„Runder Tisch“ zum Jugendtreff
„Es darf kein rechtsfreier Raum werden“

Drensteinfurt -

Einen Ort, an dem sie sich mit 20, 30 Leuten treffen und chillen können, das wünscht sich eine Gruppe junger Erwachsener. Der Kulturbahnhof scheint nicht geeignet. Bei einem „Runden Tisch“ der Initiatoren mit dem Bürgermeister und dem Stadtjugendpfleger wurden nun erste Ideen besprochen.

Donnerstag, 09.01.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 16:57 Uhr
Bürgermeister Carsten Grawunder (li.) und Stadtjugendpfleger Rüdiger Pieck (re.) besprachen mit Initiator Malte Mentrup sowie René, Ben und Lion, welche Wünsche sie haben und wie sich diese möglicherweise realisieren lassen.
Bürgermeister Carsten Grawunder (li.) und Stadtjugendpfleger Rüdiger Pieck (re.) besprachen mit Initiator Malte Mentrup sowie René, Ben und Lion, welche Wünsche sie haben und wie sich diese möglicherweise realisieren lassen. Foto: Beckmann

Vor wenigen Wochen haben sich einige junge Erwachsene aus Stewwert an die Öffentlichkeit gewandt und ihren Wunsch nach einem Jugendtreff geäußert ( WN berichteten). Nun kommt Bewegung in die Sache. Am Dienstagabend trafen sich vier der 18- bis 20-Jährigen um Initiator Malte Mentrup im Kulturbahnhof mit Bürgermeister Carsten Grawunder und Stadtjugendpfleger Rüdiger Pieck, um über diese Thematik zu sprechen.

Am „Runden Tisch“ berichteten die Jugendlichen noch einmal über ihre Vorstellungen von einem Jugendtreff. „Es muss nichts Großes sein. Aber einige Sitzgelegenheiten, ein Tisch zum Kartenspielen und Steckdosen zum Aufladen des Smartphones wären schon gut“, zählte Mentrup auf. Und er erläuterte erneut, warum der Kulturbahnhof kein geeigneter Treffpunkt sei: „Die Lage ist zwar ideal. Aber es gibt hier viele Kurse für kleinere Kinder oder Angebote von anderen Vereinen und Institutionen, und wir wollen niemanden abschrecken oder verscheuchen.“

Ab und zu hielten sich einige Jugendliche im Treppenhaus auf. „Wenn zwei oder drei Jugendliche hier sitzen und sich unterhalten, tolerieren wir das meistens. Bei einer größeren Gruppe könnte es sich aber, zumindest augenscheinlich, schnell zu einem gefährlichen Raum entwickeln“, erklärte Rüdiger Pieck und ergänzte: „Es könnte dann dazu kommen, dass sich eine ältere Dame nicht mehr zum Malkursus oder ein Mädchen nicht mehr zum Geigenunterricht traut.“ Gerade in den kalten Monaten sei das immer ein „Balanceakt“.

„Wer hat die Verantwortung?“

Der Bürgermeister signalisierte den jungen Erwachsenen, helfen zu wollen, machte ihnen aber auch klar, dass eine Umsetzung nicht so einfach sei. „Auf welcher Fläche sollen wir einen Jugendtreff bauen? Wer betreibt ihn? Wer hat die Verantwortung?“, formulierte er einige Problemstellungen. Ebenso machte er darauf aufmerksam, dass solch ein Projekt immer mit einem Bauantrag beim Kreis Warendorf – Stichwort: Brandschutz – einhergehen müsse.

„Das dauert in der Regel zwei Jahre, bis etwas steht“, meinte Grawunder. Ähnlich sehe die Problematik bei einem Bauwagen aus, der dauerhaft im Stadtgebiet abgestellt und so zu einem Treffpunkt werden könnte. Trotz aller Schwierigkeiten möchte Grawunder die Verwirklichung eines Jugendtreffs vorantreiben. „Ich werde mit meinem Bauamtsleiter reden und das Gespräch mit den örtlichen Politikern suchen“, versprach er.

Eine kurzfristige Lösung

Ebenso wolle er sich um eine kurzfristige Lösung, wie etwa einen Raum für zehn bis 15 Personen, zu dem ein oder zwei junge Erwachsene Schlüsselgewalt bekommen würden, kümmern. „Ohne Spielregeln wird das aber dennoch nicht funktionieren. Es darf kein rechtsfreier Raum werden, und Partys dürfen dort auch nicht stattfinden“, betonte er.

Pieck gab zudem zu bedenken, dass ein nicht betreuter Treff erfahrungsgemäß schnell Personen anziehe, die an Illegalem interessiert seien. „Es ist nicht so einfach, wie ihr euch das vorstellt, aber auch nicht unmöglich“, wandte er sich an die jungen Erwachsenen.

Die waren mit den genannten Vorschlägen zufrieden. „Das hört sich gut an“, fand Mentrup. „Wir wollen uns nach Möglichkeit weiter einbringen“, schob der 19-Jährige hinterher. „Wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt“, versprach der Bürgermeister. „Sie sind vernünftige junge Menschen, und ich vertraue da auf Ihr Wort.“

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