85 Walstedder Grundschüler ziehen vorübergehend in die Teamschule
Provisorium erster Klasse

Drensteinfurt/Walstedde -

Lange wurde geplant – nun wird in und an der Walstedder Grundschule gebaut. Damit der Unterricht dennoch weitergehen kann, erwartet 85 Dritt- und Viertklässler ab Montag eine gut organisierte Übergangslösung – und zwar in der Drensteinfurter Teamschule.

Freitag, 28.02.2020, 22:37 Uhr aktualisiert: 01.03.2020, 11:42 Uhr
Machten sich vor Ort ein Bild von den künftigen Klassenräumen der Lambertusschule (v. li.): Bürgermeister Carsten Grawunder, Elke Göller (Schulamt), Udo Eichmann (Hausmeister) sowie Schulamtsleiter Gregor Stiefel und die beiden Schulleiterinnen Birgitta von Rosenstiel und Anja Sachsenhausen.
Machten sich vor Ort ein Bild von den künftigen Klassenräumen der Lambertusschule (v. li.): Bürgermeister Carsten Grawunder, Elke Göller (Schulamt), Udo Eichmann (Hausmeister) sowie Schulamtsleiter Gregor Stiefel und die beiden Schulleiterinnen Birgitta von Rosenstiel und Anja Sachsenhausen. Foto: Dietmar Jeschke

Es riecht noch nach frischer Farbe. Die Wände strahlen hell. Die Klassenschilder wurden bereits sauber aufgehängt, und die kleinen Tische und Stühle stehen akkurat in Reihe und Glied. Kurz: Einem gelungenen „Provisoriumsauftakt“ sollte am Montag nichts mehr im Wege stehen. Mindestens ein halbes Jahr lang wird der Unterricht für 85 Dritt- und Viertklässler aus Walstedde ab der kommenden Woche in Drensteinfurt stattfinden – und zwar im umfassend dafür hergerichteten Altbautrakt der Teamschule am Autermannsgraben. Und während es sich die älteren Grundschüler in ihrem neuen Lernumfeld erstmalig bequem machen, werden auch die Erst- und Zweitklässler der Lambertusschule ihre Stühle rücken müssen. Sie ziehen dann nämlich in die Räume, die von den umfassenden An- und Umbauarbeiten am Walstedder Schulgebäude nicht betroffen sind.

Damit die Übergangslösung für alle so reibungslos wie möglich klappt, wurde sie bis ins Detail von den beiden Schulen und vom Schulamt der Stadt vorbereitet – eigens organisierter Bustransfer für die Walstedder Grundschüler inklusive. Wie Schulleiterin Birgitta von Rosenstiel am Freitag beim Ortstermin im temporären Drensteinfurter Domizil erläutert, werden 65 der insgesamt 85 betroffenen Dritt- und Viertklässler morgens per Bus von Walstedde nach Drensteinfurt und mittags wieder zurück gebracht – und das bei entsprechendem Wunsch der Eltern sogar ab der und bis zur eigenen Haustür. Zehn weitere Lambertusschüler wohnen ohnehin in Drensteinfurt, so dass für sie der neue Schulweg kein Problem sein wird. „Und die Rinkeroder Schüler werden wie gewohnt gebracht“, sagt von Rosenstiel, die sich vor allem bei Teamschulleiterin Anja Sachsenhausen für die entgegenbrachte Gastfreundschaft bedankte. „Es hat uns wirklich sehr beeindruckt, wie das Kollegium der Teamschule auf uns zugekommen ist“, schildert die Walstedder Rektorin. „Der Dank gilt aber auch der Verwaltung, die die Busfahrten organisiert hat, und der IT-Abteilung der Stadt.“ Letztere hat die vorübergehenden Klassenräume der Grundschüler eigens mit WLAN-Netz ausgestattet, damit der Ipad-Unterricht auch weiterhin reibungslos funktioniert. Und damit sich nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer im neuen Umfeld wohlfühlen, wurde eingangs des eigenen Grundschultraktes auch ein eigenes Lehrerzimmer eingerichtet – Kaffeemaschine, Kopierer, Computer und süßer Willkommensgruß des Teamschulkollegiums inklusive.

Neben den vier Klassenräumen dürfen sich die Dritt- und Viertklässler übrigens auch über einen eigenen Schulhof freuen: Die große und aus Sicherheitsgründen von (mobilen) Zaunelementen umsäumte Freifläche parallel zur Sendenhorster Straße gehört nämlich am Montag ausschließlich den jungen Gastschülern.

Doch beim „Alleinsein“ soll es trotz der Altersunterschiede zwischen Grund- und Teamschülern nicht bleiben. Zusammen mit der Schülervertretung hat die Teamschule vielmehr bereits einige gemeinsame Projekte in den Stiel gestoßen. „Außerdem möchte die Schülervertretung unbedingt Führungen durch die Schule anbieten – weil man Stolz auf die eigenen Gebäude ist“, sagt Anja Sachsenhausen.

Froh ist Grundschulleiterin Birgitta von Rosenstiel nicht nur darüber, dass die Eltern die Übergangslösung ohne Beschwerden mittragen. „Wichtig ist, dass hier der gesamte Unterrichtet stattfinden kann“, so von Rosenstiel. Mittags geht es für alle Gäste aus Walstedde übrigens wieder zurück ins Lambertusdorf. Die Kinder, die die Offene Ganztagsschule besuchen, werden dann in der Gymnastikhalle und im Gruppenraum am Böcken betreut. „Ich danke dem Sportverein für sein Verständnis und biete vorübergehend gerne die Räumlichkeiten der Lambertusschule zur Nutzung für einzelne Kleingruppen des Vereins an“, sagt die Rektorin.

„Wir haben im Vorfeld alle möglichen Alternativen in Betracht gezogen. Die einzige andere Lösung wäre das Aufstellen von Containern gewesen“, ist Bürgermeister Carsten Grawunder überzeugt, dass die vorübergehende Einquartierung der Grundschüler in der Teamschule die eindeutig bessere Variante ist. Und ganz nebenbei könnte es ja auch dem einen oder anderen angehenden Walstedder Fünftklässler in Drensteinfurt gefallen, hoffen die Beteiligten. Der Schulwechsel nach den Sommerferien dürfte dann nur noch eine Formsache sein.

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