Teamschüler besuchen den Sendenhorster Maschinenbauspezialisten WF
Wo aus einem Rohr eine Flasche wird

Sendenhorst/Drensteinfurt -

Beim Besuch des Sendenhorster Unternehmens WF Maschinenbau gab’s für die Drensteinfurter Teamschüler einiges zu Bestaunen. Die Firma stellt Spezialmaschinen für die ganze Welt her.

Donnerstag, 06.02.2020, 16:42 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 14:38 Uhr
Gemeinsam mit zwei Azubis erklärt Susanne Brinkkötter den Teamschülern, was WF macht.
Gemeinsam mit zwei Azubis erklärt Susanne Brinkkötter den Teamschülern, was WF macht. Foto: Josef Thesing

Manch einer der jungen Besucher staunt nicht schlecht, als ihm oder ihr gezeigt wird, wie eine Maschine in kurzer Zeit aus einem Metallrohr eine Sauerstoffflasche formt, an der am Ende nur noch die Farbe und das Ventil fehlen. „Wir verformen nur, ohne das etwas abgeschnitten wird“, erklärt am Donnerstagmorgen Susanne Brinkkötter , die im Sendenhorster Unternehmen WF Maschinenbau unter anderem für Entwicklung und Konstruktion aber auch für die Ausbildung zuständig ist. Jene, die staunen, sind aus Drensteinfurt angereist: Im Rahmen des „Bewerbungscamps“ besuchen Teamschüler aus Jahrgang neun den Maschinenbauspezialisten und anschließend die VEKA AG.

Susanne Brinkkötter stellt eine Maschine vor.

Susanne Brinkkötter stellt eine Maschine vor. Foto: Josef Thesing

Spezialisten für Spezialmaschinen

Was WF macht, wussten die meisten der Schüler offenbar nicht, bevor sie die Eingangstür hinter sich gelassen hatten. „Wir entwickeln und bauen Maschinen unter anderem für Zulieferer der Automobilindustrie, für die Luft- und Raumfahrttechnik oder für die Medizin“, erklärt Susanne Brinkkötter. Sauerstoffflaschen zum Beispiel.

Wir entwickeln und bauen Maschinen unter anderem für Zulieferer der Automobilindustrie, für die Luft- und Raumfahrttechnik oder für die Medizin.

Susanne Brinkkötter, WF

Die Sendenhorster sind Spezialisten im Bau von Maschinen, um‘s mal einfach auszudrücken, mit denen Metall geformt wird. Die Felgen des Mercedes oder auch des Hyundai werden beispielsweise mit Maschinen gedrückt, die in Sendenhorst gebaut wurden. „Wir haben uns extrem entwickelt“, erzählt Susanne Brinkkötter im Gespräch mit den WN. Und den Schülern sagt sie, dass das Unternehmen mal mit fünf Mitarbeitern gestartet ist und heute 110 Menschen beschäftigt.

Azubi Arne Havers erklärt, was gemacht wird.

Azubi Arne Havers erklärt, was gemacht wird. Foto: Josef Thesing

Spezialmaschinen, die von Spezialisten entwickelt wurden, um Massenprodukte wie Felgen ohne jeglichen „Verschnitt“ herzustellen, sind in der Industrie gefragt. „Wir expandieren weiter“, kündigt Susanne Brinkkötter an. Auf dem 8000 Quadratmeter großen Betriebsgelände ist zum Beispiel unlängst eine neue Produktionshalle in Betrieb genommen worden. Für die Entwicklung und den Bau von Spezialmaschinen braucht es menschliche Spezialisten. Feinwerkmechaniker zum Beispiel, männlich oder weiblich. „Wir haben in den vergangenen Jahren sehr gute Auszubildende eingestellt“, erklärt Susanne Brinkkötter. 14 sind es derzeit, vor allem aus Sendenhorst, Ahlen und Drensteinfurt. Die Auswahl für den Sommer läuft. Den jungen Gästen sagt sie, dass Spaß an Technik eine Voraussetzung sei, wie auch Mathe sowie ein bisschen Physik und Chemie. Teamfähigkeit auch – klar. Aber die ist heutzutage ja in jedem Job gefragt. Der Realschulabschluss – oder Vergleichbares – sei gut für den Start. Duale Ausbildung mit Studium gebe es auch. Ein Praktikum ist, wie in vielen Unternehmen, vor dem Gespräch über eine Ausbildung obligatorisch.

WF ist bei allen Ausbildungsmessen in der Region vertreten, um junge Mitarbeiter kennenzulernen, die dann irgendwann vielleicht eine Maschine konstruieren und bauen, an die heute noch niemand denkt.

Deshalb ist das Lernen nie vorbei, auch nicht nach der Ausbildung. „Natürlich gehen die Frauen und Männer bei uns auch auf externe Lehrgänge“, erklärt Susanne Brinkkötter.

Die Schüler bestaunen ein Werkstück.

Die Schüler bestaunen ein Werkstück. Foto: Josef Thesing

Ach ja, Englisch sei sehr hilfreich. Warum? „Wir sind in der ganzen Welt vertreten, und unsere Jungs fahren natürlich für die Montage mit“, sagt die Ausbildungsleiterin. Also: auf nach Kanada, Japan oder an den Persischen Golf.

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