Heiko Schwarz übernimmt Synagogenverein
Ehepaar Omland gibt Vorsitz nach 40 Jahren ab

Drensteinfurt -

Der Synagogenverein hat einen neuen Vorsitzenden. Nach 40 Jahren an der Spitze hat Dr. Kurt Omland sein Amt in jüngere Hände übergeben. Auch seine Ehefrau und Stellvertreterin, Dr. Sabine Omland, stand nicht zur Wiederwahl. Beide sollen nun Ehrenvorsitzende werden.

Donnerstag, 27.02.2020, 15:08 Uhr aktualisiert: 28.02.2020, 16:44 Uhr
Nach 40 Jahren als Vorsitzende des Fördervereins wurden Dr. Kurt und Dr. Sabine Omland mit Blumen verabschiedet. Foto: Nicole Evering
Nach 40 Jahren als Vorsitzende des Fördervereins wurden Dr. Kurt und Dr. Sabine Omland mit Blumen verabschiedet. Foto: Nicole Evering

Ein Ära ist am Mittwoch zu Ende gegangen. Nach gut 40 Jahren haben sich Dr. Kurt und Dr. Sabine Omland nicht mehr als Vorsitzende des „Vereins zur Erhaltung und Nutzung der Synagoge“ zur Wahl gestellt. Doch es ist dem Förderverein gelungen, einen – jungen – Nachfolger für diesen Posten zu gewinnen. Heiko Schwarz , Lehrer an der Teamschule und erst seit Kurzem Vereinsmitglied, wurde von den knapp 15 anwesenden Mitgliedern einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der Posten seines Stellvertreters bleibt allerdings vakant.

„Das Ehepaar Omland ist immer der Motor dieses Vereins gewesen. Ihm gebührt ganz großer Dank“, sagte anschließend der wiedergewählte Schriftführer Hansgeorg Hartberger, der diesen Posten ebenfalls schon seit 40 Jahren bekleidet. Es gab Applaus und einen Blumenstrauß. Dr. Kurt Omland hatte sich aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Wiederwahl gestellt. Seine Frau wollte überdies Platz für Jüngere machen. Wiedergewählt wurden Kassiererin Erna Trojahn und Beisitzerin Waltraud Angenendt. Den Posten des zweiten Beisitzers bekleidet nun Ilse Blomberg. Zum zweiten Kassenprüfer neben der wiedergewählten Margarete Silling wurde Walter Huge bestimmt.

Sie machen uns eine große Freude, wenn Sie die Arbeit in Ihre Hände nehmen und damit vielleicht auch Jüngere in den Verein holen.

Walter Huge zu Heiko Schwarz

„Sie machen uns eine große Freude, wenn Sie die Arbeit in Ihre Hände nehmen und damit vielleicht auch Jüngere in den Verein holen“, hatte eingangs Wahlleiter Huge erklärt. Schwarz, der vor seiner Zeit als Lehrer Berufsmusiker gewesen ist und seit 15 Jahren mit seiner Familie in Drensteinfurt lebt, sagte, es hätten ihm gegenüber bereits viele Eltern der Teamschule Interesse an der Arbeit des Fördervereins bekundet. Dies liege in erster Linie in der politischen Bildungsarbeit der Schule begründet. Im vergangenen Jahr hatte zum Beispiel Yaffa Ashkenazi Stewwert und auch die Teamschule besucht. Sie ist die Tochter von Hertha Salomon, der einzigen Drensteinfurter Jüdin, die den Holocaust überlebt hat. Und zum ersten Mal haben Sekundarschüler vor Kurzem die Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar besucht und darüber anschließend auch bei einem Vortrag in der ehemaligen Synagoge berichtet. Schwarz‘ Wunsch, die Zusammenarbeit zwischen Förderverein und Teamschule – sowie auch mit anderen umliegenden Schulen – zu verstärken, trägt also bereits Früchte.

Feierstunde zur Verabschiedung

Doch auch wenn man, so Hartberger, mit Freude in die Zukunft blicken könne, dürfe man angesichts des Umbruchs im Vorstand auch ein wenig traurig sein. Er regte an, das Ehepaar Omland zu Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Dies stieß bei den Mitgliedern auf große Zustimmung. Dazu möchte der Verein bald eine Feierstunde veranstalten, bei der das langjährige Wirken von Dr. Kurt und Dr. Sabine Omland noch einmal gebührend gewürdigt werden soll.

Der neu gewählte Vorstand mit (vorne v.l.) Erna Trojahn, Heiko Schwarz, Ilse Blomberg und (hinten v.l.) Waltraud Angenendt, Margarete Silling und Hansgeorg Hartberger.

Der neu gewählte Vorstand mit (vorne v.l.) Erna Trojahn, Heiko Schwarz, Ilse Blomberg und (hinten v.l.) Waltraud Angenendt, Margarete Silling und Hansgeorg Hartberger. Foto: Foto: Nicole Evering

Dass die Arbeit des Fördervereins gerade in der aktuellen Zeit sogar an Bedeutung gewonnen habe, darin waren sich alle einig. „Es ist wichtig, das Andenken an die Nazi-Barbarei vor 75 Jahren quer durch alle Gesellschaftsschichten und Konfessionen wach zu halten“, betonte Hartberger.

Die restliche Zeit der Versammlung, die in der Upkammer der Alten Post stattfand, verbrachten die Mitglieder damit, Ideen für künftige kulturelle Veranstaltungen zusammenzutragen. Unter anderem ist ein Vortrag mit Prof. Dr. Walter Gödden, Geschäftsführer der Literaturkommission für Westfalen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und wissenschaftlicher Leiter des Museums für Westfälische Literatur Haus Nottbeck, zum Thema „Judentum in Deutschland“ in Planung.

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