Missstände in Rinkeroder Schweinezuchtbetrieb
Deutsches Tierschutzbüro hat Gutachter eingeschaltet

Rinkerode -

Die Staatsanwaltschaft hält sich noch bedeckt. Dafür meldet sich das Deutsche Tierschutzbüro erneut zu Wort – mit einem Gutachterbericht zu den Zuständen in einem Rinkeroder Schweinezuchtbetrieb.

Mittwoch, 04.03.2020, 09:02 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 10:02 Uhr
Die Zustände in einem Rinkeroder Schweinezuchtbetrieb – hier ein Symbolbild – sorgt weiter für Diskussionen. Das Deutsche Tierschutzbüro hat nun einen Gutachter eingeschaltet.
Die Zustände in einem Rinkeroder Schweinezuchtbetrieb – hier ein Symbolbild – sorgt weiter für Diskussionen. Das Deutsche Tierschutzbüro hat nun einen Gutachter eingeschaltet. Foto: Dietmar Jeschke

Auf Missstände in einem Schweinezuchtbetrieb in Rinkerode hat das Deutsche Tierschutzbüro im Dezember aufmerksam gemacht (wir berichteten). Mehr als 2000 Stunden Videomaterial hatten die Aktivisten, die sich heimlich in die Ställe geschlichen hatten, aufgenommen. Sie haben Anzeige erstattet und die gesammelten Daten der Staatsanwaltschaft in Münster zur Verfügung gestellt. Diese hat die Ermittlungen aufgenommen. Auf Anfrage konnte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt jedoch noch keine Einschätzung zu deren Fortschritt abgeben.

Derweil meldet sich jetzt erneut das Deutsche Tierschutzbüro zu Wort. Es habe die Bilder dem ehemaligen Kreisveterinärdirektor Dr. Karl Fikuart gezeigt, der ein Gutachten erstellt habe. „Er sieht den Tatbestand der Tierquälerei gleich mehrfach erfüllt. Zudem kommt er zu dem Fazit, dass diverse Straftaten begangen worden sind“, heißt es in einer Pressemitteilung. Insbesondere der Versuch, Ferkel zu töten, indem man sie auf den Boden schlage oder Tiere mit einer Zange unter Strom setze, zeige einen unsachgemäßen Umgang von ungeschultem Personal. Dr. Fikuart, der viele Jahre Vorsitzendender des Ausschusses für Tierschutz der Bundestierärztekammer gewesen und laut Tierschutzbüro regelmäßig als Gutachter vor Gericht tätig ist, sehe aber auch den Halter beziehungsweise den Betreiber in der Pflicht, denn sie seien verantwortlich dafür, wie die Mitarbeiter mit den Tieren umgingen, heißt es abschließend.

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