Start des „Bewerbungscamps“ an der Sekundarschule
Freundliches Lächeln als Türöffner

Drensteinfurt -

Statt Mathe und Deutsch stehen in dieser Woche Vorstellungsgespräche und Betriebsbesichtigungen für die Neuntklässler der Teamschule auf dem Stundenplan. Das „Bewerbungscamp“ läuft. Mit dem Erstellen der Bewerbungsmappe ging es am Montag los. Auch ein Fotograf war vor Ort.

Dienstag, 04.02.2020, 08:06 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 08:10 Uhr
Fotograf Hermann Köhler macht Bilder von Piratheeban Chelvanathan für dessen Bewerbungsunterlagen.
Fotograf Hermann Köhler macht Bilder von Piratheeban Chelvanathan für dessen Bewerbungsunterlagen. Foto: Nicole Evering

Es ist eine ganz besondere Woche für die Neuntklässler. Statt Mathe und Deutsch stehen Vorstellungsgespräche und Betriebsbesichtigungen auf dem Stundenplan. Das „Bewerbungscamp“ soll den Jugendlichen Orientierung bieten, ihnen das Hineinschnuppern in verschiedene Berufe ermöglichen – und natürlich Kontakte vermitteln. Aber was braucht es als allererstes, wenn man sich für eine Ausbildungsstelle interessiert? Richtig: eine Bewerbungsmappe.

Dort hinein gehören ein Anschreiben, ein Lebenslauf samt Foto und natürlich Zeugnisse. Im Vorfeld mussten die Teamschüler sich bereits über ihren favorisierten Beruf informieren, um das Anschreiben auch passgenau formulieren zu können. Im EDV-Raum geht es geschäftig zu, während die Neuntklässler noch die letzten Rechtschreibfehler korrigieren und schließlich alle Unterlagen auf einen USB-Stick ziehen. Denn in vielen Unternehmen werden Bewerbungen heute nur noch in digitaler Form bearbeitet. Darauf hat Claudia Schemmelmann, die das „Bewerbungscamp“ federführend organisiert, reagiert.

„Wichtig ist in dieser Woche auch das Selbstmanagement“, erklärt sie. Die Schüler haben am Montagmorgen eine Checkliste an die Hand bekommen. Darin steht, was an welchem Tag alles zu tun ist. „Den Tagesablauf können sie sich dann selbst strukturieren.“

Fotos im Vier-Minuten-Takt

Einen speziellen Termin haben alle: den beim Fotografen. Im Musikraum haben Hermann und Petra Köhler ihr Equipment aufgebaut. Im Vier-Minuten-Takt werden die insgesamt 78 Schüler bei ihnen vorstellig. „Fast alle haben sich richtig schick gemacht“, ist Petra Köhler angetan. Während er knipst, versucht Fotograf Hermann Köhler die Situation ein bisschen aufzulockern, um den Schülern die Nervosität zu nehmen. „Ich frage nach den Berufswünschen. Und bei den Jungs kommt man oft gut über Fußball ins Gespräch.“

Den Kragen und die Frisur richten, den Oberkörper leicht nach vorne beugen – „um zu zeigen, hier bin ich, ich will den Job, das ist wie ein Türöffner“, erklärt Petra Köhler –, die Augen öffnen, und „freundlich lächeln ist auch erlaubt“, sagt Hermann Köhler: Für das perfekte Bewerbungsfoto müssen die Schüler einiges beherzigen.

Neben diesem Termin stehen in der Checkliste auch noch die Punkte „Berufsberatung der Agentur für Arbeit“ und „Eignungstest bearbeiten“. Davon müssen im Laufe der Woche insgesamt drei absolviert werden, und die sind gar nicht so einfach zu lösen. „Da sind Allgemeinwissen, logisches Denken, aber auch Konzentration und Genauigkeit gefragt“, weiß Claudia Schemmelmann.

Da sind Allgemeinwissen, logisches Denken, aber auch Konzentration und Genauigkeit gefragt.

Claudia Schemmelmann über die Eignungstests

Heute und morgen wird es nun ernst: Die Bewerbungsgespräche stehen an. Elf Teams aus „Personalern“ decken verschiedene Berufsfelder ab, simulieren ein solches Gespräch und reflektieren es anschließend gemeinsam mit den Schülern. Am Donnerstag stehen die Betriebsbesichtigungen an, und am Freitag wird ein Fazit der Woche gezogen.

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