Das Mensa-Team versorgt die Schüler jeden Morgen mit belegten Brötchen
Ansturm in der großen Pause

Drensteinfurt -

Salami, Kinderwurst, Obst und Müsli: Noch bevor am Morgen die erste Schüler zum Unterricht eintrudeln, herrscht in der Küche der Teamschule bereits rege Betriebsamkeit. Mittlerweile gibt es die Mensa seit zehn Jahren – und das Angebot wird sehr gut angenommen.

Freitag, 14.02.2020, 23:32 Uhr aktualisiert: 16.02.2020, 16:32 Uhr
Jeden Morgen frische Brötchen und drei Mal pro Woche ein warmes Mittagessen: In der Mensa wirbeln an diesem Tag Karin Hackenesch, Marion Lüring und Birgit Mackenbrock (Bild r., v.l.), um die Teamschüler zu verpflegen. Das Angebot nehmen diese schon am Morgen in großer Zahl wahr.
Jeden Morgen frische Brötchen und drei Mal pro Woche ein warmes Mittagessen: In der Mensa wirbeln an diesem Tag Karin Hackenesch, Marion Lüring und Birgit Mackenbrock (Bild r., v.l.), um die Teamschüler zu verpflegen. Das Angebot nehmen diese schon am Morgen in großer Zahl wahr. Foto: Nicole Evering

Draußen ist es noch dunkel, doch in der Küche der Teamschule wird bereits fleißig gearbeitet. Im Akkord schneiden Birgit Mackenbrock und Karin Hackenesch Brötchen auf, schmieren Butter auf die Hälften und belegen sie mit Käse, Salami, Kinderwurst oder Putenbrust. 120 Mal die gleichen Handbewegungen, nach nicht einmal einer halben Stunde ist alles fertig. Dann werden noch die Schokocroissants, die Laugenstangen, das Obst und das Müsli appetitlich angeordnet. Und als es um halb zehn zur ersten großen Pause schellt und die Teamschüler in Richtung Mensa stürmen, stehen die Frauen schon hinter der Theke bereit…

Seit zehn Jahren gibt es die Mensa nun. Und sie ist im Laufe der Zeit stetig gewachsen. „Wir haben mit zwei Mittagessen angefangen, und die Kinder konnten auch nur zwischen Menü A und Menü B wählen“, erinnert sich Birgit Mackenbrock, die von Beginn an zum Team gehört und mittlerweile die Leitung übernommen hat. Heute gibt es drei Mittagessen – immer montags, mittwochs und donnerstags, angepasst an die langen Unterrichtstage. Zusätzlich tischt das Team seit etwa zwei Jahren jeden Morgen ein Frühstück auf. „Und das wird wirklich gut angenommen“, berichtet Karin Hackenesch, die ebenfalls schon seit zehn Jahren an Bord ist. Insgesamt besteht das Mensa-Team aus fünf Kräften, die bei der Ausgabe, beim Kassieren und später beim Aufräumen nach dem Mittagessen von einigen älteren Schülern tatkräftig unterstützt werden.

Die Idee für das Frühstück sei aus den Reihen der Eltern gekommen, erklärt Mackenbrock. „Das fehlt hier“, sei damals der Tenor gewesen. Zudem sei nun der Anreiz, den Schulhof – verbotenerweise – zu verlassen, um sich mal eben ein Brötchen zu kaufen, geringer. Zusammen mit der Stadt, die Trägerin der Teamschule ist, sei alles durchkalkuliert worden. „Wichtig war dabei, dass die Zutaten frisch und regional sind“, so die Mensa-Leiterin. Also kommen die Brötchen von der Bäckerei Lüningmeyer und der Aufschnitt von der Fleischerei Kottenstedde. Auf den Kakao-Trinkpäckchen sind, damit sie nicht über den gesamten Schulhof verteilt werden, 50 Cent Pfand. „Das wirkt. Seitdem bringen die Schüler diese tatsächlich viel besser wieder zurück“, sagt Mackenbrock lachend. Und neuerdings, das war ein Wunsch seitens der Schüler, wird auch laktosefreier Kakao angeboten.

Das Mittagessen wird von der „Statt-Küche“ in Bergkamen vorgekocht angeliefert und in den eigenen Konvektomaten fertig gegart. Neben einem wechselnden Tagesgericht gibt es immer Pizza, Nudeln und eine Salatbar. Für die Vegetarier ist also auch stets etwas dabei. „Aber die meisten Kinder essen gerne Fleisch“, sagen Mackenbrock und Hackenesch unisono. Hamburger, Bratwurst und Schnitzel kommen besonders gut an – aber auch Bratkartoffeln und Eintöpfe werden gerne gegessen. Für den süßen Zahn stehen Pudding oder Götterspeise bereit. Aus den übrig gebliebenen Äpfeln und Bananen vom Vortrag zaubert Marion Lüring zudem spontan einen Obstsalat. Und zwischendurch wird immer wieder gespült und geputzt.

Die Chemie im Team stimmt, ein Rad greift ins andere. Während Karin Hackenesch sich, nachdem die Brötchen fertig geschmiert sind, schon einmal dem Gemüse schnippeln widmet, hat Marion Lüring das Tagesgericht im Blick und bereitet die einzelnen Komponenten vor. Es gibt Seelachsfilet mit Rahmspinat und Kartoffelbrei. Davon hat Birgit Mackenbrock nicht allzu viele Portionen bestellt, denn Fisch steht bei den Teamschülern nicht unbedingt ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Da die „Statt-Küche“ aber viele verschiedene Abnehmer hat, können zwar manche, aber nicht alle Wünsche aus Stewwert berücksichtigt werden. Und gesetzlich sei sowieso vorgeschrieben, dass bei der sogenannten Gemeinschaftsverpflegung nur zwei Mal pro Woche Fleisch auf dem Speiseplan stehen solle. „Das geht leider ein bisschen an der Praxis vorbei“, berichtet Karin Hackenesch aus Erfahrung. Dann kommt heute eben Salami auf die Pizza, so haben die Kinder die Wahl.

131 Schüler sind heute zum Mittagessen angemeldet. Das kann Birgit Mackenbrock im Computersystem sehen. Denn anders als beim Frühstück, das bar bezahlt werden muss, wird das warme Essen über eine spezielle Chipkarte abgerechnet. Gebucht werden können einzelne Tage oder Wochen-Abos – so können die Familien flexibel planen, wie oft ihr Kind in der Mensa essen soll. Die Pläne hängen zwei Wochen im Voraus in der Schule aus. Der Vorteil: Das Mensa-Team weiß, wie viel es wovon vorbestellen muss, so dass am Ende des Tages möglichst wenig, am besten gar nichts, weggeworfen werden muss.

Beim Frühstück hat das schon mal bestens funktioniert. Knapp zehn Schoki-Brötchen und eine Laugenstange liegen noch in der Auslage, als die Schüler sich schon wieder auf den Weg in Richtung Klassenräume gemacht haben. Der Rest wird in der zweiten großen Pause angeboten oder ins Lehrerzimmer gebracht. Und manchmal fällt auch noch das eine oder andere Teil für die fleißigen Mensa-Mitarbeiterinnen selbst ab.

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