschiedener Parteien und Organisationen entlang der Strecke. „Die grüne Bundestagsfraktion hat bereits einen Gesetzentwurf zur Stilllegung von Anlagen zur Urananreicherung analog zum beschlossenen Ausstieg spätestens 2022 vorgelegt. Eine Stilllegung ist juristisch möglich, wenn in der GroKo der politische Wille bestünde“, erläutert Blümer. „Die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet die Nutzung regenerativer Energien. Das ist unsere einzige Chance, den Klimawandel zu bremsen. Atomenergie hat keine Zukunft, weder bei uns noch in anderen Teilen der Welt. Die nächsten Generationen müssen den Preis für die heutigen Entscheidungen zahlen. Energiewende jetzt – für eine enkeltaugliche Zukunft.“

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