Teamschule verspürt Rückenwind – nicht nur aus der Politik
„Auf dem richtigen Weg“

Drensteinfurt -

Nach der im Sommer heftig geführten Diskussion ist wieder Ruhe eingekehrt in die Debatte um die Zukunft der Teamschule. Und das nicht wegen der Bestandsgarantie durch die anstehende Schulrechtsänderung. Verwaltung, Politik und Schule wollen nun eine Image- und Marketingoffensive starten.

Samstag, 30.11.2019, 07:00 Uhr
Die Teamschule ist top ausgestattet – und das nicht nur, was das Mobiliar betrifft. Um im Wettbewerb um neue Schüler besser zu bestehen, ist nun eine Marketingoffensive geplant.
Die Teamschule ist top ausgestattet – und das nicht nur, was das Mobiliar betrifft. Um im Wettbewerb um neue Schüler besser zu bestehen, ist nun eine Marketingoffensive geplant. Foto: Dietmar Jeschke

Der „Knall“ war nicht zu überhören, waren die Worte, die Schulplanerin Dr. Ulrike Lexis im Sommer im Fachausschuss zu sagen hatte, doch allzu deutlich: Gemäß bis dato geltendem Schulrecht, so Lexis, habe die Teamschule mit weiterhin unter 50 Anmeldungen pro Jahrgang keine Zukunft. Schnee von gestern, lautete am Donnerstag in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses das abermalige Credo der Stadtverwaltung. Die Schulrechtsänderung, die ländlichen Sekundarschulen auch bei Zweizügigkeit die langfristige Existenz sichern soll, sei längst beschlossene Sache, betonte Fachbereichsleiter Gregor Stiefel .

Eine Entwicklung, die in Schule und Politik zwar für spürbare Erleichterung sorgt. Den selbstgesteckten Ansprüchen laufen die Beteiligten aber nach wie vor hinterher. Denn trotz guter Abschlussquoten, zufriedener Schüler und Eltern, einer erstklassigen Raum- und Lehrerausstattung sowie einem Top-Ergebnis in der landesweiten Qualitätsanalyse lässt sich der Anmelderückgang der vergangenen Jahre nun einmal nicht wegdiskutieren. Höchste Zeit also, um weitere Maßnahmen zu ergreifen. Und die wurden bereits auf den Weg gebracht.

Wie Gregor Stiefel den Ausschussmitgliedern erklärte, will die Stadt auf Wunsch der Schule in Kürze eine Marketing-Agentur beauftragen. „Was das pädagogische Konzept betrifft, brauchen wir keine Hilfe. Da sind wir sehr gut aufgestellt“, betonte Teamschulleiterin Anja Sachsenhausen. „Wir wünschen uns allerdings professionelle Unterstützung bei der Außendarstellung.“ Konkret geht es nicht nur um den Entwurf eines neuen Schullogos und weiterer Imageträger. Vielmehr steht auch der Name „Teamschule“ mittlerweile offen zur Disposition.

Die Schule selbst, so Sachsenhausen, habe in den vergangenen Wochen bereits eine Öffentlichkeitsoffensive gestartet. Mit ersten Erfolgen: Die Resonanz auf den „Tag der offenen Tür“ sei äußerst positiv gewesen, erklärte die Schulleiterin, die dabei auch die Teilnahme der Verwaltung lobte. „Die Präsenz der Stadt ist wahrgenommen worden“, sagte die Pädagogin. „Ich glaube, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Das wollen Lehrer und Schüler auch am kommenden Wochenende demonstrieren – mit einem eigenen Stand beim Drensteinfurter Weihnachtsmarkt.

Positive Resonanz auf den „Tag der offenen Tür“ gab es auch aus der Politik. „Ich bin mit einem guten Gefühl aus der Schule gekommen“, erklärte Bernhard Stückmann (CDU). Sein Fraktionskollege Heinz Töns lobte derweil das Engagement, mit dem Lehrer und Schüler für ihre Einrichtung geworben hätten.

Apropos Werbung: Mit Blick auf die durchaus steigerungsfähige Übergangsquote von den Drensteinfurter Grundschulen auf die örtliche Sekundarschule verwies die Verwaltung darauf, dass Info-Veranstaltungen zum Thema „weiterführende Schulen“ grundsätzlich neutral stattzufinden hätten. „Es ist die Aufgabe der Grundschulen, über die Schulformen zu informieren – und nicht, einzelnen Schulen eine Plattform zu bieten, um für sich zu werben“, betonte Bürgermeister Carsten Grawunder mit Blick auf die jüngsten Info-Veranstaltungen in Drensteinfurt, in denen Vertreter einiger umliegender Einrichtungen für eben selbige geworben hatten. Die Veranstaltungen, betonte Grundschulleiter Norbert Bolz, seien jedoch nicht vom Kollegium, sondern aus Reihen der Elternschaft organisiert worden. „Das ist Wettbewerbsverzerrung“, monierte Heinz Töns. Es könne schlichtweg nicht sein, dass man auswärtigen Schulen in Drensteinfurt Präsentationsmöglichkeiten biete, während die Teamschule im Umkehrschluss nicht anderorts ihr Konzept vorstellen dürfe. Ähnlich sieht es der Bürgermeister: „Diese Schulen können vor Ort für sich werben.“ Entsprechende „PR-Veranstaltungen“ hätte es folgerichtig in Drensteinfurt „nie geben dürfen“.

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