Keine Entscheidung über „Dreingau-Quartier“
Kompromisse reichen nicht aus

Drensteinfurt -

Das Neubauprojekt „Dreingau-Quartier“ am Eickendorfer Weg war am Montagabend erneut Thema im Bauausschuss. Das Architekturbüro hatte auf die Wünsche der Nachbarn reagiert und die Planungen angepasst. Doch die Kompromisse reichten nicht aus, um die Politiker zur Zustimmung zu bewegen.

Mittwoch, 27.11.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 27.11.2019, 15:02 Uhr
Zwischen Eickendorfer Weg, Mehrweg und Auf der Brede sind sechs Mehrfamilienhäuser vorgesehen.
Zwischen Eickendorfer Weg, Mehrweg und Auf der Brede sind sechs Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Foto: Jeschke

Das Neubauprojekt am Eickendorfer Weg, das den Namen „Dreingau-Quartier“ trägt, hat von Beginn an den Ärger vieler Nachbarn auf sich gezogen. Sie hatten nicht nur ihr Unverständnis über den plötzlichen Kahlschlag auf dem Grundstück geäußert, sondern auch ihre Sorge über die zu erwartende Verkehrsbelastung.

Groß war folglich das Interesse an der Sitzung des Bauausschusses am Montagabend, in der das Projekt erneut auf der Tagesordnung stand. Rund 40 Anwohner hatten sich eingefunden, um die Erläuterungen von Architekt Carsten Heitfeld zu hören. Man sei, betonte Heitfeld, ihren Wünschen stark entgegengekommen und habe die Baukörper deutlich zurückgenommen.

In der überarbeiteten Planung werden die vier Häuser im hinteren Bereich nur noch zweigeschossig. Lediglich die beiden Gebäude im vorderen Bereich erhalten ein zusätzliches Staffelgeschoss. Dies füge sich problemlos in die Umgebungsbebauung ein. Das Quartier werde beinahe autofrei, da die Zufahrt zur Tiefgarage (TG) mit den 44 Stellplätzen ausschließlich über den Eickendorfer Weg möglich sei. Die zusammengenommen 1300 Quadratmeter große Dachfläche soll extensiv begrünt und mit Photovoltaik-Anlagen versehen werden. Ein bepflanzter Grünstreifen soll das Quartier in Richtung der Nachbargrundstücke abgrenzen, um die Einsehbarkeit zu reduzieren. „Das ist eine runde Lösung. Viel mehr kann man vom Bauherren nicht verlangen.“

Viele Ziele erfüllt

Das sah die CDU allerdings anders. Man begrüße zwar grundsätzlich das Projekt, das in Sachen Energiestandards und Nachverdichtung viele der selbstgesteckten Ziele erfülle, so Georg Feldmann – gerade weil Mietwohnungen in der Stadt fehlten. Und doch dürfe man die Interessen der Nachbarschaft nicht geringer bewerten. „Wir dürfen nicht bloß prüfen, ob etwas rechtlich zulässig ist. Wir müssen auch insgesamt abwägen, ob das Projekt ins Bild passt.“

Er wünschte sich weitere Kompromisse: Die beiden Gebäude vorne sollten Satteldächer bekommen, um zum einen eine optische Zweigeschossigkeit zu erreichen und zum anderen den Baustil der Nachbarhäuser aufzugreifen. Zudem sei die TG-Zufahrt am Rand unglücklich platziert, da die Lärmbelästigung am besten nur zu Lasten der neuen Bewohner gehen sollte. „So, wie es jetzt ist, kann ich dem Vorhaben nicht zustimmen“, sagte Feldmann.

Auch Reinhard Weißen (Die Grünen) sprach sich für Satteldächer aus, um „den roten Faden“ beizubehalten. „Das Konzept ist immer noch sehr massiv, aber wesentlich vorbildlicher. Wir sind auf dem richtigen Weg.“

„Flachdächer sind alternativlos“

Um den Charakter einer autofreien Siedlung zu erreichen, gebe es zur Platzierung der TG-Einfahrt keine Alternative, antwortete Carsten Heitfeld. Zusätzlich zu der eineinhalb Meter hohen Schutzwand an der westlichen Seite sei eine Einhausung der Zufahrt denkbar, um den Lärm weiter zu minimieren. Den Wunsch nach Satteldächern konnte Heitfeld indes gar nicht verstehen: „Wir haben doch den ganzen Abend über Energiestandards gesprochen. Die Flachdächer sind alternativlos. Und eine geringere Anzahl an Wohneinheiten bedeutet: keine Tiefgarage. Das Projekt wäre so dann gestorben. Man muss Nachverdichtung auch zulassen, sonst sind das nur Floskeln.“

Bauamtsleiter Christoph Britten wies schließlich darauf hin, dass im Bebauungsplan, über den der Ausschuss zu entscheiden hat, Kriterien wie eine Einhausung oder Gründächer gar nicht verpflichtend festgelegt werden könnten. Dafür sei ein zusätzlicher städtebaulicher Vertrag nötig. Im Klartext: Nach den vorliegenden Gutachten ist das Projekt genau so zulässig.

Um sich am Ende nicht dafür oder dagegen aussprechen zu müssen, wurde der Tagesordnungspunkt vertagt. Mit Architekt und Investor soll nun erneut das Gespräch gesucht werden.

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