Angebote der Kirchengemeinde St. Regina zur Osterzeit
„Es wird kein leichtes Fest“

Drensteinfurt -

Es ist das höchste Fest des Kirchenjahres. Festliche Gottesdienste in der vollbesetzten Kirche wird es dieses Mal jedoch nicht geben. Entsprechend bedrückt ist die Stimmung im Seelsorgeteam. Pastor Jörg Schlummer und die Mitarbeiter haben sich dennoch einiges einfallen lassen.

Freitag, 03.04.2020, 22:58 Uhr aktualisiert: 06.04.2020, 14:10 Uhr
Pastor Jörg Schlummer weiß, dass es kein leichtes Osterfest werden wird. Er und das Seelsorge-Team hoffen aber, die Gemeinde mit ihren Angeboten dennoch zu erreichen.
Pastor Jörg Schlummer weiß, dass es kein leichtes Osterfest werden wird. Er und das Seelsorge-Team hoffen aber, die Gemeinde mit ihren Angeboten dennoch zu erreichen. Foto: Nicole Evering

Vor leeren Kirchenbänken predigen zu müssen, das ist für Pastor Jörg Schlummer eine gänzlich ungewohnte Situation. Und insbesondere Ostern , das höchste katholische Fest, mehr oder minder alleine, ohne die gemeinsam singende Gemeinde, feiern zu müssen, „das ist sehr schade“, findet der Pfarrer. „Es ist eine schwere Zeit. Die leeren Kirchen entsprechen der bedrückenden Lage.“ Es werde kein leichtes Fest, doch der Glaube könne auch Halt geben. Und gerade deswegen hat sich das Seelsorge-Team für die Zeit von Palmsonntag bis Ostermontag verschiedene Angebote einfallen lassen, um die Menschen trotzdem zu erreichen.

Die Kirchen sind auch weiterhin täglich von 10 bis 17 Uhr zum stillen Gebet geöffnet. Am morgigen Palmsonntag können die gesegneten Palmzweige mitgenommen werden. Zudem liegen überall Segensworte aus. Dies wird auch an den kommenden Feiertagen so sein. Die Predigten werden darüber hinaus auf der Homepage der Pfarrgemeinde St. Regina eingestellt.

Für Gründonnerstag soll mit einem symbolischen Aufbau in den Kirchen an die Fußwaschung erinnert werden. „Die zwölf Stühle werden in diesem Jahr leider leer bleiben“, sagt der Pastor, der aber darauf hinweist, dass alle Messen von den Priestern dennoch stellvertretend für und in Gedanken mit der gesamten Gemeinde gefeiert werden – natürlich außerhalb der Öffnungszeiten der Gotteshäuser.

Am Karfreitag wird ein Kreuz vor den Altären in St. Regina, St. Pankratius, St. Lambertus und St. Georg aufgebaut. Es besteht die Möglichkeit, kleine Blumen in die bereitstehenden Vasen zu stellen – als Zeichen des Mitgefühls mit Jesus am Kreuz. Sowieso, das findet der Pfarrer, bilde das Osterfest viele Emotionen ab, die die Menschen auch in der aktuellen Corona-Krise umtrieben: Angst und Einsamkeit, aber auch Solidarität und Zuversicht – und am Ende die Auferstehung.

Gerade das Gefühl der Hoffnung soll in diesem Jahr die von Ulla Blanke und Mechthild Fellenberg gestaltete Osterkerze symbolisieren. Sie zeigt einen grünen Weg, der hinein ins Licht führt. Eigentlich sollte das Bild für die mittlerweile zehn Jahre währende Gemeinschaft nach der Kirchenfusion stehen. Doch es passe ebenso gut in diese ernste Zeit und die damit verbundene Zuversicht, dass der schwierige Weg gemeinsam leichter zu gehen sei.

Ab Karsamstag können aus den Kirchen gegen eine Spende die kleinen, gesegneten Osterkerzen mitgenommen werden. „Die sind auch schön zum Mitbringen für Ältere, die die Kirchen derzeit nicht selbst besuchen können“, findet Schlummer.

Dass die Angebote gut ankämen, hätten schon die vergangenen Tage gezeigt. „Die Kopien mit Andachten, die in den Kirchen ausliegen, sind zahlreich mitgenommen worden“, freut sich der Pastor. Das sei gerade wichtig für ältere Menschen, die nicht so Internet-affin seien. Durch die Lage sei man herausgefordert, dem Osterfest eine andere Gestalt zu geben. „Wir machen nun diese Angebote und sprechen die Einladung aus, zum Glauben zu finden.“ Schlummer hofft, dass dies auch weiterhin gut angenommen werde.

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