Kontrolle von Polizei und Ordnungsamt
Nichts zu meckern auf dem Markt

Drensteinfurt -

Werden die Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln auch auf dem Wochenmarkt eingehalten? Davon haben sich Polizeihauptkommissar Robert Kempe, Frank Kronshage vom Ordnungsamt und Bürgermeister Carsten Grawunder ein Bild gemacht. Am Ende gab‘s nichts zu meckern.

Freitag, 27.03.2020, 07:40 Uhr aktualisiert: 27.03.2020, 15:56 Uhr
Polizeihauptkommissar Robert Kempe, Frank Kronshage vom städtischen Ordnungsamt und Bürgermeister Carsten Grawunder (v.l.) haben gestern auf dem Wochenmarkt kontrolliert, ob alle Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln eingehalten werden. Das Fazit: Es gab nichts zu meckern, die Kunden verhielten sich vorbildlich.
Polizeihauptkommissar Robert Kempe, Frank Kronshage vom städtischen Ordnungsamt und Bürgermeister Carsten Grawunder (v.l.) haben gestern auf dem Wochenmarkt kontrolliert, ob alle Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln eingehalten werden. Das Fazit: Es gab nichts zu meckern, die Kunden verhielten sich vorbildlich. Foto: Nicole Evering

Die Sonne strahlt vom blauen Himmel an diesem Donnerstag. Bestimmt auch ein Grund dafür, dass heute besonders viele Bürger den Weg zum Drensteinfurter Wochenmarkt gefunden haben. Doch noch ein weiterer, lange nicht so angenehmer Umstand dürfte seinen Teil zum belebten Marktplatz beigetragen haben: die Corona-Pandemie. Denn trotz aller Einschränkungen, mit denen die Menschen in dieser Zeit leben müssen: Die Wochenmärkte finden statt – und erfahren augenscheinlich einen verstärkten Zulauf.

„Ja, es sind mehr Kunden da, und wir machen mehr Umsatz“, sagt Vinzenz Kuhl , der mit seinem Feinkost-Wagen schon seit vielen Jahren nach Stewwert kommt. Der Marktbeschicker führt dies auch auf geschlossene Restaurants und Kantinen zurück. „Es wird wieder mehr selbst gekocht.“ Und das Einkaufen an der frischen Luft erscheint da aktuell wohl so manchem als eine gute Alternative zum Besuch im Supermarkt.

Als „vorbildlich“ bezeichnet Kuhl auch das Verhalten der Kunden in Drensteinfurt. „Sie halten sich schon von alleine an die Regeln und bleiben auf Abstand.“ Auf dem Wochenmarkt in einer anderen Stadt habe das Ordnungsamt vorsorglich Aufkleber vor den Ständen angebracht, um die derzeit einzuhaltenden eineinhalb bis zwei Meter Platz bis zum nächsten Kunden deutlich zu machen. „Das ist hier gar nicht nötig“, sagt Vinzenz Kuhl, der zwar merkt, dass das Coronavirus derzeit das beherrschende Thema in allen Köpfen ist. Und doch drehen sich nicht alle Gespräche nur darum. Die Stimmung ist eigentlich gut.

Plexiglasscheiben der Marke „Eigenbau“

Das kann auch Barbara Otto bestätigen. Sie hat ihre Auslage an Käsespezialitäten besonders geschützt. „Gut, dass mein Mann ein Bastler ist“, sagt sie schmunzelnd und deutet auf die Plexiglasscheiben der Marke „Eigenbau“, die auch sie selbst vor zu engem Kundenkontakt schützen sollen. „Aber alle warten mega gesittet“, lobt sie. Die Schlange vor dem benachbarten Verkaufswagen des „Angelbäckers“ erstreckt sich derweil einmal quer über den Marktplatz.

Bloß das „Bargeld-Problem“, das lässt sich auf dem Wochenmarkt nicht so einfach umgehen. Volksbank und Sparkasse hatten in der vergangenen Woche dazu aufgerufen, lieber mit Karte und am besten noch kontaktlos zu bezahlen. Dabei brauchen die Käufer ihre Karte nur an das Terminal zu halten. Erst ab einem Betrag von 25 Euro wird eine PIN-Eingabe notwendig. „Damit kann das Ansteckungsrisiko deutlich minimiert werden. Das entspricht auch den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation“, hatte etwa der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Helmut Schleweis, erklärt. Eben das geht an vielen Marktständen (noch) nicht. „Aber das ist eigentlich auch das einzige Manko“, findet Barbara Otto, wäscht sich gründlich die Hände und bedient auch schon die nächste Wartende.

Eine Runde durch die Stadt

Dass auch tatsächlich alle Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden, davon überzeugen sich an diesem Tag die Polizei und das Ordnungsamt in Person von Robert Kempe und Frank Kronshage. Auch Bürgermeister Carsten Grawunder dreht eine Runde durch die Stadt. „Mir ist es wichtig, dass die Menschen merken, dass wir die Lage ernst nehmen.“ Und Kontrolle gehöre da eben auch dazu. Doch mittlerweile seien es nur noch wenige, die sich nicht an die Vorgaben hielten. Auf dem Marktplatz gibt es heute nichts zu meckern.

Einige Mitarbeiter der Verwaltung, deren sonstige Aufgabengebiete derzeit brach liegen, seien ebenfalls im Außendienst im Einsatz, etwa um gesperrte Spielplätze zu überprüfen, erklärt Grawunder. „Für viele hat sich der Arbeitsalltag zum Teil massiv verändert. Aber keiner beklagt sich, sondern alle packen mit. So lässt sich auch die aktuelle Lage gut managen. Dafür bin ich dankbar, und es erfüllt mich auch mit Freude und Stolz“, schickt der Bürgermeister am Ende noch ein Lob in Richtung seines Teams.

Verlegung

Der Wochenmarkt findet – auch in diesen schwierigen Zeiten – jeden Donnerstag von 8 bis 13 Uhr auf dem Marktplatz statt. Angeboten werden saisonale Produkte von regionalen Erzeugern. Wegen des bevorstehenden Feiertags „Karfreitag“ am 10. April wird der Wochenmarkt in der 15. Kalenderwoche auf Mittwoch, 8. April, vorverlegt und findet dann von 13 bis 18 Uhr statt.

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