Goldene Ehrennadel für Maria Schratz
Sechs Jahrzehnte für die Biene

Drensteinfurt -

Sechs Jahrzehnte ist es her, dass Maria Schratz sich der Bienenzucht verschrieben hat. Vor 40 Jahren dann trat sie dem Deutschen Imkerbund bei. Dafür erhielt sie nun die Ehrennadel in Gold samt Urkunde. Die 82-Jährige erzählt, was sich im Laufe der Zeit verändert hat.

Freitag, 31.01.2020, 07:35 Uhr aktualisiert: 31.01.2020, 07:40 Uhr
Mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Imkerbundes ist Maria Schratz ausgezeichnet worden. Seit 40 Jahren ist sie dort Mitglied, die Imkerei hat sie aber schon vor sechs Jahrzehnten für sich entdeckt.
Mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Imkerbundes ist Maria Schratz ausgezeichnet worden. Seit 40 Jahren ist sie dort Mitglied, die Imkerei hat sie aber schon vor sechs Jahrzehnten für sich entdeckt. Foto: Nicole Evering

Es hat sich schon allerhand verändert, seitdem sie vor mehr als sechs Jahrzehnten damit begonnen hat, ihr Leben den Bienen zu widmen. „Viele Männer wollten sich von Frauen damals nichts sagen lassen“, meint Maria Schratz schmunzelnd. Auch die Imkerei sei eine reine Männerdomäne gewesen. „Da kam man als junges Mädel nicht mit.“ Ein Grund dafür, weshalb sie einst nicht dem heimischen Imkerverein, sondern dem in Werne beitrat. „Dort gab es schon andere weibliche Mitglieder. Ich hatte mich umgehört und im Kreis Warendorf keinen solchen Verein gefunden.“

40 Jahre ist das nun her. Dafür wurde ihr bei der jüngsten Jahreshauptversammlung des Imkervereins Werne die Ehrennadel in Gold des Deutschen Imkerbundes samt Urkunde überreicht. Ein Zeichen dafür, dass sie der Bienenzucht immer treu geblieben ist, und dass, obwohl es in dieser Zeit nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen gegeben hat.

„Man weiß vorher nie, wie das Jahr wird. Jede Saison ist anders. Aber das macht es ja gerade so spannend“, sagt die heute 82-Jährige, die die Leidenschaft für die Insekten von ihrem Vater geerbt hat – der einst auch Vorsitzender des Drensteinfurter Imkervereins gewesen ist. Heute sind zwei ihrer Enkel dort Mitglied. Die Familientradition wird also fortgeführt.

Von Hand geschleudert

Als Maria Schratz damals mit der Bienenzucht begann, war dies noch wirklich harte körperliche Arbeit. „Der Honig wurde von Hand geschleudert. Heute drückt man einfach nur auf einen Knopf“, erzählt sie. Zudem habe man damals oft mit Hinterbehandlungsbeuten gearbeitet, also Behausungen, die nicht wie heute von oben, sondern lediglich von hinten zugänglich waren. „Wenn man an eine spezielle Wabe herankommen wollte, musste man erst alle anderen davor aus der Beute herausnehmen“, erklärt Schratz den Aufwand. Die heutige Arbeitsweise sei auch für die Tiere besser. „Es geht jetzt entschieden ruhiger zu.“

Auch die Werkzeuge hätten sich im Laufe der Jahre verändert, die Hilfsmittel seien vielfältiger geworden. Vielleicht mit ein Grund, warum immer mehr Frauen und Jugendliche die Imkerei für sich entdecken. Dem Werner Verein ist gerade ein Zwölfjähriger beigetreten.

Man weiß vorher nie, wie das Jahr wird. Jede Saison ist anders. Aber das macht es ja gerade so spannend.

Imkerin Maria Schratz

Maria Schratz hat ihr Hobby damals zum Beruf gemacht. Sie hat den Prüfschein zum Honigpreisrichter erworben und einen Lehrgang zum Seuchenwart absolviert. Und vor mehr als 20 Jahren hat sie „Dat kleine Immenhuisken“ am Felsenweg eröffnet, das in jedem Sommer Anlaufstelle für zahlreiche Naturfreunde ist.

Schratz freut sich immer, wenn Besucher ihres Museums den Wunsch äußern, mal bei der Arbeit am Bienenstock mitzuhelfen. „Viele sind aber überrascht, wie viel Zeit dafür drauf geht.“ Und wenn es mal nicht so gut laufe, dann müsse man auch einiges an Geld in das Hobby stecken. „Viele sind dann schnell wieder weg“, sagt Schratz bedauernd, denn für sie ist die Imkerei auch nach mehr als sechs Jahrzehnten immer noch die größte Leidenschaft.

Das Bienenmuseum startet voraussichtlich am 15. Mai in die neue Saison, die dann bis Mitte August geht. „Das kleine Immenhuisken“ ist dann immer donnerstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Zusätzliche Termine, insbesondere für größere Gruppen, sind auch an anderen Tagen nach vorheriger Anmeldung unter Tel. 0 25 08 / 14 97 möglich.

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