Bürgermeister kontrolliert Lage
„Danke für ihren Einsatz“

Drensteinfurt -

Die Corona-Krise hält an. Mittlerweile gelten bundesweit strenge Kontakt- und Hygieneregeln. Ob und wie sie befolgt werden, wollte Bürgermeister Carsten Grawunder wissen. Gemeinsam mit Frank Kronshage vom Ordnungsamt inspizierte er die Supermärkte.

Montag, 23.03.2020, 21:31 Uhr aktualisiert: 24.03.2020, 15:30 Uhr
Dort, wo notwendig, stellt die Stadt Desinfektionstücher zur Reinigung der Einkaufswagengriffe zur Verfügung. Am Wochenende machte sich Bürgermeister Carsten Grawunder persönlich ein Bild von der Situation in den örtlichen Lebensmittelmärkten.
Dort, wo notwendig, stellt die Stadt Desinfektionstücher zur Reinigung der Einkaufswagengriffe zur Verfügung. Am Wochenende machte sich Bürgermeister Carsten Grawunder persönlich ein Bild von der Situation in den örtlichen Lebensmittelmärkten. Foto: Stadt

Leer gefegte Supermarktregale, mit zusätzlichen Glasscheiben geschützte Brottheken, auf den Boden geklebte Abstandshinweiser und gut sichtbar positionierte Desinfektionsmittelspender mit der ausdrücklichen Bitte, sie auch zu benutzen: Wer aktuell in einem der Drensteinfurter Supermärkte einkaufen geht, dem springt die Ausnahmesituation förmlich ins Auge. Die Corona-Krise hat mittlerweile auch das Münsterland fest im Griff – weitreichende Kontaktverbote und verbindliche Hygienerichtlinien inklusive. Ob diese – zumindest beim Einkauf – auch eingehalten werden, wollte die Stadt am Wochenende wissen. Gemeinsam mit Frank Kronshage vom Ordnungsamt war Bürgermeister Carsten Grawunder daher persönlich ausgerückt, um sich in den Nahversorgungszentren ein Bild von der Umsetzung der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu machen.

„Im Vordergrund standen dabei unsere Lebensmittelmärkte. Alle Verantwortlichen und Mitarbeiter in den Märkten haben den Ernst der Lage erkannt und wirken mit bei der Umsetzung der verhängten Maßnahmen. Desinfektionsmittel sind aktuell noch schwer zu bekommen. Für den Anfang haben wir zum Desinfizieren der Einkaufswagen Desinfektionstücher aus dem städtischen Bestand zur Verfügung gestellt, wenn es im Markt noch nichts gibt“, berichtet Grawunder. „Deutlich wurde bei einigen der Mitarbeiter aber auch, dass die letzten Tage für sie kräfte- und nervenzehrend waren. Uns wurde von Beschäftigten berichtet, die völlig erschöpft und den Tränen nahe nach Hause gegangen sind. Und das zum Teil auch deswegen, weil es immer noch Menschen gibt, die sich uneinsichtig zeigen und ihren Unmut an denen auslassen, die einer Lage, wie wir sie noch nie hatten, trotzen und ihre Arbeit nicht nur weitermachen, sondern diese auch noch intensivieren, damit wir trotz aller Einschränkungen, die es zurzeit nun mal gibt, auch weiter all das kaufen können, was wir brauchen oder haben möchten.“

Den Beschäftigten im Einzelhandel gebühre daher allergrößter Dank für ihren Einsatz, so der Bürgermeister. Aber: „Wir müssen sie schützen, so gut es geht. Im Moment gehen wir natürlich davon aus, dass unsere Lebensmittelmärkte, Fleischereien und Bäckereien über die ganze Zeit der aktuellen Krise aufhaben werden (müssen). Nur, wenn das dortige Personal ausfällt, wegen Erkrankung oder Überlastung, was ist dann?“, hofft Grawunder nicht auf eine weitere Verschärfung der Lage. „Ich will aber nicht unerwähnt lassen, dass es auch ganz viele Kunden gibt, die sich verständig und dankbar zeigen und dies auch zum Ausdruck bringen. Daran sollten sich alle ein Beispiel nehmen. Sagen Sie beim nächsten Einkauf mal etwas Nettes zu den Beschäftigten. Das kostet nichts, bewirkt aber ganz viel.“

Die meisten Kunden, die er während seiner Kontrolle getroffen habe, hätten Verständnis für die getroffenen Maßnahmen gezeigt. „Einem ungeduldigen älteren Herrn konnten wir unmittelbar vor Ort helfen, Verständnis dafür zu entwickeln, dass er gefühlt zwar weit weg von der Kasse stand, aber in Wirklichkeit nur drei Wartende vor ihm standen“, schildert der Bürgermeister. „Wir haben den Höhepunkt aber noch nicht erreicht. Wir müssen daher dringend weiter äußerst verantwortungsvoll mit dieser Pandemie umgehen, vorsichtig bleiben und wirklich jeden Kontakt vermeiden, der nicht zwingend notwendig ist. Das ist leider der einzige Weg, denn wir haben noch kein Medikament und keinen Impfstoff gegen dieses Virus. Bitte tragen Sie Ihren Teil dazu bei und unterstützen all diejenigen, die sich um Ihr Wohlergehen an den unterschiedlichsten Stellen sorgen und kümmern.“

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