Kita-Pläne abgesegnet
Platz für die „Hoppeditze“

Walstedde -

Die neue Walstedder Sport-Kindertagesstätte gewinnt an Konturen. Nach dem Bauausschuss am Montag segnete auch der Sozialausschuss am Dienstag die Pläne von Architekt Wolfgang Döring ab. Der Antrag zum Bau der Drei-Gruppen-Einrichtung am Böcken soll nun zügig gestellt werden.

Mittwoch, 27.11.2019, 22:00 Uhr
Einen modernen Stil mit viel Glas und Holzelementen wird der Kita-Neubau am Böcken bekommen.
Einen modernen Stil mit viel Glas und Holzelementen wird der Kita-Neubau am Böcken bekommen. Foto: Architekturbüro Göring

Die Walstedder Sport-Kita gewinnt an Konturen – und das nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Praxis. Kein Wunder, schließlich sind die „Hoppeditze“ bereits seit dem Sommer aktiv – wenn auch noch in reduzierter Stärke, wie Kita-Leiter Manuel Brümmer am Dienstag den Mitgliedern des Sozialausschusses erläuterte. Aber: Vieles laufe im vorläufigen Domizil in der umgebauten Erdgeschosswohnung der Flüchtlingsunterkunft an der Hoflinde bereits schon so, wie es sich für eine Kindertageseinrichtung mit den Schwerpunkten Sport und gesunde Ernährung gehört.

„Der Grundgedanke“, erläuterte Brümmer das pädagogische Konzept, „ist, dass sich Kinder heute immer weniger bewegen. Und genau da wollen wir ansetzen.“ Dazu, so der Kita-Leiter, gelte es natürlich auch, einen direkten Bezug zum Thema „Ernährung“ herzustellen. In der neuen Tageseinrichtung passiert dies bereits ganz praktisch, denn Rohkost und Obst stehen täglich auf dem ergänzenden Speiseplan. „Wir kaufen natürlich einiges selbst ein. Aber wir nehmen auch gerne Obstspenden von den Eltern in Empfang“, erklärte Brümmer, der die noch junge und bislang nur eine Gruppe umfassende Einrichtung aktuell mit einer weiteren Vollzeit- und einer Teilzeitkraft leitet.

Im Bereich Sport soll das Angebot der Kita, die in Trägerschaft der Ameker Elterninitiative „St. Georg“ und in enger Kooperation mit der Walstedder Fortuna geplant wurde, dann mit Fertigstellung des Neubaus im kommenden Jahr deutlich ausgeweitet werden. Aus gutem Grund, so Brümmer, denn: „Es gibt Untersuchungen, die bestätigen, dass Kinder, die nicht richtig rückwärts laufen können, später Probleme beim Subtrahieren haben.“

„Ausbaubedarf“ bei Öffnungszeiten

Ein gutes Konzept, waren sich die Ausschussmitglieder einig. „Ausbaubedarf“ sahen einige Vertreter der Politik allerdings, was die derzeitigen Öffnungszeiten anbelangt. Denn wie Sonja Berstermann-Kowalke (FDP) und Elmar Stracke (SPD) unisono betonten, seien Betreuungszeiten von 7 bis 14 Uhr für viele, selbst nur in Teilzeit Berufstätige kaum von Nutzen. Ein Mangel, der jedoch spätestens mit dem Vollbetrieb von drei Gruppen im Neubau am Böcken abgestellt werden dürfte.

Was den Baukörper selbst betrifft, so hatte Architekt Wolfgang Döring bereits am Montagabend im Stadtentwicklungsausschuss den aktualisierten Planentwurf vorgestellt. Die wesentlichen Änderungen: Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung entfallen die Stellplätze in Richtung Feuerwehr. Das ermöglicht es, den ganzen Bau rund 20 Meter weiter nach Norden zu verschieben, so dass mehr Fläche vom bisherigen Bolzplatz zur Verfügung bleibt. Dies sei ein Wunsch der benachbarten Schulleitung gewesen, erklärte Döring.

Um 90 Grad gedreht

Zudem wurde der gesamte Baukörper um 90 Grad gedreht. Die Zufahrt zur Küche wird im Norden angelegt. Und der Eingangsbereich wird sich künftig im Osten befinden – und zwar etwa dort, wo heute noch die Skater-Anlage liegt. Dort sollen auch entsprechende Kurzzeitparkplätze angelegt werden. Der angrenzende Schulparkplatz wird gleichzeitig in eine Anfahrtszone samt großzügigem Wendehammer für den Busverkehr umgewandelt. Lehrer- und Besucherparkplätze wandern dagegen in den Bereich der bislang als Schützenplatz genutzten Wiese.

Auch das Raumkonzept wurde noch einmal überarbeitet. Zunächst für drei Gruppen geplant, soll die Möglichkeit bestehen, im Erdgeschoss eine vierte Gruppe einzurichten – oder sogar ein zweites Vollgeschoss oben drauf zu setzen. Das Gebäude ist um etwa ein Drittel größer geworden als ursprünglich gedacht – und somit auch teurer. 2,4 Millionen Euro beträgt nun das Budget im Haushalt, 500 000 Euro mehr als geplant.

3000 Quadratmeter Fläche

Ob nun überhaupt noch ausreichend Außenfläche zur Verfügung stehe, fragten sich daraufhin die Grünen. Roman Dörenhoff aus dem Bauamt wusste die Antwort: Das Grundstück habe insgesamt 3000 Quadratmeter, von denen rund 900 auf das Gebäude entfielen. „Bleiben 2100 Quadratmeter Freifläche. Man rechnet etwa zehn Quadratmeter pro Kind – bei Bodenhaltung. Der Platz sollte also reichen.“

Ein gelungenes Konzept, in das nach der ersten Präsentation viele Anregungen aufgenommen worden seien, befand Ann-Christin Budde von der CDU. Es sei gelungen, alle wesentlichen Kritikpunkt aus der Ursprungsplanung zu beseitigen. Ähnlich sah es Fraktionsvorsitzender Heinz Töns: „Die Zeit drängt. Wir sollten das daher gleich beschließen und den Bauantrag auf den Weg bringen.“

Anders als im Sozialausschuss, in dem das Projekt einstimmig verabschiedet wurde, hatten die Grünen sich am Montag im Bauausschuss noch gegen die Planung ausgesprochen. Begründung: die unverhältnismäßige Kostensteigerung um jetzt schon rund 25 Prozent. Ihr Antrag, auf die Möglichkeit der Aufstockung zu verzichten, wurde jedoch mehrheitlich abgelehnt.

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