„Bewerbungscamp“: Coaching-Workshop mit Martin Hrach
Selbstbewusst ins Gespräch

Drensteinfurt -

Wie präsentiere ich mich am besten beim Vorstellungsgespräch? Diese Frage treibt die Teamschüler derzeit um, denn in dieser Woche durchlaufen die Neuntklässler das „Bewerbungscamp“. Bei einem Coaching-Workshop gab es nun hilfreiche Tipps vom Fachmann.

Mittwoch, 05.02.2020, 06:57 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 17:02 Uhr
Martin Hrach reflektierte mit der Schülergruppe die schon absolvierten Vorstellungsgespräche und gab den Neuntklässlern Tipps für die zweite Runde mit auf den Weg. Wichtig: Optik und Akustik spielen für den ersten Eindruck die entscheidende Rolle.
Martin Hrach reflektierte mit der Schülergruppe die schon absolvierten Vorstellungsgespräche und gab den Neuntklässlern Tipps für die zweite Runde mit auf den Weg. Wichtig: Optik und Akustik spielen für den ersten Eindruck die entscheidende Rolle. Foto: Nicole Evering

„Der erste Eindruck zählt.“ Oder: „Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.“ Es sind Sprichwörter wie diese, die deutlich machen, welche immense Bedeutung Aussehen und Auftreten eines Menschen haben.

Die platten Weisheiten untermauerte Martin Hrach , selbstständiger Personalberater und -trainer aus Drensteinfurt, gestern bei einem Coaching-Workshop in der Teamschule mit nackten Zahlen. „Von den 100 Prozent, mit denen wir auf unser Gegenüber wirken, entfallen 55 Prozent auf die Optik.“ 38 Prozent mache die Akustik, also eine deutliche Aussprache und Betonung, aus. Nur sieben Prozent bleiben da am Ende übrig für den eigentlichen Gesprächsinhalt und das fachliche Vorwissen. Das hinterließ gehörigen Eindruck bei den Neuntklässlern, die in dieser Woche das „Bewerbungscamp“ durchlaufen. „Es geht also nicht so sehr darum, was ich sage, sondern darum, wie ich es sage“, gab Hrach den Schülern als Tipp mit auf den Weg.

Selbst Fragen stellen

Die Jugendlichen hatten gestern Morgen bereits ihre ersten Vorstellungsgespräche absolviert und reflektierten diese innerhalb des kleinen Workshops. „Ich war sehr aufgeregt“, erklärte Lucia. „Aber mir wurde gesagt, dass man mir das gar nicht so sehr angemerkt hat.“ Vanessa war im Gespräch nach ihren Geschwistern gefragt worden. „Das fand ich komisch. Ich habe aber darauf geantwortet.“ Ob es in solchen Fällen erlaubt sei, selbst Fragen zu stellen, wollten die Schüler wissen. „Auf jeden Fall“, so Martin Hrach, der sonst Firmen in ganz Deutschland in Sachen interner und externer Kommunikation berät. „Durch eigene Fragen zeigt ihr euer Interesse. Ihr dürft auch sagen, wenn ihr eine Frage nicht verstanden habt oder einen Moment über die Antwort nachdenken müsst.“

Der erste Eindruck entsteht schon in den ersten ein bis drei Sekunden.

Martin Hrach

Nervosität sei in so einem Fall ganz normal. Durch die persönlichen Wirkungsmittel – wie etwa Kleidung, Mimik, Gestik, eine gerade Haltung, ein freundliches Lächeln, ein fester Händedruck und eine deutliche Aussprache – könne man die Personaler aber von sich überzeugen. „Die wollen euch kennenlernen und schauen, ob ihr zur Firma passt. Der erste Eindruck entsteht schon in den ersten ein bis drei Sekunden. Deshalb ist es so wichtig, wie ihr auf das Gegenüber wirkt.“ Ein gesundes Selbstbewusstsein sollte also das fachliche Wissen über das Unternehmen, bei dem man sich um eine Stelle bewirbt, flankieren.

Mit diesen Hinweisen vom Experten gehen die Teamschüler heute in die zweite Runde der simulierten Vorstellungsgespräche.

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