Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung
Am Image arbeiten, nicht am Konzept

Drensteinfurt -

Die Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung ist vom Schulausschuss beschlossen worden. Lediglich die FDP versagte ihre Zustimmung. Der Grund: Am Konzept der Sekundarschule soll festgehalten werden, eine eigene Oberstufe ist nicht in Sicht.

Samstag, 01.02.2020, 14:39 Uhr aktualisiert: 02.02.2020, 14:19 Uhr
Die Sekundarschule will ihre Außendarstellung verbessern, am Konzept soll sich allerdings nichts ändern. Das betonte der Bürgermeister in der Ausschusssitzung ausdrücklich.
Die Sekundarschule will ihre Außendarstellung verbessern, am Konzept soll sich allerdings nichts ändern. Das betonte der Bürgermeister in der Ausschusssitzung ausdrücklich. Foto: Gunnar A. Pier

Einem Paukenschlag war im Sommer der Bericht von Schulplanerin Dr. Ulrike Lexis gleichgekommen, die mit der Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung für die Zeit bis 2024 betraut war. Die Anmeldezahlen an der Teamschule gingen stetig zurück, der Anteil einheimischer Kinder sei „beschämend gering“ – und das trotz bester technischer und personeller Ausstattung sowie überdurchschnittlicher Arbeitsergebnisse.

Zwar sichert eine Schulrechtsänderung ländlichen Sekundarschulen auch bei Zweizügigkeit die Existenz. Diese Information hatte im Nachgang für Erleichterung gesorgt. Doch am Ruf der Schule soll gearbeitet werden. Das betonte Bürgermeister Carsten Grawunder auch am Donnerstag im Schulausschuss. Eine Imagekampagne sei in Planung. Grundsätzlich aber müsse es aufhören, dass die Schule permanent in Frage gestellt und über Veränderungen nachgedacht werde.

Er reagierte damit auf die Wortmeldung von Burkhard Wieland ( FDP ), der die Zustimmung seiner Fraktion zur Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung versagt hatte. Begründung: Ohne eigene Oberstufe werde die Schule in der Bevölkerung nie die nötige Akzeptanz erreichen. Dass eine Umwandlung der bestehenden Sekundar- in eine Gesamtschule bei den geringen prognostizierten Schülerzahlen rechtlich nicht möglich sei, das wisse er. „Aber es gibt Wege“, so Wieland – entweder durch die Gründung einer Privatschule, wie etwa in Sendenhorst geschehen, oder in Kooperation mit umliegenden Städten. „So, wie sie ist, hat die Teamschule keine Perspektive.“

Kooperation abgelehnt

Eine Privatschule werde es nicht geben, entgegnete Grawunder. Gespräche mit Nachbarkommunen hätten indes stattgefunden. Ascheberg habe eine Kooperation abgelehnt. Im Zuge dessen äußerte der Bürgermeister deutlich sein Missfallen zur jüngsten Entscheidung der Bezirksregierung Münster, die Umwandlung der Ahlener Sekundar- in eine Gesamtschule trotz der aus Drensteinfurt vorgebrachten Einwände zu genehmigen. „Ich finde, die Anhörung der Nachbarkommunen sollte schon ernst genommen werden, sonst können wir uns das auch sparen.“

Zum Entwurf des Büros Lexis waren auch die drei Grundschulen um ihre Meinung gebeten worden und hatten einige, teils sprachliche Änderungswünsche vorgebracht. Aber auch inhaltlich gab es Nachbesserungsbedarf. Beispielsweise sei von einer „vorhandenen Schulsozialarbeit“ die Rede. Die gebe es aber gar nicht, so die gemeinsame Stellungnahme der Schulleiter. Unter Einbeziehung dieser Korrekturen wurde die Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung bei einer Gegenstimme beschlossen.

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