Erzählzelt macht an Grundschulen Station
Die wunderbare Welt der biblischen Geschichten

Drensteinfurt -

Das Erzählzelt des Vereins „Theomobil“ wird Ende März und Anfang April an den drei Grundschulen im Stadtgebiet aufgebaut. Aber nicht nur die Schüler dürfen sich auf schöne Geschichten freuen. An den Nachmittagen wird es jeweils offene Vorstellungen für alle anderen interessierten Bürger geben.

Donnerstag, 27.02.2020, 07:09 Uhr aktualisiert: 28.02.2020, 16:44 Uhr
Thomas Hoffmeister-Höfener ist professioneller Geschichtenerzähler. Gemeinsam mit seiner Kollegin Susanne Tiggemann kommt der Albersloher samt Erzählzelt nach Drensteinfurt.
Thomas Hoffmeister-Höfener ist professioneller Geschichtenerzähler. Gemeinsam mit seiner Kollegin Susanne Tiggemann kommt der Albersloher samt Erzählzelt nach Drensteinfurt. Foto: iss-

Nach einer langen Zeit der Vorbereitung ist es gelungen, eine Kooperationsveranstaltung zwischen der Kirchengemeinde St. Regina und den drei Grundschulen zu realisieren. Aber auch alle anderen Interessierten dürfen sich angesprochen fühlen. Denn wenn das Erzählzelt des Vereins „Theomobil“ in den drei Ortsteilen Station macht, sind an den Nachmittagen auch die Bürger zum Besuch eingeladen.

Das Erzählzelt wird am 31. März und am 1. April an der KvG-Grundschule in Drensteinfurt, am 2. April an der Grundschule in Rinkerode und am 3. April an der Lambertusschule in Walstedde stehen. Die Vormittage sind den Schülern vorbehalten. Am Nachmittag wird jeweils um 15 Uhr eine offene Vorstellung für Erwachsene und Kinder (ab vier Jahren) organisiert. „Das Angebot gilt allen aus der Gemeinde, die ins Zelt kommen und den Geschichten lauschen möchten“, heißt es in einer Mitteilung der Kirchengemeinde. „Die Erzählkünstler Susanne Tiggemann und Thomas Hoffmeister-Höfener werden die Menschen mitnehmen in die wunderbare Welt biblischer Geschichten.“

Das Erzählzelt des Vereins „Theomobil“ sei ein besonderer, ein magischer Ort, heißt es in der Ankündigung. „Wir haben das immer wieder erlebt: Kaum hatten wir das Zelt aufgebaut, standen die Kinder bereits neugierig im Eingang und lugten hinein. Die ausgelegten Teppiche und Kissen, das schummrige Licht und der Erzählplatz ließen schnell eine ganz besonders erwartungsvolle Stimmung aufkommen“, beschreibt Thomas Hoffmeister-Höfener. Der Albersloher ist gemeinsam mit Susanne Tiggemann aus Schwerte bundesweit unterwegs, um die Erzählkultur zu fördern. „Heute ist mündliches Erzählen in den Familien und in den Gemeinden nicht mehr selbstverständlich – leider. Daher versuchen wir, es Kleinen wie Großen wieder neu zu vermitteln“, sagt Hoffmeister-Höfener, dessen Verein aus Sendenhorst an der Schnittstelle zwischen Kunst und Religion tätig ist.

Aus einem alten, kostbaren Buch

„Es wird erzählt…“: So beginnen die Geschichten, die die beiden Künstler darbieten werden. Denn sie sind nicht erfunden. Sie stehen in einem kostbaren, alten Buch: der Bibel. „Manche Geschichten aus diesem Buch sind uns bekannt und seltsam vertraut, wie ein Gesang aus unserer Kindheit“, sagt Susanne Tiggemann. „Frei und mit eigenen Worten erzählt, entfalten sie wieder ihre ganz eigene Wirkung.“ Denn im Erzählzelt werden die Geschichten nicht bloß vorgelesen, sondern mündlich und mit viel Gestik und Mimik dargeboten. Da bekomme man das Gefühl, plötzlich mittendrin zu sein und alles hautnah mitzuerleben, heißt es weiter.

„Wir erhoffen uns von dieser Aktion, dass die biblischen Geschichten ‚lebendig‘, dass wir die Freude am christlichen Glauben damit weiter entfachen werden. Und wir freuen uns, dass die Grundschulen, die Kindertageseinrichtungen, die Pfarrgemeinde und das Bistum Münster, das uns bei diesem Projekt großzügig finanziell unterstützt, an einem Strang ziehen“, sagt Pastoralreferentin Mechthild Döbbe , die das Projekt angestoßen hat.

Heimelige Atmosphäre im Zelt

Auch Jutta Nienhaus, Leiterin der Rinkeroder Grundschule, freut sich schon auf das Projekt. „Es hat einen ganzheitlichen Ansatz, den wir an unserer Schule auch sonst verfolgen: Es fördert die deutsche Sprache, beschäftigt sich mit Religion, dient der Fantasiebildung und bezieht auch den Bereich Kunst mit ein.“ Zudem würden die Kinder lernen, zur Ruhe zu kommen und sich ganz aufs Zuhören zu konzentrieren. Sie selbst sei schon sehr gespannt auf die heimelige Atmosphäre im Zelt, das wegen der besseren Wetterunabhängigkeit in der Turnhalle aufgebaut wird.

In Drensteinfurt wird das rote Zelt auf dem Schulhof zwischen Gebäude und Bolzplatz aufgestellt. Jeder Jahrgang wird an beiden Tagen jeweils ein Mal in den Genuss der 45-minütigen Erzählrunden kommen, erklärt Schulleiter Norbert Bolz. Am Nachmittag ist das Schulgelände dann für alle anderen Interessierten geöffnet. Für den Auf- und Abbau des mehr als vier Meter hohen und zehn Meter breiten Zeltes – am 30. März ab 17.30 Uhr und am 1. April ab 16 Uhr – werden übrigens noch Helfer gesucht.

Das war ein schönes, fröhliches Miteinander.

Pastoralreferentin Mechthild Döbbe über die Fortbildung

Ein schönes Zwischenergebnis habe das Projekt schon jetzt erzielt, berichtet Mechthild Döbbe. Bei den Vorbereitungen auf die Erzähltage sei eine ganztägige Fortbildung zum freien Erzählen biblischer Geschichten veranstaltet worden, an der sowohl ehrenamtliche als auch hauptamtliche Mitarbeiter der Gemeinde, Religionslehrer, Erzieherinnen und Katechetinnen teilgenommen hätten. „Das war ein schönes, fröhliches Miteinander“, sieht Döbbe darin einen wichtigen Impuls für die weitere Vernetzung im pastoralen Raum.

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