Kontrollprojekt läuft aus
Der Hunde-Sheriff hört auf

Drensteinfurt -

Ein halbes Jahr lang hat Sicherheitsfachmann Yannik Lohmann den Hundehaltern in den drei Ortsteilen „auf die Finger“ geschaut. Das Ergebnis ist aus Sicht der Verwaltung höchst erfreulich. Größere Verstöße gegen Anleinpflicht und Co. gab es nämlich so gut wie nicht.

Montag, 25.11.2019, 23:57 Uhr aktualisiert: 26.11.2019, 05:04 Uhr
In sechs Monaten hat Yannik Lohmann in den Drensteinfurter Ortsteilen rund 500 Hundehalter kontrolliert. Nennenswerte Verstöße gab es dabei so gut wie nicht.
In sechs Monaten hat Yannik Lohmann in den Drensteinfurter Ortsteilen rund 500 Hundehalter kontrolliert. Nennenswerte Verstöße gab es dabei so gut wie nicht. Foto: Dietmar Jeschke

„Tretminen“ auf Gehsteigen, auf Spielplätzen und in Parkanlagen. Unangeleinte Vierbeiner, die Passanten auf Pättkeswegen einen Schreck einjagen. Und dann war da ja noch die lebensgefährliche Doggenattacke auf eine Fußgängerin vor ein paar Jahren: Die Kritik an den Hundehaltern in der Stadt wurde in der Vergangenheit lauter.

Grund für Politik und Verwaltung, zu reagieren. Und genau das geschah nun vor ziemlich genau sechs Monaten, als die Stadt ihren ersten eigenen Hundekontrolleur vorstellte. Auf sechs Monate befristet, sollte der Ahlener Sicherheitsfachmann Yannik Lohmann die heimischen Hundehalter im Auge behalten – mit einem überaus positiven Ergebnis, wie Ordnungsamtsleiter Martin Brinkötter nun auf Anfrage unserer Zeitung berichtet.

So habe Lohmann im Rahmen seines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses während der Sommermonate rund 500 Hundebesitzer beim Spaziergang angesprochen und überprüft. Das Ergebnis: Lediglich 35 Halter hatten sich nicht an die vorgeschriebene Anleinpflicht gehalten. Nur vier Hunde waren nicht steuerlich angemeldet. Für gerade einmal zwei größere, aber nicht zu den gefährlichen Rassen zählende Hunde fehlte die ordnungsrechtliche Anmeldung gemäß Landeshundegesetz. Und nur in einem einzigen Fall habe die Verwaltung ein „ordnungsrechtliches Verfahren“ einleiten müssen. Allerdings fehlten an 30 Halsbändern – trotz Anmeldung – die vorgeschriebenen Hundemarken, so die Stadt. Halter, die die Hinterlassenschaften ihres Lieblings nicht beseitigt hatten, habe man überhaupt nicht ermitteln können. „Aber das ist auch einfach schwierig zu kontrollieren“, räumt Martin Brinkötter ein.

Hochgerechnet, so der Ordnungsamtsleiter weiter, bedeute das Ergebnis, dass nur rund 15 Prozent der überprüften Halter wegen eines – zumeist kleineren – Verstoßes aufgefallen sind. „Mich persönlich freut, dass 85 Prozent der Hundebesitzer ihre Tiere ordnungsgemäß angemeldet haben und sie auch samt Marke angeleint ausführen“, sagt Brinkötter. „Schwarze Schafe“ seien damit die absolute Ausnahme.

Die Rückmeldung aus der Bevölkerung auf den Job des „Hunde-Sheriffs“ sei übrigens überaus positiv gewesen. „Er hat immer den richtigen Ton getroffen und einen guten Job gemacht – auch, wenn dieser mitunter undankbar war“, so der Ordnungsamtsleiter weiter. Denn unter den wenigen uneinsichtigen Haltern habe es durchaus Zeitgenossen gegeben, die den städtischen Bediensteten „angepampt“ hätten. Was jedoch nach Zücken des Dienstausweises und einem kurzen Hinweis auf die drohenden Konsequenzen gleichfalls rasch vorbei gewesen sei.

Geht es nach der Verwaltung, soll das von vornherein zeitlich befristete Kontrollprojekt mit Blick auf die wenigen und zumeist nur geringfügigen Verstöße zunächst nicht fortgeführt werden. Aber: „Wir werden die Sache weiter im Auge behalten. Und wenn die Politik es wünscht, können die Kontrollen jederzeit weiter fortgesetzt werden“, sagt Brinkötter.

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