Tannen wandern in den Schredder
Osterfeuer bleibt erstmals aus

Drensteinfurt -

Mit dem Osterfeuer von Heimatverein und Jugendfeuerwehr fällt eine weitere Traditionsveranstaltung dem Coronavirus zum Opfer. Die ausgedienten Weihnachtsbäume, die am Rosenweg verbrannt werden sollen, wandern nun in einen großen Schredder.

Samstag, 11.04.2020, 06:46 Uhr aktualisiert: 11.04.2020, 07:00 Uhr
Heimatvereinsvorsitzender Franz-Josef Naber (li.) dankte Martin Holtkamp (oben re.) und Hubertus Altenau, die einen großen Schredder zum Zerkleinern der ausgedienten Tannen zur Verfügung stellen.
Heimatvereinsvorsitzender Franz-Josef Naber (li.) dankte Martin Holtkamp (oben re.) und Hubertus Altenau, die einen großen Schredder zum Zerkleinern der ausgedienten Tannen zur Verfügung stellen. Foto: Dietmar Jeschke

Wie lange der Brauch schon besteht? Das vermag Franz-Josef Naber nicht genau zu sagen. „Aber definitiv seit einigen Jahrzehnten“, ist sich der Vorsitzende des Heimatvereins sicher. In diesem Jahr jedoch fällt die beliebten Traditionsveranstaltung, die alljährlich zahlreiche Drensteinfurter am Ostersonntag auf die Wiese am Rosenweg lockt, ins Wasser: Das Osterfeuer, das normalerweise nach der Andacht mit dem Licht der Osterkerze entzündet wird, bleibt erstmals aus. Der Grund ist klar: Wie auch alle anderen öffentlichen Veranstaltungen fällt auch der gesellige Abend von Heimatverein und Jugendfeuerwehr unter das durch die Corona-Pandemie bedingte Veranstaltungsverbot.

Man habe zwar bis zuletzt auf eine Ausnahmegenehmigung gehofft – unter der Maßgabe, lediglich eine kleine Veranstaltung organisieren zu wollen, erklärt Franz-Josef Naber. Das städtische Ordnungsamt habe jedoch keinerlei Spielraum gesehen – und das Feuer untersagt.

Aber wohin nun mit den ausgedienten Tannenbäumen, die die Jugendfeuerwehr traditionell Mitte Januar einsammelt, um sie am Rosenweg zum Osterfeuer aufzuschichten? Einfach liegen lassen? Das wäre schlichtweg zu gefährlich, könnte das trockene Strauchwerk doch schon durch einen kleinen Funken unkontrolliert in Brand geraten. Der Haufen muss also weg. „Die Jugendfeuerwehr hatte sich dankenswerter Weise angeboten, das Holz zu schreddern“, berichtet Franz-Josef Naber. Aber mit kleinem Gerät hätte diese Aktion wohl einige Tage gedauert. Da sprangen kurzerhand die Landwirte Martin Holtkamp und Hubertus Altenau in die Bresche. Sie sponsern den Einsatz eines gut 500 PS starken Großgerätes des Lohnunternehmens Milte, das die Tannen in kurzer Zeit in Kleinholz verwandeln wird. Und letzteres wird dann tatsächlich eines Tages brennen – gepresst in Pelletform in heimischen Heizungsanlagen.

Für den in den vergangenen Jahren stark gewachsenen Heimatverein ist es nicht die einzige Veranstaltung, die der Coronakrise zum Opfer fällt. Und wie in vielen anderen Vereinen auch, weiß der Vorstand noch nicht, wie und wann es weitergehen soll. So steht der für Juni geplante „Tag der offenen Gärten“ bereits auf der Kippe. Und ob die zweite Auflage des „Tages der Natur“ wie geplant am 30. August auf dem Hof Schulze Mengering stattfinden kann, vermag aktuell niemand wirklich zu sagen. „Sicher ist aber: Wenn der Renntag, der zwei Wochen zuvor stattfinden soll, abgesagt werden muss, dann wird auch der ,Tag der Natur‘ ausfallen“, erklärt Franz-Josef Naber.

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