Sauen in zu kleinen Ständen gehalten
Tierschutzbüro zeigt Schweinezüchter an

Drensteinfurt/Kreis Warendorf -

Verletzte Tiere im Stall und Sauen, die in zu kleinen Kastenständen gehalten werden: Nachdem der Verein „Deutsches Tierschutzbüro“ einen Schweinezuchtbetrieb in Drensteinfurt angezeigt hatte, ließ der Kreis Warendorf den Betrieb unangekündigt kontrollieren.

Dienstag, 03.12.2019, 16:29 Uhr aktualisiert: 03.12.2019, 19:51 Uhr
Rund 2000 Stunden Videomaterial will der Verein „Deutsches Tierschutzbüro“ in einem Drensteinfurter Schweinzuchtbetrieb – hier ein Symbolbild – gesammelt haben.
Rund 2000 Stunden Videomaterial will der Verein „Deutsches Tierschutzbüro“ in einem Drensteinfurter Schweinzuchtbetrieb – hier ein Symbolbild – gesammelt haben. Foto: Dietmar Jeschke

Nachdem die Organisation „Deutsches Tierschutzbüro e.V.“ im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreis Warendorf einen Schweinezuchtbetrieb aus der Stadt Drensteinfurt angezeigt hatte, hat der Kreis Warendorf nach eigener Schilderung unmittelbar reagiert und eine unangemeldete Kontrolle veranlasst.

Dabei, teilt Kreissprecher Thomas Fromme mit, habe sich unter anderem bestätigt, dass die Sauen in zu kleinen Kastenständen gehalten wurden und einige Tiere verletzt waren. „Die hygienischen Zustände waren hingegen nicht zu beanstanden. Auch die Entsorgung der Tierkadaver erfolgt regelmäßig. Zur Prüfung, ob zu viele Medikamente verabreicht wurden, werden die Medikamentenlisten ausgewertet“, erklärt Fromme.

Staatsanwaltschaft eingeschaltet

Die Tierschutzorganisation habe dem Kreis im Vorfeld mitgeteilt, dass ihr etwa 2000 Stunden Videomaterial aus dem Schweinezuchtbetrieb vorlägen. Dieses Videomaterial habe der Kreis Warendorf allerdings bislang nicht erhalten. Trotzdem habe man direkt reagiert. „Die Kontrolleure haben sofort entsprechende Anordnungen getroffen, um die vorgefundenen Mängel zu beseitigen. Die Umsetzung wird noch heute kontrolliert. In mindestens einem Fall ergab sich auch der Verdacht einer Straftat, dem wir nachgehen und an die Staatsanwaltschaft weiterleiten“, erläutert Dr. Andreas Witte, Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes.

Die Staatsanwaltschaft sei bereits parallel von der Tierschutzorganisation eingeschaltet worden und prüfe nun, ob eine Straftat vorliegt und gegebenenfalls ein Strafverfahren einzuleiten ist.

Kontrollrate im Kreis verdoppelt

Letztmalig kontrolliert worden sei der Zuchtbetrieb, der sich nach WN-Informationen in Rinkerode befinden soll, im November 2013. Dabei sei überprüft worden, ob alle tierschutz- und tierseuchenrechtlichen Vorschriften eingehalten wurden. „Hierbei ergaben sich nur geringe Mängel“, betont Andreas Witte.

Erst kürzlich habe der Kreis Warendorf die Kontrollrate der tierhaltenden Betriebe im gesamten Kreis verdoppelt. Durchschnittlich werde jeder Betrieb nun mindestens ein Mal in fünf Jahren unangekündigt kontrolliert, heißt es abschließend.

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