Alte Post erhält elektronische Schließanlage
Stadt: Zwei Schlüssel sind genug

Drensteinfurt -

Vor zwei Jahren ist die Alte Post als Versammlungsstätte ausgewiesen worden. Zeitnah soll ein einheitliches Schließsystem installiert werden, das es etwa den Rettungskräften ermöglicht, schnell in alle Räume zu gelangen. Aus Kostengründen sollen pro Ratsfraktion aber nur je zwei Schlüssel ausgehändigt werden.

Montag, 10.02.2020, 06:14 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 12:20 Uhr
Im Drensteinfurter Wahrzeichen tagt nicht nur die Politik. Die Alte Post dient vielmehr auch als Veranstaltungs- und Versammlungsort. Nun soll das historische Gebäude eine elektronische Schließanlage erhalten.
Im Drensteinfurter Wahrzeichen tagt nicht nur die Politik. Die Alte Post dient vielmehr auch als Veranstaltungs- und Versammlungsort. Nun soll das historische Gebäude eine elektronische Schließanlage erhalten. Foto: Birgitta Raulf

Seit Jahrzehnten dient sie als Tagungsort für Rat und Fachausschüsse. Aber auch der Heimatverein schätzt das historische Ambiente des Drensteinfurter Wahrzeichens und nutzt die Alte Post gerne für seine traditionellen Upkammerabende und sonstige Veranstaltungen. Hinzu kommen regelmäßige Konzertveranstaltungen, etwa im Rahmen der Folk-Live-Reihe der Stadt. Und dann sind da ja auch noch die Ratsfraktionen, die sich dort zur Vorbereitung der jeweiligen Sitzungen treffen. Kurz: Die Alte Post wird vielfältig genutzt. Das ist über die Jahre hinweg natürlich auch den beteiligten Bauaufsichtsbehörden nicht entgangen. Mit der Folge, dass das historische Gebäude vor zwei Jahren auch formell als Versammlungsstätte ausgewiesen werden musste – verbunden mit einer ganzen Reihe von zusätzlichen Brandschutzauflagen. Und dazu zählt auch der Einbau eines einheitlichen Schließsystems, das es den Rettungskräften im Ernstfall ermöglicht, schnell und problemlos in die jeweiligen Räume zu gelangen. Wie die Verwaltung in der Vorlage zur nächsten Sitzung des Rates am kommenden Montag erläutert, soll ein entsprechendes System nun zeitnah installiert werden.

„Die Stadt rüstet seit vielen Jahren die städtischen Gebäude mit einem einheitlichen elektronischen Schließsystem um, um die Sicherheit für Personen, Anlagen und Gegenstände in den Gebäuden sowie die Flexibilität gegenüber dem bisherigen System zu erhöhen“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. „Die Schlüssel müssen nicht einzeln ,nachgemacht‘ werden, sondern können zentral von der Verwaltung für jedes einzelne Schloss programmiert oder zeitlich aktiviert werden.“ Das, so die Stadt, ermögliche nicht nur einen flexiblen Einsatz, sondern biete auch den Vorteil, dass einzelne Schlüssel im Verlustfall einfach deaktiviert werden können, damit nicht gleich das gesamte Schließsystem ausgetauscht werden muss.

Schwierigkeiten mit der Versicherung

„Für viele städtische Gebäude – auch bei der Alten Post – ist heute kaum noch nachvollziehbar, wie viele Schlüssel tatsächlich im Umlauf sind“, schildert Bauamtsleiter Christoph Britten. „Neben den offensichtlichen Nachteilen würde dies für den Fall eines gewaltlosen Einbruchs auch zu erheblichen Schwierigkeiten mit der Versicherung führen.“

Um dem vorzubeugen, sollen alle relevanten Außen- und Innentüren der Alten Post in den kommenden Wochen mit elektronischen Schließzylindern versehen werden. „Auf diese Weise wird dann auch erstmals eine komplette und sinnvolle Trennung der Nutzung im Obergeschoss von der im Erdgeschoss möglich“, schildert der Bauamtsleiter. „Das führt auch zu einer deutlichen höheren Sicherheit der Fraktionsräume im Obergeschoss vor fremden Zugriff.“

Zwei Schlüssel für jede Fraktion sind wenig realistisch für die ehrenamtliche Arbeit in einer kommunalen Ratsfraktion.

Maria Tölle und Bernhard Meyer, Grüne

Ein Vorhaben, das die Grünen-Fraktion grundsätzlich begrüßt. Kritik gibt es aber an der geplanten „pauschalen Schlüsselzuweisung“, wie sie die Verwaltung bislang geplant hat. Demnach sollen alle Ratsfraktionen – unabhängig von ihrer Mitgliederstärke – aus Kostengründen lediglich zwei elektronische Schlüssel erhalten. „Zwei Schlüssel für jede Fraktion sind wenig realistisch für die ehrenamtliche Arbeit in einer kommunalen Ratsfraktion, besonders im Hinblick auf die Sitzungsvorbereitung mit sachkundigen Bürgern“, heißt es der Stellungnahme der Grünen-Fraktionsmitglieder Maria Tölle und Bernhard Meyer.

„Eine ordnungsgemäße Arbeit ist so nicht möglich – und wir bedauern die mangelnde Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit. Ein vorheriges Gespräch mit den Mitgliedern der Fraktion hätte Klärung bringen können. Daher beantragen wir, die vorgegebene Anzahl der Schlüssel zu überdenken und den Fraktionen eine Anzahl an Schlüsseln zur Verfügung zu stellen, die deren ehrenamtliche Arbeit im Rat und in den Ausschüssen gut ermöglicht.“

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