Defekte Technik am Bahnübergang
Streckenposten ersetzen die Kamera

Rinkerode -

Autos mit ortsfremden Kennzeichen, die seit etwa zwei Wochen am Rinkeroder Bahnhof parken. Darin Männer, die stets den Bahnübergang im Blick behalten. Was es damit auf sich hat, hat ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage erklärt.

Mittwoch, 08.01.2020, 19:00 Uhr
Aus dem Auto heraus behält ein Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn den Übergang jederzeit im Auge, damit trotz des technischen Defekts an der Überwachungskamera nichts passiert.
Aus dem Auto heraus behält ein Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn den Übergang jederzeit im Auge, damit trotz des technischen Defekts an der Überwachungskamera nichts passiert. Foto: Nicole Evering

Autos mit ortsfremden Kennzeichen, die seit etwa zwei Wochen am Rinkeroder Bahnhof parken. Darin Männer, die stets den Bahnübergang im Blick behalten. Dieser Umstand war einer WN-Leserin aufgefallen, die sich daraufhin in der Redaktion gemeldet und um Aufklärung gebeten hat.

Eine Nachfrage bei der Deutschen Bahn hat ergeben: Das hat so alles seine Richtigkeit. Die Männer machen nur ihren Job. Nun ja, eigentlich machen sie den Job, den sonst eine Kamera übernimmt. Die ist allerdings kaputt.

„Kamera und Blinklichtanlage sind gekoppelt und derzeit defekt“, erklärt ein Bahnsprecher. Die Videoaufnahmen werden normalerweise ins Stellwerk übertragen, von wo aus unter anderem die Weichen und Schrankenanlagen durch den Fahrdienstleiter bedient werden. Da dies aktuell jedoch nicht möglich ist, muss der Verantwortliche über andere Kanäle informiert werden. Deshalb hat das Unternehmen vorsichtshalber Streckenposten abgestellt, die den Bahnübergang im Auge behalten – in drei Schichten, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Auch während der Feiertage.

Festgelegter Wortlaut

Wenn sich ein Zug nähert, geben die Sicherheitsmitarbeiter dem Fahrdienstleiter telefonisch durch, ob alles frei ist oder ob sich vielleicht gerade noch ein langer Sattelschlepper oder langsame Fußgänger auf den Schienen befinden und mit dem Senken der Schranken noch gewartet werden muss. „Es gibt für alle Situationen einen festgelegten Wortlaut, damit es gar nicht erst zu Irrtümern kommen kann“, erläutert der Bahnsprecher.

Das Vorgehen ist also der Regelfall, wenn die Technik einmal streikt. Dass deren Reparatur allerdings so lange dauert, ist nicht normal. „Dies ist den Feiertagen und den Weihnachtsferien geschuldet“, so der Sprecher. Die zuständige Firma sei längst informiert, einen definitiven Reparaturtermin gebe es allerdings nicht. Doch die Rinkeroder müssen sich keine Sorgen machen: Die Deutsche Bahn hat ein Auge drauf, dass am Übergang nichts passiert.

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