Christoph Breer übernimmt Friseursalon in der dritten Generation
Ein wenig Nostalgie inklusive

Walstedde -

Als Jugendlicher konnte er es sich zwar noch nicht vorstellen. Mit der Zeit jedoch entdeckte Christoph Breer seine Leidenschaft für das Friseurhandwerk. Nun übernimmt er in dritter Generation den Walstedder Familienbetrieb.

Samstag, 11.01.2020, 16:00 Uhr
Christoph Breer übernimmt Friseursalon in der dritten Generation: Ein wenig Nostalgie inklusive

Seit Ende September 2019 war der Friseursalon „Gehrmann“ an der Dorfstraße mitten im Lambertusdorf geschlossen. Am heutigen Samstag ändert sich das wieder: Denn ab sofort werden dort wieder Haare geschnitten, getönt und gefärbt – und das alles bereits in der dritten Generation. Christoph Breer übernimmt den Salon von seiner Mutter Maria, die sich dazu entschlossen hatte, zukünftig kürzerzutreten. „Jetzt ist der passende Zeitpunkt“, sind sich die beiden einig.

Der 32-Jährige tritt dabei nicht nur in die Fußstapfen seiner Mutter, sondern auch in die seines Großvaters Bernhard Gehrmann . „Opa war gebürtig aus Sendenhorst und hat dort auch das Haareschneiden gelernt“, weiß Christoph Breer. 1954 eröffnete sein Großvater dann das Geschäft in Walstedde, das er vom damaligen Bürgermeister Eduard Bußhoff übernommen und zu einem Salon umgebaut hatte. „Im gleichen Haus betrieb meine Oma Maria Gehrmann noch einen Tante-Emma-Laden. Da hat man wirklich alles bekommen“, fügt der 32-Jährige hinzu.

Ab 1980 führte dann Maria Breer den Salon ihres Vaters, der im Übrigen Friseurmeister war, weiter. Drei Jahre später schloss sie selbst erfolgreich die Meisterschule in Münster ab und entschied sich 1984 dazu, das Geschäft erneut zu renovieren. „Vorher gab es noch nach Geschlechtern getrennte Bereiche und sogar Kabinen, damit man nicht von allen anderen Personen gesehen wurde“, erzählt sie. Ihr Sohn ergänzt: „Der Friseur hatte damals noch einen ganz anderen Stellenwert.“ Da seien einmal in der Woche – häufig am Wochenende – die Haare gewaschen, dauergewellt und toupiert worden. „Die Frisuren hat man dann eine Woche oder noch länger getragen. Danach wurden sie neu gelegt“, bemerkt er. „Heute schaut man dagegen eher danach, dass die Kunden zu Hause mit ihren Frisuren gut zurechtkommen.“

Den neuesten Generationenwechsel hat Christoph Breer ebenfalls genutzt, um den Salon umzubauen. Einladend, hell und modern hat der 32-Jährige seinen Laden gestaltet. Fehlen durfte zudem unter keinen Umständen ein altes Waschbecken, mit dem man Haare noch mit dem Kopf nach vorne waschen kann. „Das hat schon im Salon von meinem Opa seinen Dienst getan“, offenbart er. Für weitere Nostalgie sorgt ein alter Herrenstuhl aus dem Salon seiner Mutter. „Den habe ich neu beziehen lassen“, verrät er. „Dass der mit in meinen Laden kommt, war mir persönlich sehr wichtig.“

Der 32-Jährige selbst hätte – zumindest während seiner Realschulzeit – nie gedacht, dass er mal der Nachfolger seiner Mutter und seines Opas werden würde. „Mein damaliger Freundeskreis in der Schule hat mir immer ein Faible für Haare zugesprochen. Aber ich wollte auf keinen Fall Friseur werden“, blickt er lachend zurück. Er habe dann erst die höhere Handelsschule für Verwaltung besucht, nebenbei aber im Salon seiner Mutter ausgeholfen. „Ich fand das eigentlich doch ziemlich cool“, gesteht er heute. Mehrere Praktika bei verschiedenen Friseurbetrieben folgten.

2006 ging er in die Lehre in Hamm, von 2011 bis 2013 machte er berufsbegleitend seinen Meister. Außerdem übernahm er ab 2011 als leitender Mitarbeiter Verantwortung für den Salon von Susanne Herboth und bildete sich in den verschiedensten Bereichen von Coloration über Styling bis hin zum Schnitt fort. Ebenfalls hat er einen speziellen Lehrgang zum „Master of Colour“ abgelegt. „Ich habe als Friseur zu verschiedenen Menschen Kontakt, werde immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt und kann meine Kreativität ausleben“, beschreibt er seine Faszination für seinen Beruf. Ebenso sei jeder Tag anders und abwechslungsreich. „Spannend ist auch, dass ich Menschen durch Kreativität komplett verändern kann“, schiebt er hinterher. Unterstützung bekommt er in seinem neuen Salon übrigens von seiner Mutter Maria und von Lea-Christin Caro, die der 32-Jährige bereits in Hamm ausgebildet hatte. Perspektivisch möchte Christoph Breer auch in Walstedde ausbilden. „Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt“, betont er. „Im Handwerk fehlen überall Fachkräfte, und man muss viel mehr tun, um junge Menschen dafür zu begeistern.“

 Alle Interessierten, die einen Blick in den Salon von Christoph Breer werfen möchten, haben dazu heute von zehn bis 16 Uhr im Rahmen der Neueröffnung die Gelegenheit.

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