Schüler haben Nistkästen gebaut
Mit Meisen gegen die Raupen

Drensteinfurt -

Der Eichenprozessionsspinner hat sich in den vergangenen Jahren überall ausgebreitet. In Drensteinfurt wird der Plage aber nicht mit der Chemiekeule begegnet. Stattdessen sollen die natürlichen Fressfeinde gestärkt werden. 250 Bausätze für Nistkästen sind von Schülern, Eltern und Lehrern zusammengebaut worden.

Donnerstag, 09.04.2020, 07:12 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 16:34 Uhr
Natürlich noch vor der Corona-Krise entstand dieses Foto, das die Übergabe der von der Walstedder Grundschule gebauten Nistkästen zeigt.
Natürlich noch vor der Corona-Krise entstand dieses Foto, das die Übergabe der von der Walstedder Grundschule gebauten Nistkästen zeigt. Foto: Stadt

Der Eichenprozessionsspinner hat sich in den vergangenen Jahren ausgebreitet. Von der Massenvermehrung sind mittlerweile alle Bundesländer betroffen. „Die von den Schädlingen ausgehenden gesundheitlichen Begleiterscheinungen entwickeln sich zu einem massiven Problem“, berichtet die Verwaltung.

Eine chemische Bekämpfung lehnt die Stadt jedoch weiterhin aus ökologischen Gründen ab, obwohl bereits jetzt schon absehbar sei, dass auch in diesem Jahr kein geringerer Befall zu erwarten sei – im Gegenteil.

Die Stadt werde, wie im zurückliegenden Jahr auch, im Innenstadtbereich professionelle Schädlingsbekämpfungsunternehmen mit der Absaugung der Raupen beauftragen. In den Außenbereichen werde die Bekämpfung nur in Ausnahmefällen durchgeführt. Dort setzt die Stadt auf natürliche Fressfeinde, um die Plage zumindest einzudämmen.

Vor einiger Zeit sei festgestellt worden, dass Kohlmeisen, Blaumeisen und andere Vögel die Eichenprozessionsspinner-Raupen in einem Stadium fressen, in dem sie noch keine giftigen Haare aufweisen. „Die niederländische Stadt Groesbeek hat als eine der ersten Städte begonnen, Nistkästen an Eichen anzubringen, um Meisen anzulocken und die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners einzudämmen. Mit Erfolg, sodass bereits viele Städte und Gemeinden diesem Beispiel gefolgt sind“, berichtet die Stadt.

Dank für das Engagement

2019 wurden von der Verwaltung 250 Bausätze für Nistkästen beschafft, die in den Wintermonaten mit großem Einsatz von Schülern, Eltern und Lehrern an den Grundschulen in Walstedde und Rinkerode sowie an der Teamschule in Drensteinfurt zusammengebaut wurden. „Wir bedanken uns noch einmal ganz herzlich für dieses Engagement“, so Bürgermeister Carsten Grawunder.

Die Nistkästen wurden bereits durch den Bauhof und die Schulhausmeister sowie in Rinkerode auch mit Hilfe des Heimatvereins im ganzen Stadtgebiet aufgehängt. Erfreulicherweise hätten sich auch viele Bürger privat an der Aktion beteiligt.

Als weitere Maßnahme werde zur Information der Menschen auf der Homepage der Stadt eine Liste der Bereiche veröffentlicht, in denen städtische Bäume befallen seien. Dort werde es dann auch die Möglichkeit geben, einen Befall schnell und unkompliziert online zu melden. „Zudem werden im gesamten Stadtgebiet großflächig Hinweistafeln und Warnschilder an markanten Stellen aufgehängt – auch damit wurde bereits begonnen“, heißt es abschließend.

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